Eritreischer Abend des Arbeitskreises Flüchtlinge

Am Donnerstag, den 20. September 2018, fand innerhalb der interkulturellen Wochen 2018 ein eritreischer Abend statt. Die deutsch-eritreische Gesellschaft war mit vier Referenten vertreten. Herr Böttcher, Frau Khaleab, Herr Adem und Herr Hadgu referierten über die Geschichte, Religion und politische Lage in Eritrea: Während der Kolonialzeit wurde Eritrea hauptsächlich von Italien besetzt und auch dementsprechend von der italienischen Bauweise und Religion beeinflusst. Während des Zweiten Weltkrieges jedoch gewann Großbritannien in den Kolonialstaaten gegen Italien und verwaltete nach Ende des Krieges im Auftrag der UNO das Land. Schließlich wurde Eritrea auf Beschluss der UNO in eine Föderation mit Äthiopien entlassen und vom äthiopischen Kaiser zur Provinz Äthiopiens erklärt. Es begann ein 30-jähriger Krieg für die Unabhängigkeit Eritreas. Nach Kapitulation der äthiopischen Truppen stellte die Befreiungsfront EPLF die provisorische Regierung und in einem von der UNO beaufsichtigten Referendum wählten 99,1 Prozent der Eritreer für die Unabhängigkeit.

Trotz der Anerkennung Eritreas, herrschte an der Grenze zu Äthiopien weiterhin Krieg. Erst jetzt sind beide Parteien dabei, sich zu einigen und einen Friedensvertrag zu unterschreiben. Die Grenzen wurden mittlerweile schon geöffnet.

Der Krieg für ein unabhängiges Land verursachte die erste Flüchtlingswelle aus Eritrea. Viele der Geflüchteten waren sehr gebildet und haben sich mittlerweile in Deutschland und anderen Ländern ein gutes Leben aufgebaut. Mittlerweile leben diese Flüchtlinge schon in der zweiten oder dritten Generation hier.

Mit der neuen Flüchtlingswelle 2015 kamen erneut auch Eritreer nach Deutschland. Hier sind die Gründe individueller und vielfältiger als in der ersten Flüchtlingswelle aus Eritrea. Als Hauptgrund könnte man den Militärdienst nennen, den mittlerweile jeder und jede in Eritrea absolvieren muss. Obwohl dieser auch Möglichkeiten der beruflichen Entfaltung bietet, schreckt er doch viele ab.

Letztendlich jedoch ist es wichtig und da konnte man sich nach einer intensiven Diskussion über Fluchtgründe einigen, dass man den jetzigen Flüchtlingen hilft, ein neues Leben anzufangen, was vor allem das Finden von Arbeit und das Erlernen der deutschen Sprache betrifft.

Der Abend war ein voller Erfolg und dauerte statt der geplanten zwei Stunden sogar vier Stunden. Die Stadt Eschborn bedankt sich herzlich bei der deutsch-eritreischen Gesellschaft Frankfurt für den Vortrag und hofft hinsichtlich der Integration der Eritreer aus Eschborn auf Unterstützung.

Dieter Storck und Daniela Lieske, die beiden städtischen Koordinatoren der Flüchtlingsarbeit beantworten gerne Fragen und informieren bei Interesse an einer Mitarbeit im Arbeitskreis Flüchtlinge.

Kontakt: fluechtlinge(at)eschborn.de

Telefon 06196/490-420 oder -587