"Vom Schreibtisch des Bürgermeisters" - Archiv
Themenübersicht:
15.09.2011 - Stadhalle/Rathaus
eine Bürgerinitiative versucht eines der wichtigsten Projekte Eschborns, den Neubau der Stadthalle und des Rathauses, zu verhindern. Dies ist für unsere Stadt von großem Schaden. Die vorhandene Stadthalle ist marode, technisch veraltet und seit langem für moderne Veranstaltungen kaum nutzbar. Vereine und Besucher stellen dies seit vielen Jahren fest und wünschen sich einen modernen, zukunftsfähigen und den heutigen Verhältnissen angemessenen Veranstaltungsort in der Mitte unserer Stadt.
Gleichzeitig besteht beim Rathaus dringender Sanierungs- und Erweiterungsbedarf. Die Energiebilanz ist nach den heutigen Vorgaben absolut inakzeptabel und nicht mehr zu vertreten. Die Kosten für den Teil des Rathaus-Neubaus betragen ungefähr ein Viertel der vorgesehenen Gesamtinvestition. Die klare Vorgabe ist, die Kosten für das Gesamtprojekt Stadthalle/Rathaus bei € 75 Mio. zu deckeln. Damit wir dies sicherstellen, wird zurzeit durch ein Ingenieurbüro erneut geprüft, wie sich die Kosten zwischen Neubau und Teilneubau verhalten. Dieses Ergebnis der unabhängigen Gutachter wird in Kürze vorliegen.
Die Bürgerinitiative verwendet trotzdem die Zahl von € 89 Mio. und suggeriert, dass es sich hier in erster Linie um die Kosten für den Neubau des Rathauses handelt. Dies ist aber falsch. Die Gesamtmaßnahme setzt sich aus folgenden Teilen zusammen: Stadthalle, Rathaus, Tagungsräume (z.B. für Vereine), Bürgerbüro, Bücherei, Mediathek, Gaststätte und Tiefgarage.
Wir brauchen in Eschborn eine neue Stadthalle für Konzerte, Theateraufführungen, Vereinsaktivitäten, aber auch für Abiturabschlussfeiern, Faschingsbälle, Schützenball, Handwerksmessen, Gewerbeschauen und andere Veranstaltungen. Dafür benötigen wir gute Akustik, moderne Bühnentechnik und ein gutes Raumklima mit entsprechender Belüftung. Auch die behindertengerechte Erschließung ist eine Grundvoraussetzung und muss gewährleistet sein.
Wir wollen im Rathaus die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die zurzeit aus Platzgründen Ihren Dienst außerhalb versehen müssen wieder bei uns haben. Darüber hinaus ist es für einen modernen Bürgerservice dringend erforderlich zeitgemäße Kommunikationsstrukturen aufzubauen und die Infrastruktur neu zu gestalten.
Lassen Sie sich von den ausschließlich politisch begründeten und nicht immer der Wahrheit entsprechenden Argumenten nicht die Zukunft Ihrer Stadt verbauen. Informieren Sie sich und gestalten Sie mit uns im aufgelegten Bürgerdialog, eine zukunftsfähige Stadthalle und ein Rathaus für Sie und die kommenden Generationen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Bürgermeister
Wilhelm Speckhardt
05.05.2011 - Radrennen
das größte Sportereignis der Region feierte am 1. Mai 2011 sein goldenes Jubiläum. Seit 50 Jahren existiert das Radrennen, das seit zwei Jahren „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ heißt.
Ich bin froh, dass es uns vor drei Jahren gemeinsam mit der Stadt Frankfurt geglückt ist, dieses Rennen für die Menschen in der Region zu erhalten. Die Begeisterung der Zuschauer, die zu Tausenden an der Strecke stehen bestärkt mich immer wieder darin, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben.
Auch sportlich hat das Rennen sein hohes Niveau gehalten. Erstklassige Teams sind in jedem Jahr am Start dieses Ein-Tage-Rennens und kämpfen um den Sieg. Die Städte entlang der Strecke bieten dazu einen würdigen Rahmen. Beginnend in Eschborn auf dem Gelände von Mann Mobilia zieht sich die Strecke durch Eschborn und fast den gesamten Main-Taunus Kreis, um dann zum spannenden Finale im Herzen der Region an der Alten Oper in Frankfurt anzukommen.
Eschborn hat durch sein Engagement viele Vorteile. Allein die Aufmerksamkeit in den verschiedenen Medien spielt unseren finanziellen Beitrag um ein vielfaches wieder ein. Beginnend mit der mehrstündigen Live-Berichterstattung im Hessischen Rundfunk oder der Erwähnung in den Nachrichtensendungen des Tages oder den Artikeln der regionalen und überregionalen Printmedien über die Radiospots bis hin zu den internationalen Erwähnungen, erzielt Eschborn einen positiven Werbewert, den wir so mit keiner anderen Veranstaltung auch nur annährend erreichen könnten.
Damit haben sich beide Ziele, die wir damals mit unserer Entscheidung verbunden haben, das Traditionsrennen zu retten und einen positiven Effekt für Eschborn zu erzielen, in hervorragender Weise erfüllt.
Ich bedanke mich auch bei allen Eschbornerinnen und Eschbornern, die an diesem Tag Einschränkungen bei der Erreichbarkeit Ihrer Grundstücke hinnehmen mussten, für Ihr Verständnis.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Bürgermeister
Wilhelm Speckhardt
07.02.2011 - Ausbau der Kinderbetreuung
Eschborn leistet im Bereich der Kinderbetreuung vorbildliches. Das Angebot an Spielgruppen, Kinderkrippen, Tagesmüttern, Kindertagesstätten, Kinderhorten und Schulkinderhäusern ist hervoragend. Die Betreuungsquote ist eine der höchsten in Hessen. Bei der Kleinkindbetreuung liegt die Quote bei 42%, im Alter über drei Jahren bis zur Grundschule bei über 100% und bei den Grundschulkindern bei 60%.
Laut Statistik besuchen alle Eschborner Kinder, die zwischen drei und sechs Jahre alt sind regelmäßig eine Kindertagesstätte. Das mag auch daran liegen, dass in Eschborn der gesetzliche Anspruch auf einen Kindergartenplatz kostenfrei ist. Wie ich finde ein richtiger Schritt hin zur Chancengleichheit aller Eschborner Kinder. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf steht in Eschborn nicht nur auf dem Papier, sondern kann praktisch gelebt werden.
Um dies auch weiterhin zu gewährleisten, ist es – nach internen Berechnungen aus dem Dezernat des Ersten Stadtrates Mathias Geiger - in diesem Jahr notwendig, 100 neue Betreuungsplätze für Schulkinder einzurichten. Eine gute Botschaft für die Eltern und ein richtiger Schritt zur richtigen Zeit.
Ich freue mich, dass wir auf Grund der guten wirtschaftlichen Situation in Eschborn so kurzfristig und flexibel auf diese Anforderungen reagieren können, denn die Nachfrage nach Betreuungsplätzen beinhaltet viele Unwägbarkeiten, da Eschborn eine besonders hohe Zuzugsrate von Familien hat und die Entscheidung für oder gegen eine Betreuung oft sehr kurzfristig getroffen wird.
Zur Zeit werden in den Eschborner Schulkinderhäusern 525 Grundschulkinder vor und/oder nach dem Unterricht betreut. Das sind wie oben schon erwähnt 60% aller Eschborner Grundschulkinder. Mit den zusätzlichen Plätzen liegt die Eschborner Versorgungsquote bei 70% und somit 53% über dem hessischen Durchschnitt, der zur Zeit bei 17% liegt.
Das Schulkinderhaus Hartmutschule wird um 40 Plätze erweitert. Insgesamt stehen den Kindern an der Hartmutschule dann 160 Plätze zur Verfügung. An der Süd-West-Schule wird ein neues Schulkinderhaus mit 40 zusätzlichen Plätzen entstehen. Die bisher genutzten Räume werden für den Unterricht der stärker werdenden Jahrgänge benötigt. Die Westerbachschule erhält zu dem bestehenden Schulkinderhaus ein weiteres Gebäude für 40 Schulkinder.
Für die Betreuung der Kinder setzen der Erste Stadtrat und der Fachbereich 4, Soziales, Kinder, Jugend und Vereine, weiterhin auf die sehr gut funktionierende Mischung von Laienhelfern, der bestehenden Hausaufgabenbetreuung der AWO (Arbeiterwohlfahrt) und den Mitarbeitern/-innen der Stadt.
Am kommenden Donnerstag wird die Stadtverordnetenversammlung über die Vorlage zur Erweiterung der Schulkinderbetreuung beschließen. Insgesamt wollen wir 3,25 Millionen Euro in die Erweiterung und den Neubau der Schulkinderhäuser investieren. Ich bin zuversichtlich, dass wir diese Hürde nehmen und ich freue mich, im kommenden Sommer, Ihnen und Ihren Kindern einen guten Start in den neuen Lebensabschnitt zu ermöglichen.
Als Bürgermeister finde ich es wunderbar, dass wir eine so kinderreiche Stadt sind. Ich werde weiterhin alles dafür tun, dass es den Familien in Eschborn gut geht. Denn wie schon der Kölner Kardinal Josef Frings sagte: „Die Zukunft des Volkes hängt nicht von der Zahl der Kraftwagen ab, sondern von der Zahl der Kinderwagen.“
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Bürgermeister
Wilhelm Speckhardt
01.02.2011 - Straßenbau
in den vergangenen Jahren konnten wir unsere Finanzen durch eine erfolgreiche Wirtschaftspolitik gut stabilisieren. Das hat unter anderem dazu geführt, dass wir trotz der größten Wirtschaftskrise seit dem zweiten Weltkrieg die Infrastruktur unserer Stadt weiter optimieren konnten.
Auf dem Neujahrsempfang habe ich Ihnen, einen Ausblick auf die anstehenden Investitionen und Schwerpunkte im Jahr 2011 gegeben. Einer dieser Schwerpunkte ist die Sanierung unseres Straßennetzes.
In den letzten zwei Jahren wurden unter anderem die Katharinen-, die Messerschmitt- und die Richard-Wagner-Straße erneuert. Auch die Straßen Am Burggraben, Im Deiengarten und die Burgstraße wurden saniert. In diesem Jahr wird nach der Frostperiode die Straße Im Speiergarten fertiggestellt. Mit der Eichendorff-, und der Schillerstraße wird es weitergehen.
Für die Straßenerneuerungen, wird in Eschborn kein Anliegerbeitrag erhoben. Eine Verfahrensweise, die in Deutschland eher die Ausnahme ist. In fast allen anderen Städten wird, je nach der Größe des Grundstücks, leicht ein fünfstelliger Betrag in Rechnung gestellt. Den müssen dann die Grundstückseigentümer aufbringen.
Aber auch wenn Sie nicht an den Kosten beteiligt werden, ist es mir wichtig, Sie, liebe Eschbornerinnen und Eschborner, in die Planung der anstehenden Sanierungsmaßnahmen mit einzubeziehen. Denn wie Sie der aktuellen Tagespresse entnehmen konnten, ist es mein Ziel, die Bürgerinnen und Bürger zukünftig noch stärker in die Entscheidungsprozesse der Stadt Eschborn einzubinden.
Ab sofort wird Sie unsere Verwaltung bei wichtigen, Sie unmittelbar betreffenden Baumaßnahmen frühzeitig und umfassend informieren und Ihnen so Gelegenheit geben, sich rechtzeitig im Vorfeld zu äußern und Ihre Ideen und Anregungen einzubringen. In den vergangenen Jahren haben wir Sie lediglich schriftlich über anstehende Maßnahmen informiert.
Ein altes deutsches Sprichwort lautet: „Aus vielen Köpfen ist gut Rat holen“. Die von mir initiierten Bürgerbeteiligungen „Neue Stadtmitte“ und „Alte Mühle“ haben gezeigt, dass dies ein Weg ist, der in Eschborn gut gelingt.
Beginnen werden wir mit den Anliegern der Eichendorff- und der Schillerstraße in Niederhöchstadt. Der Fachbereich 5 (Planen und Bauen) hat die Anwohner dieser Straßen heute Abend zu einem Anwohnergespräch in das Bürgerzentrum Niederhöchstadt eingeladen.
Ich wünsche mir, dass das Angebot gut angenommen wird und freue mich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit.
14.12.2010 - Alte Mühle
wie Sie schon in der letzten Ausgabe lesen konnten, werde ich an dieser Stelle regelmäßig Themen aufgreifen, die die Menschen in Eschborn bewegen und interes-sieren.
Heute informiere ich Sie in meiner Kolumne „Vom Schreibtisch des Bürgermeisters“ über das Projekt „Alte Mühle“. Wie Sie der Presse entnehmen konnten, wird die Diskussion um die von der Stadt Eschborn angekauften „Alten Mühle“ immer konkreter. Die zuständigen Fachleute der Stadt Eschborn und auch externe Berater haben mit uns die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten geprüft. Dabei wurde klar, dass nicht alles, was sich die Öffentlichkeit wünscht, möglich ist. Insbesondere Vorschläge, die größere bauliche Maßnahmen im Park oder am Gebäude vorsehen, wie zum Beispiel der Bau eines Seniorenheimes, sind nicht realisierbar.
Die „Alte Mühle“ ist eines der wichtigsten bauhistorischen Objekte in Eschborn. Für die Instandsetzung und Erweiterung der Gebäude und der Außenanlage gibt es eine Vielzahl an gesetzlichen Vorgaben und Auflagen. Die Lage der Mühle, eingebettet in ein Wohngebiet, erfordert zudem ein sensibles Vorgehen in Bezug auf das Verkehrsaufkommen und die möglicherweise entstehende Lärmbelästigung der Anwohner.
Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, die Mühlengespräche ins Leben zu rufen und die Bürger in die Entwicklung eines Nutzungskonzeptes einzubinden. In der ersten Phase führen wir mit den direkten Anwohnern der „Alte Mühle“, über die Umsetzung baulicher Maßnahmen und die Berücksichtigung des Verkehrs, Gespräche.
Anschließend setzen wir uns, mit dem zukünftigen Angebot und der Belegung auseinander. Mir ist wichtig, dass wir auch die Eschborner Kinder, Jugendlichen und junge Erwachsene in die Mühlengespräche mit einbeziehen, um zu erfahren, wie wir die Mühle für sie interessant und spannend gestalten können. Das erste Mühlengespräch ist bei den Anwohnern sehr gut angekommen. Darüber freue ich mich und hoffe, dass auch die zukünftigen Gespräche gute Ergebnisse für alle Seiten bringen werden
Die „Alte Mühle“ ist ein wertvolles kulturhistorisches Bauwerk und soll erhalten bleiben. Wir brauchen solche Zeugnisse der Vergangenheit, um unseren Kindern, den Besuchern und Neubürgern ein Stück Eschborner Identität zu vermitteln. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir mit der „Alten Mühle“ ein Eschborner Kleinod erhalten werden.
Über die Mühlengespräche und die gemeinsam mit den Bürgern erarbeiteten Ergebnisse werden ich Sie weiter informieren.
07.12.2010 - Grill- und Jugendplatz
in der letzten Zeit werde ich von Ihnen immer häufiger auf Berichte angesprochen, die Sie in der Presse gelesen haben. Oft haben Sie sich über eine einseitige oder ungenügende Darstellung der jeweiligen Themen beklagt. Gerne komme ich dem Wunsch vieler nach und informiere Sie umfassend und direkt aus dem Rathaus.
Zukünftig werden Sie regelmäßig Informationen zu Themen erhalten, die aktuell auf meinem Schreibtisch liegen und die Menschen in Eschborn interessieren.
Das Fehlen eines Grillplatzes und eines Veranstaltungsraumes, in dem sich Jugendliche und auch Erwachsene treffen und feiern können, ist ein solches Thema. Die Eschborner Jugend, vertreten zum Beispiel durch den Kinder- und Jungendbeirat, wünscht sich schon seit Jahren einen solchen Treffpunkt. Alle bisherigen Vorschläge der Jugendlichen konnten aus Rücksicht auf die Anwohner nicht realisiert werden.
Ich freue mich, Ihnen sagen zu können, dass wir nun nach intensiver Suche endlich einen geeigneten Ort gefunden haben. Wie Sie der Presse entnommen haben, werden im Camp-Phönix-Park ein Veranstaltungs- und Partyraum und ein Grillplatz mit fester Grillhütte entstehen.
Die Vorteile dieses Standortes liegen auf der Hand. Zum einen befindet er sich außerhalb der Wohnbebauung. Eine Beeinträchtigung von Anwohnern ist somit ausgeschlossen. Trotzdem ist das Gebiet durch die vorhandene Gastronomie und Einkaufsmöglichkeiten belebt. Zum anderen bieten der Standort und die Ausstattung die Möglichkeit, auch größere Feste wie zum Beispiel einen Polterabend oder eine Hochzeitsfeier auszurichten.
Für die Nutzung der Grillhütte, des Grillplatzes, des Veranstaltungsraumes inkl. der Sanitäranlagen und einer Küche wird die Stadt Eschborn eine monatliche Miete von 3.200 Euro zahlen. Mit den Kosten für den Bau des Grillplatzes und Veranstaltungsraumes hat die Stadt nichts zu tun, die voraussichtlich 720.000 Euro entstehen dem privaten Bauträger, nicht uns.
Der Magistrat der Stadt Eschborn hat sich bewusst für eine Anmietung entschieden. Wir wissen, liebe Eschbornerinnen und Eschborner, dass sich die Wünsche und Vorlieben von Jugendlichen sehr schnell verändern. Sollte das Angebot also wider Erwarten irgendwann einmal nicht mehr angenommen werden, hat die Stadt Eschborn die Möglichkeit, einfach den Mietvertrag nicht weiter zu verlängern.
Ich denke, es handelt sich hier um gut angelegtes Geld, denn es ist richtig, dass wir unseren Jugendlichen einen ordentlichen und ansprechenden Ort für ihre Freizeit anbieten. Jugendliche haben unsere Unterstützung, Fürsorge und Förderung verdient.




