EU-Wasserrahmenrichtlinie erfolgreich umgesetzt: Westerbach in gutem ökologischen Zustand

Gründezernent Heinz O. Christoph ist ein wenig stolz: „Eschborn gehört zu den ersten Kommunen Hessens, die die EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) erfolgreich umgesetzt und den Westerbach in einen ökologisch guten Zustand versetzt haben.“

Rund sieben Jahre hat es gedauert, bis alle erforderlichen Maßnahmen, die von den Landschaftsarchitekten Beuerlein/Baumgartner geplant wurden, umgesetzt werden konnten. Schon Jahre vorher gab es viele Abstimmungsgespräche mit den zuständigen Ämtern. Der vom Land Hessen festgelegte Maßnahmen- und Bewirtschaftungsplan war die Grundlage der Planung, die mit den zuständigen Wasserbehörden und dem Regierungspräsidium abgestimmt wurde. Selbstverständlich waren auch die zuständigen Naturschutzbehörden involviert. So konnte erreicht werden, dass die ökologische Verbesserung des Westerbachs zu einer Gutschrift von Ökopunkten für die Stadt Eschborn führt.

Vorrangige Ziele der einzelnen Maßnahmen waren:

- die Verbesserung von Gewässerstrukturen und -Dynamik sowie der linearen Durchgängigkeit durch den Rückbau von Wanderhindernissen wie z.B. .Abstürze und Schwellen

- der Rückbau von unsachgemäßem Uferbau

- die Schaffung von Strukturen, die für einen naturnahen kleinen Fluss in der Region typisch sind

Durch die Verlegung von drei Westerbach-Abschnitten sind natürliche Ufer mit abwechslungsreich gestalteten Böschungen und Gehölzflächen entstanden. Unterschiedliche Sohlbreiten, Böschungsneigungen und der Einbau von Totholz zur Erhöhung der Strömungsunterschiede sorgen für ein strukturreiches Gewässer. Wie Gründezernent Christoph mitteilte, wurden die Arbeiten in über 20 einzelnen Abschnitten sehr umsichtig und unter größtmöglicher Schonung des bestehenden natürlichen Bestands ausgeführt. So wurde beispielsweise vorhandenes Sand- und Kiesmaterial der Bachsohle gesichert und für das neue Bachbett wieder verwendet. Mit schwerem Gerät wurde ausschließlich außerhalb der Vogelbrutschutzzeit gearbeitet. Die meisten Bäume konnten erhalten werden.

Christoph räumt allerdings ein, dass nicht alle Probleme am Westerbach beseitigt werden konnten. Zum einen stehen nicht alle Grundstücke für die Umsetzung von Maßnahmen zur Verfügung und zum anderen existieren lokale Restriktionen wie zum Beispiel Wohnbebauung oder Fußwege, die Veränderungen im Bereich des Baches nicht zulassen.

Im Rahmen des Förderprogramms Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz des Landes Hessen erhielt die Stadt Eschborn Zuschüsse, die bis zu 65 Prozent der entstandenen Kosten decken. Für Planungsleistungen, Gutachten, Bauarbeiten und den Kauf von Grundstücken sind Kosten in Höhe von über 730.000 Euro entstanden. Hierfür wurden Fördermittel in Höhe von rund 450.000 Euro beantragt und bewilligt.