Stadt verkauft SOS-Notfalldose

„Haben Sie schon eine Notfalldose im Kühlschrank“, fragt Seniorendezernent Helmut Bauch. Hierbei handelt es sich nicht um eine Spardose mit einem Notgroschen. Die Notfalldose enthält alle wichtigen medizinischen Daten. Rettungskräfte haben so im Notfall alle notwendigen Angaben schnell verfügbar und können rasch helfen.

Im Eschborner Rathaus und in der Verwaltungsstelle Niederhöchstadt werden ab Mittwoch, dem 20. November 2019, Notfalldosen zu einem Preis von einem Euro verkauft. Seniorendezernent Helmut Bauch freut sich, dass dieser hilfreiche Gegenstand auf diesem einfachen Wege auch für Eschborner Senior*innen erhältlich ist. Alle Beteiligten des Eschborner Seniorennetzwerkes wirken mit, die Notfalldose bekannt zu machen und helfen gerne beim Ausfüllen des innenliegenden Informationsblatts mit.

Passiert ein Notfall zu Hause, zum Beispiel ein Sturz oder ein Schlaganfall, ist schnelle Hilfe wichtig. Für eine optimale Behandlung des Patienten braucht der Rettungsdienst wichtige Informationen zu seinem Gesundheitszustand. Hierzu gehören vor allem Vorerkrankungen, Allergien und Unverträglichkeiten, die Blutgruppe oder auch die Einnahme von Arzneimitteln.

Oft verstreichen wertvolle Minuten, bis der Notarzt alle Daten erfragt hat. Häufig sind die betroffenen Menschen durch den Unfall so verwirrt, dass sie keine konkreten Angaben machen können, Daten durcheinanderbringen oder wichtige Angaben vergessen. Auch Familienangehörige wissen nicht immer über die Arzneimitteleinnahme des Vaters oder der Tante Bescheid. Dies gilt auch für Freunde oder Nachbarn, wenn sie den Notdienst gerufen haben. Liegen Informationen zum Gesundheitszustand in einer Schublade oder in einem Aktenordner, wird sie ein Helfer kaum finden.

Der Kühlschrank als Aufbewahrungsort hat sich deshalb bewährt, da sich in jeder Wohnung ein Kühlschrank befindet, der sich auch in einer fremden Wohnung leicht finden lässt.

Zur Information für den Rettungsdienst wird ein entsprechender Aufkleber auf Augenhöhe an der Innenseite der Wohnungstür oder bei Hauseigentümern an der Innenseite der Haustür angebracht. Ein zweiter Aufkleber kommt außen an die Kühlschranktür. So sehen Rettungskräfte beim Betreten der Wohnung gleich, ob eine Notfalldose vorhanden ist und wo sie die Notfalldaten ohne langes Suchen finden.

In die Notfalldose kommt ein Notfallformular, auf dem alle wichtigen Informationen stehen.

Dies sind:

  • Name, Vorname, Anschrift, Telefonnummer der Person (mit aktuellem Foto zur schnellen Identifizierung)
  • Kontaktdaten des Hausarztes
  • Namen von Angehörigen/Freunden, die informiert werden müssen
  • Informationen zu bekannten Erkrankungen, Allergien, Unverträglichkeiten
  • Welche Medikamente müssen regelmäßig genommen werden?
  • Aufbewahrungsort der Medikamente
  • Hinweise auf eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht
  • Müssen Menschen und Tiere bei plötzlicher Abwesenheit versorgt werden?

In die Notfalldose passen neben dem Notfallformular auch Beipackzettel von eingenommenen Medikamenten. Gibt es weitere gesundheitsrelevante Daten, die nicht in die Dose passen, kann auf dem Notfallformular notiert werden, wo diese zu finden sind.

Während man in einer Notsituation unter Stress steht und befürchten muss, nicht all wichtigen Daten dem Rettungsdienst mitzuteilen, kann man das Notfallformular in Ruhe zu Hause ausfüllen und dann in der Notfalldose aufbewahren. Ändern sich manche Angaben wie zum Beispiel die Medikamenteneinnahme, können diese auf dem Notfallformular leicht geändert werden.

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