E-Boards und Monowheels im öffentlichen Verkehrsraum nicht erlaubt

Alternative Fortbewegungsmittel sind im Kommen, insbesondere beobachtet man im Straßenverkehr in der letzten Zeit immer mehr Fahrzeuge mit Elektroantrieb. So sieht man im öffentlichen Verkehrsraum auch vermehrt E-Boards und Monowheels, deren Nutzung dort zu erheblichen Problemen führen kann. 

  • Ein E-Board ist ein elektrisch betriebenes, zweispuriges Rollbrett ohne Lenkstange, auf dem sich eine Person stehend fortbewegen kann. Typischerweise besteht das E-Board aus einer zweirädrigen Achse mit zwei kleinen Plattformen, auf denen der Fahrer steht. Das E-Board hält sich (ähnlich einem Segway) durch eine elektronische Antriebsregelung selbst in Balance und wird über Gewichtsverlagerung und die Fußstellung des/der Fahrers/Fahrerin gesteuert.
  • Das Monowheel besteht aus einem Einzelrad mit seitlich montierten Trittflächen, das sich ebenfalls durch Gewichtsverlagerung steuern lässt. 

In der Bundesrepublik Deutschland sind die vorgenannten Fortbewegungsmittel im öffentlichen Verkehrsraum verboten.

Zum einen sind sie motorisiert und fahren schneller als 6 km/h, sind somit als Kraftfahrzeug einzustufen und machen daher den Einsatz auf einem Geh- oder Radweg nicht erlaubnisfähig. Sie sind daher zulassungspflichtig und entsprechen auch nicht den Vorschriften der Straßen-Verkehrs-Zulassungsordnung (StVZO)., da sie weder über eine entsprechende Beleuchtung, Bremsen und Fahrzeug-Identifizierungsnummer verfügen. Darüber hinaus wird auch keine EG-Typgenehmigung, Allgemeine Betriebserlaubnis oder Einzelbetriebserlaubnis gemäß § 19 StVZO erteilt, so dass keine Zulassungsfähigkeit dieser Fahrzeuge vorliegt.


Zudem müssen Kraftfahrzeuge eine Haftpflichtversicherung haben. Ist diese nicht vorhanden, so liegt die Straftat "Fahren ohne Pflichtversicherung" vor. Da die Fahrzeuge nicht zulassungsfähig sind, werden sie von keiner Versicherung versichert.


Laut Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) greift hier auch nicht die private Haftpflichtversicherung, da für Kraftfahrzeuge spezielle Haftpflichtversicherungen angeboten werden. Die Haftung regelt sich demnach nach den allgemeinen Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) mit der Folge der Verursacherhaftung mit seinem Vermögen.


Bei Kindern können auch Erziehungsberechtigte zur Haftung herangezogen werden. Lediglich die private Unfallversicherung könnte in Anspruch genommen werden, wenn beim Fahren mit einem E-Board oder Monowheel etwas passieren würde.


Neben dem "Fahren ohne Zulassung" kann ggf. zusätzlich das "Fahren ohne Fahrerlaubnis" vorliegen, wenn der/die Fahrer/Fahrerin nicht den Führerschein besitzt, dem das E-Board oder Monowheel (theoretisch) entsprechen würde.

Letztlich sind E-Boards und Monowheels nur auf abgeschlossenen Privatgrundstücken ohne jeglichen öffentlichen Verkehr, auch nicht einzelner Verkehrsarten (z.B. nur für Fußgänger), erlaubt.


Für den Fall, dass Personen mit E-Boards und Monowheels im öffentlichen Verkehrsraum angetroffen werden, so sind die Beamtinnen und Beamten der Landespolizei sowie die kommunalen Ordnungspolizeibeamtinnen und -beamten gehalten, das jeweilige Fortbewegungsmittel einzuziehen und entsprechende strafrechtliche Ermittlungsmaßnahmen zu ergreifen.


Da E-Boards und Monowheels vor allem bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt sind, sollten Erziehungsberechtigte den Kauf eines solchen Fortbewegungsmittels, insbesondere auch im Hinblick auf die Haftungsfrage, überdenken.