Erste Bürger-Solaranlage in Eschborn

Auf dem Dach des Schulkinderhauses Süd-West wird ab sofort Strom produziert. Die erste Bürger-Solarstroman­lage in Eschborn nahmen Bürgermeister Mathias Geiger und Erster Stadtrat Thomas Ebert am Montag, dem 20. Juli, offiziell in Betrieb. 

Vorausgegangen ist eine Kooperation zwischen der Stadt Eschborn und „SolarInvest Main-Taunus eG“, einer Bürger­-Energie­genossenschaft, die die Anlage finanziert und betreibt. Die Stadt stellt im Gegenzug das Dach des Schulkinderhauses für mindestens 20 Jahre zur Verfügung. 

Die Investitionskosten von rund 16.000 Euro für das Sonnenkraftwerk mit zehn Kilowatt installierter Leistung trägt allein „SolarInvest“. Jährlich produzieren die 40 Solarmodule etwa 8.700 Kilowattstunden. Den größten Teil von ca. 70 Prozent des umweltfreundlich erzeugten Stroms nimmt das Schulkinderhaus ab. Durch den direkten Verbrauch des Stroms vor Ort lohnt sich die Solarstromanlage besonders, da unter anderem Netzentgelte für die Durchleitung des Stroms entfallen. Überschüssiger Strom wird in das allge­meine Stromnetz eingespeist und mit 12 Cent pro Kilowattstunde ver­gütet. 

Kinder, Eltern, Mitarbeiter und Anwohner des Schulkinder­hauses sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger waren begeistert über die gelungene Kooperation zwischen der Stadt Eschborn, der Energiegenossenschaft und der aus­führenden Eschborner Handwerkerfirma „Taunus-Solar“. 

Thomas Ebert, der für den Klimaschutz zuständige Dezernent freut sich über das Angebot der Genossen­schaft an die Bürgerinnen und Bürger Eschborns, sich an der Anlage finanziell zu beteiligen. "Wer also sein Erspar­tes gerne für die Umwelt arbeiten lassen will, kann sich mit unterschiedlichen Beträgen ab 500,- Euro zu 2,3 Prozent Zinsen beteiligen und dies bei 100 Prozent Kapitalrückzahlung am Ende der Laufzeit von zehn Jahren", erklärt der Umweltdezernent. Die notwendige Mitgliedschaft bei SolarInvest ist bereits für eine einmalige Gebühr von 100 Euro je Anteil zu ha­ben. Auch die Stadt Eschborn erwarb vor zwei Jahren 100 Genossenschaftsanteile an SolarInvest. 

Die Stadt Eschborn betreibt derzeit fünf eigene größere Photovoltaikanlagen. Die Anlage auf dem Dach des Dienstleistungszentrums wurde sogar mit dem deutschen Solarpreis ausgezeichnet. Die Energiewende schreitet in Eschborn voran. Bereits Anfang 2014 gab es in Eschborn 152 öffentliche und private Solarstromanlagen, die ca. 1,3 Megawatt Strom jährlich einspeisen - eine Steigerung um das sechsfache gegenüber 2008. Bei der Umsetzung des Klimaschutzkonzeptes sind aber weitere Projekte vorge­sehen. 

Erster Stadtrat Thomas Ebert empfiehlt auch privaten und gewerblichen Dacheigentümern, sich mit der Genossen­schaft oder einem vergleichbaren Anbieter zwecks Instal­lation einer Solarstromanlage in Verbindung zu setzen, Flächen zur Verfügung zu stellen und den günstigen Strom vom Dach abzunehmen. 

Interessenten wenden sich entweder an den Klima­schutzmanager der Stadt Eschborn (Edmund Flößer-Zilz, 06196 490-279, klimaschutz(at)eschborn.de) oder direkt an SolarInvest Main-Taunus (Alexander Wenzel, 0172 6508849, info(at)solarinvest-main-taunus.de).