Seit zwei Jahren Wohnraumberatung

Stadt Eschborn unterstützt beim Umbau von Wohnung oder Haus

Der große Wunsch vieler Menschen ist es, auch bei eingeschränkter Mobilität in der eigenen Wohnung oder dem Haus bleiben zu können. Dies wissen nur allzu gut die städtischen Wohnraumberater  Sabine Maessen und Ali Kacar. Beide sind Mitarbeiter der städtischen Seniorenarbeit und beraten seit 2015 nicht nur Senioren sondern alle Eschborner Bürgerinnen und Bürger, die ihre Wohnung oder ihr Haus mobilitätsgerecht umbauen möchten. Seniorendezernent Helmut Bauch und Erster Stadtrat Thomas Ebert sind sich einig, dass dies eine gute Sache ist.

Menschen mit körperlichen Einschränkungen können unter den Telefonnummern  06196 490-857 oder -343 einen Termin vereinbaren: „Ohne Hausbesuche geht es natürlich nicht“, so Ali Kacar, „Bei dem Ortstermin wird zusammen mit der betroffenen Person geschaut, welche Probleme bestehen und gemeinsam bespricht man, welche Lösungen sinnvoll sind und realisiert werden können.

Im zweiten Schritt wird geklärt, welche Möglichkeiten der Finanzierung bestehen. „Welche Zuschüsse für wen in Frage kommen, ist eine weitere Aufgabe der Wohnungsberatung“,
so Maessen. Kommen die Ratsuchenden an diesem Punkt alleine weiter, endet hier die Arbeit der Beratung. „Aber gerade bei älteren Menschen“, so Seniorendezernent Bauch, „geht die Arbeit für die städtischen Mitarbeiter oft weiter.“ Es müssen

  • Anträge für die verschiedenen Zuschüsse gestellt,
  • Angebote von Handwerkern eingeholt,
  • die Auswahl des Handwerkers getroffen und
  • die Arbeiten koordiniert und abgenommen werden.
  • Ggfs muss für die Zeit der Bauarbeiten auch ein Ausweichquartier gefunden werden.


„10 bis 15 Stunden Arbeitszeit kommen da schnell zusammen“, weiß Seniorenberater Ali Kacar. Bei zwei von ihm begleiteten Umbauprojekten reichte allerdings dieser Zeitansatz nicht aus. „Im sogenannten Hanseatenviertel waren in Hochhäusern die Zugänge durch vier Treppenstufen für etliche langjährige Eigentümer der Wohnungen nicht oder nur sehr eingeschränkt nutzbar“, erzählte Ali Kacar. Der Eschborner Wohnberater prüfte, welche Möglichkeiten zur Überwindung dieser Barrieren in Frage kommen und stellte die Lösungen in einer Eigentümerversammlung vor. Da es sich um einen sogenannten Plattformlift handelte, war von der Eigentümergemeinschaft zu klären und zu beschließen, ob die Wartungs- und TÜV-Kosten, die jährlich anfallen, von der ganzen Hausgemeinschaft übernommen werden. Als der Beschluss gefällt und die Zuschüsse beantragt waren, konnte der Einbau vorgenommen werden.

Eingänge, Stufen und Treppen und vor allem Bäder sind laut Sabine Maessen das Kerngeschäft der Wohnberatung. Der Einbau von bodengleichen Duschen statt der Badewannen ist fast immer möglich, auch die Neugestaltung der Toiletten. Den Betroffenen wieder die Selbständigkeit bei der Körperpflege zurückgeben und/oder den pflegenden Angehörigen und den zu Pflegenden das Leben erleichtern, sind Ziele der Maßnahmen. Helmut Bauch weiß, dass dieser Teil der Seniorenarbeit zunehmend an Wichtigkeit gewinnt und für den Einzelnen von unschätzbarem Wert ist.

Bekommen die Senioren Leistungen aus der Pflegeversicherung, können bis zu 4.000 Euro für einen Umbau beantragt werden. Auch für Menschen, die nicht pflegebedürftig sind und beispielsweise ein arthritisches Knie die Nutzung der Badewanne nicht mehr zulässt, gibt es je nach Einkommen und Vermögen Zuschüsse der Stadt Eschborn, der KFW- Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) sowie des Main-Taunus-Kreises. Erst fragen bzw. beantragen, dann umbauen, muss daher die Devise lauten, appelliert Seniorendezernent Bauch.