Ab 6. Juni werden zwei Kreuzungen zu Kreisverkehrsplätzen umgebaut

Optimierung der Verkehrsverhältnisse angestrebt

Eine Verbesserung des Verkehrsflusses dank höherer Leistungsfähigkeit, die Reduzierung von Stau- und Umweltbelastungen, Verringerung der Geschwindigkeit, sichere und barrierefreie Querungsmöglichkeiten für Fußgänger und Fahrradfahrer, mobilitätsgerechter Umbau von zwei Bushaltestellen sowie eine Verbesserung des Stadtbildes dank mehr Grünflächen – so umschreibt Baudezernent Adolf Kannengießer während einer Präsentation im Bau- und Umweltausschuss die Vorteile der geplanten Kreisverkehrsplätze (KVP) an zwei vielfrequentierten Kreuzungen in der Innenstadt Eschborns.

  • KVP 1: Hauptstraße / Sossenheimer Straße / Götzenstraße („Rappkreisel“)
  • KVP 2: Sossenheimer Straße / Berliner Straße / Hamburger Straße


Zeitgleicher Baustart an beiden Kreuzungen soll der 6. Juni 2017 sein, das Bauende ist für Ende August (KVP 2) beziehungsweise für Mitte Oktober (KVP 1) angestrebt. Die voraussichtlichen Kosten werden mit 2,5 Millionen Euro veranschlagt.
Anke Trieb-Schütz vom ausführenden Ingenieurbüro Burgholzer-Trieb erläuterte Details der geplanten Baumaßnahmen. So werden an beiden künftigen Kreisverkehrsplätzen umfangreiche Erd-, Entwässerungs- und Straßenbauarbeiten vorgenommen, zum Teil die Trinkwasser- und Telekommunikationsleitungen verlegt sowie – unter Verwendung von LED-Technik – die Straßenbeleuchtung erneuert. Die vorhandenen Kanäle und Anschlussleitungen werden teilweise saniert. Des Weiteren ist die Bepflanzung des Verkehrsraumes geplant sowie die Pflanzung von fünf Bäumen am KVP 1. Zudem werden dort die Einmündung Schwalbacher Straße und der Parkplatz Götzenstraße ausgebaut. Künftig werden 37 Stellplätze, inklusive Behindertenparkplätze, zur Verfügung stehen, und die Zufahrt wird verbreitert.

Richtlinie „Unbehinderte Mobilität“
Generell sollen Schutzstreifen für Radfahrer und Dreiecksinseln als Querungshilfen für Fußgänger an allen Knotenpunktästen die Sicherheit erhöhen. Die Fußgängerüberwege werden gemäß den Richtlinien des Leitfadens „Unbehinderte Mobilität“ umgebaut, die Bordsteinkanten abgesenkt. Teilweise werden die Gehwege verbreitert und deren Querneigung zur Fahrbahn hin auf 3 Prozent reduziert.
Auch der Umbau der drei Bushaltestellen der Linien 58, 810 und 810A rund um den KVP 2 orientiert sich an diesen Richtlinien. Auf 22 Zentimeter erhöhte Busbordsteine, taktile Platten und Leitstreifen zu den Haltestellen unterstützen die Barrierefreiheit für Sehbehinderte. Um den ÖPNV zu beschleunigen, werden die vorhandenen Haltebuchten zurückgebaut, so dass die Busse künftig direkt am Fahrbahnrand halten und sich dann schneller wieder in den fließenden Verkehr einfädeln können. Dadurch vergrößert sich der Wartebereich für Fahrgäste. Zudem werden neue Wartehallen die alten ersetzen, und eine weitere wird an der Haltestelle Sossenheimer Straße Richtung Innenstadt aufgestellt. Haltende Busse sollen von jeglichen Fahrzeugen problemlos passiert werden können und keine Rückstaus in den Kreisel verursachen.
Um die Leistungsfähigkeit des Kreisels zusätzlich zu erhöhen, ist ein Bypass für die Rechtsabbieger von der Sossenheimer in die Hamburger Straße vorgesehen; diese bekommen also eine separate Spur.

Verkehrsführung während der Baumaßnahmen
Während der Baumaßnahmen, die unter der Woche von 6 bis 22 Uhr sowie samstags durchgeführt werden, gilt überwiegend eine Vollsperrung. Der Verkehr wird über die angrenzenden Landesstraßen großräumig umgeleitet. Dadurch kann die Bauzeit deutlich verkürzt werden. So wird der Verkehr aus Richtung Norden über die Hessenallee und die Hauptstraße in Richtung Innenstadt geführt, aus Richtung Süden erreichen die Verkehrsteilnehmer über die L 3005 / L 3006 / und die Niederurseler Allee das Zentrum. Das Gewerbegebiet Süd ist während der Bauarbeiten über die Frankfurter Straße erreichbar. Für die Buslinie 252 wird der bisherige Linienweg innerstädtisch beibehalten. Alle weiteren Buslinien werden umgeleitet.


Am KVP 1, dem „Rappkreisel“, wird auf den Grundstücken der Hauptstraße 42-50, nach dem Abriss der Gebäude, eine Baustraße als Umgehung für Fahrzeuge und Fußgänger in beiden Richtungen eingerichtet. Somit kann der innerörtliche Verkehr auf der Hauptstraße mit kleineren Verkehrsbehinderungen weiterhin fließen. Die übrigen Knotenpunktäste werden am jeweiligen Bauende komplett für den Individualverkehr gesperrt. Der Parkplatz Götzenstraße bleibt überwiegend geöffnet und nur in den Sommerferien für den Umbau gesperrt. Während der gesamten Bauzeit sind innerhalb des Baufeldes die Zufahrten und -gänge zu den Anliegergrundstücken weitestgehend offen, es werden Rampen aus Schotter oder Fußgängerbrücken über Kabelgräben angelegt. Die Baufirma wird um Kooperation bemüht sein und Rücksicht auf besondere Vorkommnisse wie Krankentransporte oder Umzüge nehmen. Zudem wird sie für den Transport der Mülltonnen zu einer zentralen Sammelstelle sorgen.
„Sicherlich gibt es durch den Umbau für alle Eschborner Bürger Verkehrseinschränkungen, und für die unmittelbaren Nachbarn sind sie mit Lärm und Staub verbunden. Aber nach der Fertigstellung wird es sich gelohnt haben, und das Ergebnis wird eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse in Eschborn sein“, bittet Baudezernent Adolf Kannengießer um Verständnis. In einer Bürgerversammlung am 11. Mai 2017 können weitere Fragen geklärt werden, zudem sollen Flyer die Anlieger und Arbeitnehmer in den Gewerbegebieten über die Baumaßnahmen informieren.