Mehr tödliche Unfälle im Haushalt als auf der Straße

2015 sind 9.815 Menschen im Haushalt gestorben, im Straßenverkehr „nur“ 3.500, diese Zahlen konnte man am 5. Februar auf spiegel-online.de lesen. Insbesondere ältere Menschen sind durch nachlassende Seh- und Muskelkraft betroffen. Schätzungen des Robert-Koch-Instituts gehen von 3,15 Millionen Unfällen aus.

Ein Klassiker für folgenschwere Stürze stellt das Fensterput-zen dar. Wann ist der Zeitpunkt gekommen, nicht mehr auf Leitern, Stühle oder Fensterbretter zu steigen? „Diese Frage kann jeder und jede für sich selbst beantworten. Stellen Sie sich mit den Putzmitteln in der Hand auf dem Fußboden auf ein Bein und wechseln Sie  nach einigen Sekunden das Standbein“, empfiehlt Altenhilfeplanerin Susanne Däbritz. Wer dabei Probleme hat und ins Straucheln kommt oder wer beim Anziehen von Hosen, Strümpfen und Schuhen lieber sitzt oder sich festhält, sollte Stühle und Leitern meiden und sich Unterstützung holen.

Das Stolpern über Teppichkanten und lose Kabel des Tele-fons oder des Staubsaugers führt ebenfalls schnell zu den gefürchteten Schenkelhalsbrüchen. Die Eschborner Senio-ren-Wohnberatung bietet kostenfreie Beratung in den eige-nen vier Wänden. „Manchmal führen wir richtige Verhand-lungen mit der Seniorin, ob eine hochgebogene Teppichkante nun eine Stolperfalle ist oder nicht, schließlich sei ja noch nie etwas passiert“, berichtet Ali Kacar, Eschborner Senioren- und Wohnberater. Auch die Sinnhaftigkeit schnurloser Telefonstationen am Bett und im Wohnzimmer, ggf. noch im Flur, wird durchaus eingesehen. Trotzdem kommt das Ar-gument,  das alte Telefon sei doch noch gut und man habe sich daran gewöhnt. „Manchmal muss sich etwas ändern, damit alles so bleiben kann wie es ist“, sagen die Fachleute Däbritz und Kacar, „wer auch im hohen Alter zu Hause leben möchte, muss einiges anders machen, als bisher, dann funk-tioniert es auch.“