Strukturverbessernde Maßnahmen am Westerbach
Umsetzungen im Rahmen der EU-Wasserrahmenrichtlinie
Seit Frühjahr 2010 beschäftigt sich die Stadt Eschborn mit der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL).
Diese sieht vor, dass bis 2015 sämtliche Gewässer in einen ökologisch guten Zustand zu bringen sind.
Initiiert wurde die Umsetzung durch den ehemaligen Gründezernenten Heinz O. Christoph und wird durch seine Nachfolgerin Irmtraud Bottoms in enger Zusammenarbeit mit der Unteren Wasserbehörde des Main-Taunus-Kreises weiterverfolgt.
Mit einer Umsetzungsplanung wurde die Planungsgemeinschaft Beuerlein/Baumgartner in Zusammenarbeit mit der Stadt Kronberg beauftragt.
Diese Planung wurde vom Magistrat der Stadt Eschborn Ende August 2011 beschlossen.
In Teilabschnitten des Westerbachs werden abschnittsweise strukturverbessernde Maßnahmen umgesetzt.
Dafür stehen im Haushalt mehr als 1 Million Euro zur Verfügung, die Umsetzung erstreckt sich über mehrere Jahre.
Vorrangige Ziele hierbei sind:
- Verbesserung der Gewässerstrukturen durch u.a. Aufhöhungen im Bachbett
- Entwicklung der Gewässerdynamik durch Einbau von Totholz und Steinschüttungen zur Erzielung unterschiedlicher Strömungsverhältnissen
- Verbesserung der linearen Durchgängigkeit durch Rückbau von Wanderhindernissen
- Rückbau unsachgemäßen Uferverbaus
In Teilabschnitten wurden bereits Maßnahmen umgesetzt. So wurden im Bachabschnitt Oberortstraße der regionale Taunusquarzit zur Verbesserung der Gewässerdynamik eingebaut. Ziel ist es, dass das Wasser unterschiedliche Strömungsgeschwindigkeiten entwickelt, Feinmaterial sich ablagern kann und sich dadurch eine natürliche Vegetation entwickelt, die in Teilbereichen das Gewässer beschattet.
Ebenso wurde die ehemals aus einer Betonplatte bestehende Furt am Spielplatz Rheinstraße zurückgebaut und durch einen Steinsatz mit offenen Fugen wieder hergestellt. Dadurch wurde der als Wanderhindernis einzustufende Höhenversatz ausgeglichen, Fische und Kleinstlebewesen können diesen Teilabschnitt des Westerbachs wieder durchqueren.
Im Herbst 2011 stehen weitere Maßnahmen in Teilabschnitten an. So wurde Anfang November der durch ein das Bachbett querendes Rohr entstandene Absturz egalisiert. Durch eine Steinschüttung wurde eine langgezogene Sohlgleite hergestellt und das Bachbett dahingehend aufgebaut, dass der Bach wieder mit gleichmäßigem Gefälle fließt.
Unsachgemäßer Uferverbau wird zurückgebaut.
Allerdings können nicht alle Probleme am Westerbach beseitigt werden. Zum einen stehen nicht alle Grundstücke für die Umsetzung von Maßnahmen zur Verfügung, zum anderen existieren lokale Einschränkungen wie Wohnbebauung, die Veränderungen im Bereich des Westerbaches nicht ermöglichen.
Vielen Bürgern liegt der Westerbach und die darin lebenden Fische am Herzen, vor allem in den Sommermonaten, wenn der Wasserstand niedrig ist. Dieses Problem tritt bei vielen Bächen in der Region Vordertaunus auf und das nicht erst in jüngster Zeit. Es ist u.a. mit den anstehenden Bodenverhältnissen zu erklären. In der Regel stellen sich die Lebewesen dieser Gewässer auf die Situation ein und ziehen sich rechtzeitig in wasserführende Bereiche zurück. Ein Einbau von Schwellen o.ä. im Bachbett zur Schaffung wasserhaltender Mulden ist aus gewässerökologischen Gründen nicht sinnvoll, da diese Schwellen wiederum Wanderhindernisse für Fische und Kleinstlebewesen darstellen und somit die lineare Durchgängigkeit des Baches unterbrechen. Im Rahmen der Umsetzung der Richtlinie soll der Westerbach in Teilbereichen die Möglichkeit zum auskolken und mäandrieren im Uferbereich zurück erhalten, so dass hier auf natürliche Art Bereiche entstehen können, in denen das Wasser zurückgehalten wird.
Neben den Maßnahmen, die im Rahmen der vorliegenden Planung umgesetzt werden sollen, ist der Bachabschnitt Unterwiesen in die Planung zur Verbindungsstraße Süd-Ost einbezogen.
Nach Abschluss der Straßenbauarbeiten werden als Ausgleich für den verursachten Eingriff in Natur- und Landschaft Maßnahmen sowohl im Bachbett als auch im Uferbereich des Westerbaches umgesetzt, die eine deutliche ökologische Verbesserung darstellen.
Als positiver Nebeneffekt wird dieser Bachabschnitt auch für Spaziergänger deutlich aufgewertet.
Aber auch außerhalb der EU-Wasserrahmenrichtlinie werden regelmäßig Unterhaltungsarbeiten am Westerbach ausgeführt.
Auf Anregung von Gründezernentin ottoms wird der Bach alle zwei Monate kontrolliert und angefallenes Schwemmgut entfernt.
Die Bekämpfung von nicht einheimischen Pflanzen, wie dem Indischen Springkraut, die in den letzten Jahren vermehrt in den Uferbereichen der Bäche wuchern, ist ein weiteres wichtiges Ziel zur Verbesserung der ökologischen Strukturen.




