Stadt Eschborn wertet Gemarkung ökologisch auf

„Wir haben bereits 14 Blühstreifen angelegt. Vom Südbahnhof bis zum Bachgarten in Niederhöchstadt“, berichtet der Eschborner Gründezernent Heinz O. Christoph, „das Thema Biodiversität ist längst auch in Eschborn angekommen.“

Auf der Grundlage eines Stadtverordnetenbeschlusses und auf Einladung des Gründezernenten sind im Juli erstmals Vertreter der städtischen Verwaltung, der Fraktionen, des Ortsbauernverbandes, der Jagdgenossenschaft und Jagdpächter zu einem Gespräch im Rathaus zusammengekommen. Das Thema war die ökologische Aufwertung der Stadt Eschborn und ihrer Gemarkung. „Unser Appell richtet sich unter anderem an Landwirte, Hobbygärtner und Grundstückspächter, ebenfalls aktiv etwas für die Artenvielfalt von Bienen, Insekten und Wildtieren zu unternehmen.

Auch die Stadt Eschborn will weitere größere städtische Flächen zu Blühflächen entwickeln. Daher wurde das Darmstädter Büro Ökoplanung beauftragt, Vorschläge und Maßnahmen zu erarbeiten, um Eschborn ökologisch aufzuwerten und einen Beitrag zu leisten, die Artenvielfalt zu erhalten und dem Sterben von Bienen und anderen bedrohten Insektenarten entgegenzuwirken.

Das Büro Ökoplanung hat zu Beginn der Veranstaltung eine Bestandsanalyse präsentiert und erste Ideen und Handlungsempfehlungen für die Umwandlung von Grünland bzw. Wiesen in Blühflächen aufgezeigt. Daneben berichteten sie auch über Fördermöglichkeiten vom Land und gaben eine grobe Kostenkalkulation.

„Das optimale Ziel wäre ein vernetztes blühendes Band, das sich durch die Eschborner Gemarkung zieht“, unterstrich Gründezernent Christoph vor den interessierten Gästen.

Im Anschluss an die  Präsentation erfolgte eine rege Fachdiskussion. Neben den Standpunkten von Vertretern der Politik, der Landwirtschaft, wurden auch Sichtweisen der örtlichen Jäger mitgeteilt  Erfreulich ist, dass die örtlichen Landwirte generell nicht abgeneigt sind, zeitweise und partiell Blühstreifen anzupflanzen. Ein gutes Beispiel sind die in Niederhöchstadt im Übergang zur Gemarkung Kronberg angelegten Blühwiesen, die als sogenannte Zwischenfrucht für Bienen von Bedeutung sind. Dafür gab es von den anwesenden Imkern ein großes Lob.

Christoph betonte, dass der Appell nicht als Vorgabe an die örtlichen Landwirte und Grundstückbesitzer verstanden werden soll, sondern vielmehr als eine Anregung zur Umstellung der Nutzung. Die Stadt Eschborn geht hier beispielhaft voran: „Biodiversität ist ein großes Thema, für das wir die Landwirte, aber auch die Bürgerinnen und Bürger sensibilisieren und einbinden möchten.“

Als nächstes soll ein Arbeitskreis gegründet werden, der sich im September zum ersten Mal trifft, um erste Maßnahmen zu realisieren. „Wir sind gemeinsam mit der Landwirtschaft auf einem guten Weg, den wir weiter gehen werden“, freut sich der Eschborner Gründezernent.