Wichtiger Baustein der Berufsorientierung

Die Städtische Jugendarbeit präsentiert HvK-Schülern beim Berufe-Parcours vier Tätigkeitsbereiche.

Über drei Vormittage hinweg hatten rund 60 Schülerinnen und Schüler der siebten Haupt- und Realschulklassen der Heinrich-von-Kleist-Schule die Gelegenheit, in vier Berufszweige reinzuschnuppern. Jeweils eine Stunde lang durften sich die Jugendlichen an bestimmten Aufgabestellungen in den verschiedenen Bereichen ausprobieren. Bereits zum elften Mal veranstaltete die städtische Jugendarbeit diesen "Berufe-Parcours" im Jugendzentrum in der Jahnstraße. „Die Kids finden das total klasse, weil sie hier praktische Erfahrungen sammeln können“, erzählt Angelika Ries. "Wir geben ihnen allerdings keine konkreten Anweisungen, sondern nur ein wenig Hilfestellung, auch durch aktuelle Auszubildende. Letztlich sollen sie ja auch rauskriegen, ob die jeweilige Branche etwas für sie wäre oder ihnen gar nicht liegt." Ganz bewusst würden daher auch keine bestimmten Ausbildungsberufe, sondern nur Tätigkeitsbereiche abgebildet werden.

 

So konnten die Schüler in der Werkstatt ein eigenes Verlängerungskabel bauen, das sie dann auch mit nach Hause nehmen durften. Für das Flicken eines Fahrradreifens und das Ausmessen einer zu tapezierenden Wand reichte allerdings meistens die Zeit nicht mehr. Im Pflegebereich galt es, eine Babypuppe zu wickeln, Medikamente - in diesem Fall bunte Smarties - nach Einnahmezeiten vorzusortieren sowie eine kranke Person im Bett richtig zu lagern. In der Verwaltung / Verkauf sollten die Jugendlichen einen Text für den Anrufbeantworter entwerfen und aufsprechen, zum Beispiel nach Handykauf ein Reklamationsgespräch führen sowie im Internet drei Angebote für einen Prospektständer recherchieren. Um eine Mini-Inventur mit Nachbestellung fürs Getränkelager ging es im Gastronomiebereich; außerdem wurde - aus fair gehandelten, regionalen Lebensmitteln - ein Gemüseteller geschnibbelt und angerichtet sowie ein Tisch fürs Zweigang-Menü eingedeckt. In den abschließenden Reflexionsrunden konnten die Schüler konkrete Fragen zur Ausbildung loswerden.

 

"Je früher wir mit einer solchen Potenzialanalyse bei den Jugendlichen anfangen, desto wichtiger ist das", weiß Bürgermeister Adnan Shaikh und ergänzt: "Die Haupt- und Realschüler haben in der 5. und 6. Klasse das Fach Arbeitslehre, so dass dieser Berufe-Parcours in der 7. Klasse einen wesentlichen Baustein in der modularisierten Berufsorientierung darstellt. So können sie hier - niederschwellig - schon mal austesten, wo ihre Stärken und Schwächen liegen, damit sie in der 8. Klasse ihr erstes Praktikum gezielter aussuchen und absolvieren."

 

Auch die enge Kopplung an die IHG und die örtlichen Handwerksbetriebe sei wertvoll, „denn wir wollen es schaffen, die Jugendlichen möglichst ‚im Ort für den Ort‘ in Ausbildungsplätze zu vermitteln, damit die potenziellen Fachkräfte hier in Eschborn bleiben.“ Shaikh will dieses Projekt des Berufe-Parcours fortführen und regelmäßig evaluieren, um es noch passgenauer zu machen.

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