Wie erteile ich eine Vollmacht und an wen?

Ein gewerblicher Anbieter verteilt gelb-rote Flyer mit einem angeblichen Rund-um-Sorglos-Paket für Senioren in Eschborn.

Wäre es nicht praktisch, wenn eine mir nahestehende Person oder ein Hauswirtschaftlicher Hilfsdienst eine Vollmacht von mir erhält und alle Behörden- und Bankgeschäfte für mich erledigen kann? Wenn sie meine Wohnung kündigen oder Briefe bei der Post abholen kann? Seniorendezernent Helmut Bauch hofft, dass Sie beim letzten Satz gestutzt haben. Zu Recht!

Mit einer Vollmacht kann die eingesetzte Person Gutes tun und im Sinne des Vollmachtgebers handeln, aber die eingesetzte Person kann dem Vollmachtgeber auch schaden.

Nicht ohne Grund bietet die Stadt Eschborn regelmäßige Veranstaltungen zum Betreuungsrecht, Vorsorgevollmachten und Patientenverfügungen an. Wenn nun ein Hilfsdienst mit gelb-roten Flyern seine Unterstützung in allen Lebenslagen für Seniorinnen und Senioren anbietet, lässt man sich vielleicht gerne informieren. Hier werden unter anderem auch Behördengänge als Leistungen angeboten.

Behördengänge allein, ohne die Seniorin oder den Senior, setzen eine Vollmacht voraus. Dieser Dienst des gelb-roten Flyers ist nicht unter seiner Adresse in Frankfurt beim Gewerbeamt gemeldet. Auch das Frankfurter Amt für Altenhilfe kennt diesen Anbieter nicht, obwohl er doch schon über 60 Jahre in Deutschland tätig sein soll. Ohne Anwesenheit einer fitten, vertrauten Person sollte kein Beratungsgespräch in der eigenen Wohnung vereinbart werden, rät Seniorendezernent Herr Bauch.

Hilfe bei Behördenangelegenheiten gibt es kostenfrei bei den Eschborner Senioren-Wohnberatern Sabine Maessen und Ali Kacar. „Hier sind Sie auf der sicheren Seite“, sagt Seniorendezernent Bauch überzeugt.