Haushaltsrede von Bürgermeister Adnan Shaikh

Sehr geehrte Herr Stadtverordnetenvorsteher Birkert,

sehr geehrte Damen und Herren der Stadtverordnetenversammlung,

liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt Eschborn,

sehr geehrte Pressevertreterinnen und –vertreter,

 

 

heute darf ich Ihnen den Haushaltplanentwurf der Stadt Eschborn für das Jahr 2021 einbringen.

Erlauben Sie mir vorab einige Vorbemerkungen. Dieses Jahr ist ein besonderes Jahr, in mehrfacher Hinsicht. Zum einen ist dies für mich der erste Haushalt, den ich als Bürgermeister einbringen darf. Doch dies ist kein normaler Haushalt wie jeder andere. Aufgrund der Covid-19-Pandemie haben viele Städte und Gemeinden schon dieses Jahr Haushaltssperren verhängt und vielerorts werden teilweise hohe Defizite für das Haushaltsjahr 2021 geplant. In diesem Jahr wird allen Prognosen nach das Bruttoinlandsprodukt um 6 % zurückgehen, ein ähnlich starker Einbruch wie im Krisenjahr 2009. Im kommenden Jahr ist eine deutliche Erholung vorhergesagt, sofern die Pandemie sich eindämmen lässt.

Die Lage ist volatil.

Dennoch sieht es aktuell so aus, als ob die Stadt Eschborn noch verhältnismäßig gut durch diese Krise gehen könnte. Mit großer Aufmerksamkeit werden wir die Entwicklungen in der Wirtschaftswelt beobachten und den direkten Draht zu unseren Unternehmen weiterhin intensiv pflegen. Denn die finanzielle Leistungsfähigkeit unserer Stadt hängt maßgeblich von der wirtschaftlichen Entwicklung unserer ansässigen Unternehmen ab. Deshalb werden wir unsere erheblichen Anstrengungen im Bereich der Wirtschaftsförderung fortsetzen und unseren Standort stetig weiterentwickeln. Unsere Haushaltsansätze sind vorsichtig gewählt und drücken die wirtschaftliche Unsicherheit, in der wir uns weiterhin befinden, deutlich aus. Doch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind nur die eine Seite.

 

Zum anderen bringe ich diesen Haushalt im Jahr vor der Kommunalwahl ein. Wir alle wissen, wie Haushalte vor Wahlen oft diskutiert werden. Ich möchte mit diesem Haushaltsentwurf, der im Magistrat einstimmig verabschiedet wurde, die Arbeit fortsetzen und angegangene Projekte umsetzen. Uns fehlt es in Eschborn aktuell nicht an großen Projekten. Vor uns stehen viele Projekte, die teilweise schon seit Jahrzehnten diskutiert werden, andere sind seit einigen Jahren in der Diskussion und könnten im kommenden Jahr erheblich vorankommen. Dies setze ich mir mit diesem Haushalt zum Ziel. Ich möchte keine Luftschlösser zeichnen, es gilt Projekte abzuarbeiten!

 

Einen besonderen Dank möchte ich noch vorne anstellen. Dieser Dank gilt dem Fachbereich I Finanzen, mit unserer allseits geschätzten Leiterin Gabi Czeka und ihrem fleißigen Team. Dieser Dank wird jedes Jahr geäußert, doch in diesem Jahr gilt er ungleich mehr als sonst. Die eingangs erwähnte Volatilität der Haushaltslage hat sich nirgends so bemerkbar gemacht, wie bei der Haushaltsplanung für das kommende Jahr. Eilig zusammengestrickte Hilfsprogramme, Ausgleichszahlungen, späte Steuerschätzungen und eine sich ständig verändernde Lage führten in diesem Jahr dazu, dass sich quasi bis zur letzten Minute noch Veränderungen bei den Haushaltsansätzen ergaben. Frau Czeka und ihr Team haben bis zu unsagbar späten Uhrzeiten an den Entwürfen des Haushalts gesessen.

Dies ist alles andere als normal und dafür sei Ihnen sehr herzlich gedankt.

 

 

 

Herr Stadtverordnetenvorsteher, meine sehr geehrten Damen und Herren,

lassen Sie mich nun zum eigentlichen Zahlenwerk kommen. Das Haushaltsvolumen wächst auf über 230 Millionen Euro an. Angesetzt sind Einnahmen in Höhe von etwas über 233 Millionen Euro. Hiervon stellen Steuern und ähnliche Erträge mit über 90% der Summe die größte Position dar. Hierzu möchte ich anmerken, dass wir trotz der schwer absehbaren Haushaltslage auf Kontinuität gesetzt haben. Dies ist auch die Überschrift, unter die ich diesen Haushalt im Corona-Jahr 2020 stelle.

 

Die Stadt Eschborn setzt auf Kontinuität und Verlässlichkeit in schweren Zeiten.

 

Wir stehen sowohl unseren Bürgerinnen und Bürgern, von den jungen Familien bis hin zu den Seniorinnen und Senioren, wie auch unserem wirtschaftlichen Rückgrat, den Unternehmen, verlässlich und konsequent zur Seite.

Einerseits haben wir unseren von der Pandemie hart getroffenen Unternehmen mit Beschluss des Magistrats auf Antrag die Gewerbesteuer gestundet. Andererseits haben wir auch den KITA-Eltern die Gebühren für die Betreuung zunächst nicht eingezogen und schlussendlich erlassen und versucht, so schnell wie es ging trotz der pandemischen Entwicklung eine möglichst breite Betreuung anzubieten.

Diese beiden Maßnahmen wurden zur Spitze der Pandemie zwischen den Fraktionsvorsitzenden und mir einmütig in mehreren Krisenbesprechungen vertrauensvoll und intensiv besprochen und dann vereinbart. Daran zeigt sich, dass wir uns zwar teilweise trefflich in der Sache auseinandersetzen können, aber in Zeiten der Krise handlungsfähig und einig sind. Für Ihr konstruktives und kooperatives Handeln danke ich Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren Fraktionsvorsitzende, sehr herzlich.

Mein Haushaltsentwurf sieht vor, auch im kommenden Jahr auf Steuer- und Hebesatzerhöhungen verzichten. Wir bekennen uns damit als verlässlicher Partner zu unseren Unternehmen und bleiben bei einem wettbewerbsfähigen Gewerbesteuerhebesatz von 330. Erhöhungen der Hebesätze sind meines Erachtens nicht notwendig und auch im Hinblick auf eine möglichst rasche Erholung nicht förderlich. Denn die folgenden Zahlen sprechen für sich:

 

Die Gewerbesteuer ist alleine mit 180 Millionen Euro angesetzt, was rund 20 Millionen Euro unter dem diesjährigen prognostizierten Ergebnis liegt. Der Einkommensteueranteil ist mit 16,8 Millionen Euro deutlich rückläufig, was vor allem auf die verschlechterte Situation auf dem Arbeitsmarkt zurückzuführen ist. Die Umsatzsteuererträge steigen auf 12,2 Millionen Euro, was vor allem auf Sonderzahlungen vonseiten des Bundes zurückzuführen ist. Die Einnahmen Grundsteuer B bleiben konstant bei knapp 2,8 Millionen Euro. Die Grundsteuer A wird mit 10.000 Euro zu Buche schlagen. Unsere Spielapparate- und Spielhallensteuer sinkt im Ansatz auf 400.000 Euro. Die Hundesteuer bringt uns im nächsten Jahr voraussichtlich Einnahmen in Höhe von 75.000 Euro. Ob sich der Aufwand für die Erhebung und Administration dabei mit den Erträgen in einem vertretbaren Verhältnis befinden, ist nach dem ersten Jahr der Erhebung noch nicht absehbar.

Weitere größere Einnahmepositionen bilden vor allem die privatrechtlichen Leistungsentgelte, mit knapp 900.000 Euro und die öffentlich-rechtlichen Leistungsentgelte mit 11,7 Millionen Euro.

 

Unsere Aufwendungen summieren sich auf über 232,5 Millionen Euro. Hierbei stellt sich deutlich dar, dass Eschborn in höchstem Maße solidarisch ist und ein zentraler Akteur in den kommunalen Finanzen der Region. 153,1 Millionen Euro der Gesamtausgaben, das sind etwa zwei Drittel der gesamten Einnahmen und über 72% der geplanten Steuereinnahmen, steuert Eschborn zur Finanzierung anderer Ebenen ab.

Anders ausgedrückt: von jedem Euro Gewerbesteuer, bleiben nur 15 Euro-Cent in der Stadt Eschborn!!

Den größten Posten bildet hierbei die Kreisumlage in Höhe von 53,3 Millionen Euro. Die Schulumlage beträgt 25,2 Millionen Euro. In den kommunalen Finanzausgleich fließen über die Solidaritätsumlage 41,3 Millionen Euro, über die Gewerbesteuerumlage 19 Millionen Euro und über die Heimatumlage 11,9 Millionen Euro. Dies ist Geld, welches Eschborner Steuerzahler erwirtschaften und welches in anderen Kommunen hoffentlich sinnvoll zum Einsatz kommt und gerade in diesen haushälterisch schwierigen Zeiten segensreich ist. Durch eine einmalige Sonderzuweisung des Bundes für Gewerbesteuerausfälle noch in dem laufenden Jahr in Höhe von rund 20 Millionen Euro, sind die hohen Steigerungen der Umlageverpflichtungen im nächsten Jahr zu erklären.

Weitere Ausgabenschwerpunkte im Ergebnishaushalt stellen vor allem die Ausgaben für das Personal dar, welche sich auf knapp unter 33 Millionen Euro im Ansatz belaufen werden. Zunehmend problematisch stellt sich für uns die Gewinnung von Fachkräften dar. Während wir erfreulicherweise im Sozialbereich in diesem Jahr neues Personal gewinnen konnten, haben wir vor allem in der Bauverwaltung noch erhebliche Lücken. Hier ist qualifiziertes Personal weiterhin Mangelware, auch in den Zeiten der sich verschlechternden konjunkturellen Lage. Die zahlreich geplanten Maßnahmen können wir nur dann umsetzen, wenn wir entsprechend nachsteuern. Dies gilt nicht nur für die Begleitung großer Projekte, sondern auch für die Erneuerung und den Ausbau unserer stellenweise in die Jahre gekommenen Infrastruktur. Dies ist ein weiterer Grund, weshalb wir bewusst auf Kontinuität setzen und das Abarbeiten von geplanten und laufenden Projekten vor die Einbringung neuer Themen stellen.

Die Sach- und Dienstleistungen summieren sich im kommenden Jahr auf 25,8 Millionen Euro und bleiben damit annähernd auf dem Niveau von 2020. Hierunter fallen unter anderem das Liegenschafts- u. Gebäudemanagement mit 1,5 Mio Euro, der Brandschutz mit 1,2 Mio Euro, die städtische Kinderbetreuung mit 3,7 Mio und das Wiesenbad mit 1,5 Mio.

Lassen Sie mich diese Zahlen etwas einordnen. Erfreulicherweise kann ich Ihnen einen Haushalt vorlegen, der im Ergebnisteil positiv abschließt, mit einem Überschuss von 4 Millionen Euro. Dies ist ein erfreuliches Signal im Sinne einer generationengerechten und zukunftsfähigen Haushaltsführung. Ich werde weiterhin anstreben unsere Haushaltspolitik solide und verlässlich fortzuführen und die „Schwarze Null“ auch in schweren Zeiten zum Ziel zu setzen.

Gleichzeitig wollen wir auch weiter kräftig investieren. Im nächsten Jahr streben wir ein Investitionsprogramm in Höhe von 17,2 Millionen Euro an. Wobei ich Ihnen schon jetzt ankündige, dass ich an zwei Stellen noch Ergänzungen dazu vorschlagen werde.

Lassen Sie mich exemplarisch zunächst einige große Projekte nennen.

Für unsere Sicherheit haben wir in diesem Jahr mit der Einweihung des Notfallzentrums bereits einen großen Schritt getan. Doch ist unsere Feuerwehr auch darauf angewiesen, dass sie zeitgemäße und gut ausgestattete Fahrzeuge hat. Deshalb werden wir im nächsten Jahr für beide Feuerwehrstandorte Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeuge – kurz HLF 20 – gemäß dem einstimmig beschlossenen Bedarfs- und Entwicklungsplan der Feuerwehr anschaffen.

 

Dies sind quasi die Schweizer Taschenmesser unter den Feuerwehrfahrzeugen und bieten für die immer komplexer werdenden Anforderungen an die Feuerwehr passgenaue Lösungen. Insofern werden diese Fahrzeuge von beiden Standorten der Freiwilligen Feuerwehr schon dringend erwartet, um ein beschädigtes Fahrzeug zu ersetzen und ein Fahrzeug am Ende seiner Einsatzzeit auszutauschen. Zur Komplettierung des bereits erwähnten Projekts „Notfallzentrum“ streben wir an, im kommenden Jahr auch den Endausbau des Übungsraums für 182.000 Euro abzuschließen. Dies ist für uns ein starkes Bekenntnis zum Ehrenamt bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Ein großer Schwerpunkt liegt für uns im Bereich der Sportförderung. Dies hat sich vor allem in Zeiten von Corona gezeigt. Sowohl das Schwimmbad als auch die Außensportanlagen erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Auf der Westerbach-Sportanlage planen wir deshalb einen ökologisch unbedenklichen Kunstrasenplatz mit neuer Beleuchtung für rund 1,5 Millionen Euro, ebenso sind zwei Kleinsportfelder am Standort des neuen Jugendhauses für 420.000 Euro vorgesehen. Für die Heinrich-Graf-Sportanlage sehen wir für notwendige Instandhaltungsmaßnahmen 400.000 Euro vor. Die Multisportanlage in der Hanny-Franke-Anlage wird für 280.000 Euro erneuert.

 

Für den Bau eines 50-Meter-Beckens haben wir aus den Vorjahren Ansätze in Höhe von 14 Millionen Euro übertragen, von daher werden Sie keinen weiteren Betrag für das kommende Jahr finden. Den Bau der 2-Feld-Sporthalle an der Heinrich-von-Kleist-Schule werden wir im kommenden Haushaltsjahr abschließen. Dies ist ein Bekenntnis zu unserer jüngeren Generation.

Einer meiner weiteren Schwerpunkte liegt bei der Digitalisierung. Hier haben wir 220.000 Euro für den Digitalausbau unserer Liegenschaften angesetzt und zur Aufrüstung unseres Netzwerkknotens. 50.000 Euro sind für Personalschulung vorgesehen, 187.000 Euro für die Anschaffung von benötigter Software. Mit dem ambitionierten Ziel, das Digitale Rathaus in den kommenden zwei Jahren zur Umsetzung zu bringen sowie gleichzeitig auch ein leistungsfähiges Bürgerbüro einzurichten und im kommenden Jahr im Angebot dessen zu erweitern, haben wir auch Mittel für den Erwerb von IT-Programmen eingestellt. Auch personell haben wir an dieser Stelle aufgerüstet.

 

Doch neben der Digitalisierung der Verwaltung, sind auch unsere Schulen wichtig. Dort werden wir dem Main-Taunus-Kreis als Schulträger weiterhin bei der Umsetzung der Digitalen Schule unterstützen. Denn – das wurde uns allen in diesem Jahr so deutlich wie nie zuvor – hier müssen wir mit großen Schritten vorangehen, um im internationalen Vergleich verlorenen Boden gut zu machen. Das finanzielle Engagement Eschborns ist hier alles andere als selbstverständlich, denn über die Schulumlage beteiligen wir uns bereits in der Größenordnung eines gesamten Schulneubaus pro Jahr. An vielen Stellen ergänzen wir so den Schulträger in seinen Aufgaben.

Diese Anstrengungen unternehmen wir, um Eschborn als familienfreundliche Stadt zielgerichtet weiterzuentwickeln. Besonders deutlich lässt sich dieser hohe Stellenwert, den wir unseren Familien geben, an den Ausgaben für die Kindertagesstätten ablesen. Diesen Bereich unterstützen wir mit annähernd 15 Millionen Euro pro Jahr. Diese Beiträge kommen den Eltern unmittelbar zu Gute in Form von sehr geringen Betreuungsgebühren.

 

Ein Bereich von dem die nachfolgenden Generationen ebenfalls profitieren werden, sind unsere Investitionen in die Infrastruktur.

Diese kann man in drei große Bereiche aufteilen. Erstens, unsere städtischen Liegenschaften:

Bei diesen fällt einem natürlich zunächst der Rathaus- und Stadthallenkomplex ein. Hier leisten wir wichtige Vorarbeit, um unserem Ziel der Rathaussanierung und dem Stadthallenneubau näher zu kommen. Wir streben an, dass hier mit den höchsten Standards in Punkto Nachhaltigkeit gearbeitet wird, sodass dieses Projekt positive Strahlkraft und Vorbildfunktion erfüllen kann.

 

Ein weiteres Projekt, welches wir hoffentlich nächstes Jahr schon beginnen können, ist die Alte Mühle. Die Alte Mühle ist ein zentrales Identifikationsmerkmal unserer Stadt. Insofern freue ich mich sehr darüber, dass die Stadtverordnetenversammlung ein Konzept aufgestellt hat, wie dieses historische Gebäude wieder mit Leben gefüllt werden kann. Hierfür haben wir Mittel in Höhe von 4,25 Millionen Euro vorgesehen. Wie ich bereits eingangs bei meinem Bericht erwähnt hatte, ist der Planer für dieses Projekt bereits ausgewählt und kann Vorbereitungen treffen.

 

Zweitens peilen wir für das kommende Jahr umfangreiche Arbeiten bei den Kanal- und Wasserleitungen an. Wo möglich, verbinden wir dies mit einer Sanierung der jeweiligen Straße. So halten wir die Eingriffe für die Bürger in verhältnismäßigem Rahmen und können größeres Verständnis für die Beeinträchtigungen erwirken.

 

Der dritte und vermutlich für die Bürger und Wirtschaft spürbarste Bereich, ist der Bereich der Mobilitätsinfrastruktur. Dies ist die Achillesferse Eschborns. Aktuell ist aufgrund von Corona eine hohe Quote an Homeoffice-Arbeit bei vielen Arbeitgebern zu verzeichnen, auch bei uns im Rathaus. Dies mindert die hohen Verkehrsbelastungen. Doch ob dies auch eine Entwicklung von Dauer sein wird, ist zu bezweifeln. Deshalb arbeiten wir weiterhin mit Hochdruck daran, unsere Verkehrsinfrastruktur zu verbessern. Neben den geplanten Veränderungen des Eschborner Bahnhofsumfeldes im nächsten Jahr für 300.000 Euro und einem hohen Planungskostenzuschuss für die Deutsche Bahn hinsichtlich des geplanten Umbaus, finden Sie auch wieder Mittel für den barrierefreien Ausbau der Bushaltestellen. Das nachbarschaftliche Projekt des Radwegs zwischen Niederhöchstadt und Steinbach werde ich ebenfalls mit Nachdruck vorantreiben. Zuvor hatte ich erwähnt, dass ich der Stadtverordnetenversammlung noch eine Ergänzung zum Haushalt vorschlagen werde. Dies sind die Planungsmittel für die planfestgestellte Süd-Ost-Verbindung. Für diese Lösung kämpfen Eschborner Kommunalpolitikerinnen und -politiker schon seit Jahrzehnten. Dem kürzlich gefassten Beschluss der Stadtverordnetenversammlung möchte ich Rechnung tragen, indem ich zunächst Mittel für die Planung in Höhe von 250.000 Euro in den Haushalt einstellen werde.

 

Nicht zuletzt wegen der für uns alle wichtigen Hilfsfristen der Feuerwehr darf ich Ihnen in Erinnerung rufen, dass das Notfallzentrum bei der Standortauswahl bewusst mit der Süd-Ost-Verbindung geplant wurde.

Auch zur Realisierung der von uns allen dringend erwarteten Regionaltangente-West werden weitere Mittel in Höhe von 1,5 Millionen Euro bereitgestellt. Dies ist für uns das maßgebliche Projekt, um die Menschen mit einer nachhaltigen Mobilitätslösung im Öffentlichen Personennahverkehr nach Eschborn zu bringen und für die Eschborner eine Direktverbindung zum Frankfurter Flughafen zu erhalten.

Das Thema Klimaschutz, Verringerung der CO2-Emmissionen und Nachhaltigkeit wird bei mir großgeschrieben. Bei allen oben beschriebenen Großprojekten planen wir mit höchsten Ansprüchen an die Effizienz und die Nachhaltigkeit der Gebäude. So wollen wir unserer Verantwortung für die kommenden Generationen gerecht werden. Deshalb werde ich das Klimaschutzprogramm fortschreiben und es mit 330.000 Euro mit deutlich mehr Mitteln ausgestatten als bisher. Zusätzlich habe ich 110.000 Euro für nachhaltige Energieanlagen eingeplant, um beispielswiese die städtischen Flächen für Photovoltaik sukzessive auszubauen.

 

Kulturell soll das kommende Jahr unter dem Motto „Plus 1“ stehen. Eigentlich hätten wir in diesem Jahr rauschende Feste feiern wollen, anlässlich der 1250-Jahr-Feier in Eschborn. Wie Sie alle wissen, konnte dies aus bekannten Gründen nicht stattfinden. Mit viel Optimismus ausgestattet, hoffe ich deshalb sehr, dass wir im kommenden Jahr all das nachholen können, was wir uns für dieses Jahr vorgenommen hatten.

Einen Punkt, der in den vergangenen Jahren oft kontrovers diskutiert wurde, ist das Kultursponsoring. Auch ich habe in der Vergangenheit durchaus eine Überprüfung der Sinnhaftigkeit und die Art der Vergabe dieser Ausgaben angeregt. Trotzdem haben wir auch in diesem Jahr 417.000 Euro unter diesem Punkt angesetzt. Dies enthält 215.000 Euro für das Radrennen rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt und je 50.000 Euro für die Oper Frankfurt, das English Theatre, das Filmmuseum Frankfurt und für das Dialogmuseum Frankfurt 20.000 Euro. Dazu ist noch ein Budget von 30.000 Euro für kleinere Kultureinrichtungen vorgesehen, welches vom AJSS ausgewählt werden sollen.

 

Damit stellen wir auch den Punkt Kultursponsoring unter die Überschrift dieses Haushalts. Wir als Stadt Eschborn sind ein verlässlicher Partner gerade in Zeiten der Krise. Deshalb halte ich es für geboten, diesen Institutionen ein positives Signal zu senden. Denn sie wurden von der Pandemie hart getroffen, dadurch das ihr Programm zwischenzeitlich komplett eingestellt werden musste und bis heute keine Normalität einkehren konnte.

 

Doch neben den Festivitäten und der Hochkultur, bekenne ich mich zu dem Rückgrat unserer Stadtgesellschaft. Dies sind unsere Vereine und unsere zahlreich ehrenamtlich Engagierten. Hier gilt es zu fördern, wertzuschätzen und weiteres Engagement zu entfachen. Dieses Bekenntnis und die hohe Priorität drücken sich auch finanziell deutlich aus. So bemisst sich die direkte Vereinsförderung auf über 1,5 Millionen Euro. Darin sind Baumaßnahmen und kostenfrei überlassene Liegenschaften noch gar nicht beinhaltet. Dies ist ein Beitrag, der wegweisend ist. Aber, selbst in diesem von Corona gezeichneten Jahr, hat sich gezeigt, dass die Krisenfestigkeit bei unseren Vereinen hoch ist und die Motivation der Mitglieder für gemeinschaftliche Aktionen noch höher.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hatte eingangs einen großen Dank an unsere Finanzverwaltung gerichtet. Doch sie sind nicht die einzigen, denen in diesem Jahr mein großer Dank gilt. Grundsätzlich muss ich feststellen, dass es im Rathaus unheimlich viele kreative und sehr fleißige Köpfe gibt, die sich gerade in der Zeit des Lockdowns und auch danach viele Gedanken gemacht haben, wie wir in Eschborn in bewegten Zeiten einen Hauch von Normalität erwirken können. Neben dem umfangreichen Kulturprogramm mit Summertime Light haben wir auch unsere Aktionswochen zum Stadtradeln und die Faire Woche mit vielen Aktionen unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit durchgeführt und auf deren wichtigen Ziele hingewiesen.

Der Sozialbereich hat vielen Menschen, die in diesem Jahr besonders hart getroffen waren, eine große Unterstützung geboten. Und auch für die Seniorinnen und Senioren wurde in diesem Jahr trotz der schwierigen Umstände einiges geboten, immer unter Beachtung aller notwendigen Vorsichtsmaßnahmen.

 

Deshalb möchte ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus sehr herzlich danken. Der öffentliche Dienst hat in diesem Jahr ganz besonders zeigen müssen, dass auch in schlechten Zeiten auf ihn Verlass ist. Und nach einer Rückschau auf alle Aktivitäten der Stadt in diesem Jahr lässt sich zusammenfassen, dass dieses Jahr zwar nicht normal war, aber die Stadt sehr vieles unternommen hat, um uns allen das Leben ein wenig angenehmer zu gestalten.

In den Beratungen, die jetzt zum Haushaltsplanentwurf 2021 folgen, stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung und ich als verantwortlicher Kämmerer für weitere und ausführlichere Informationen gerne zur Verfügung.

Ich freue mich auf die weitere Beratung im konstruktiven Geiste und den Bürgerinnen und Bürgern Eschborns verpflichtet. Der Haushaltsplan ist hiermit eingebracht und liegt Ihnen nun zur Beratung vor.

Herzlichen Dank!

 

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