Betrüger am Telefon - Inkassoterror zu Hause

„Seniorinnen und Senioren werden leider immer wieder Opfer von Betrugsmaschen“, empört sich Seniorendezernent und Bürgermeister Mathias Geiger und bittet um besondere Vorsicht.

In den Nachbargemeinden Eschborns geben sich Handwerker derzeit telefonisch als von der Stadtverwaltung beauftragte Firmen aus, um mögliche Schimmelschäden oder undichte Stellen im Dach zu kontrollieren. Die Arbeiten werden dann sogar erledigt, meistens aber schlecht ausgeführt und werden teurer als vorher angekündigt. Abkassiert wird dann in bar. Die Stadt Eschborn weist ausdrücklich darauf hin, dass keinerlei Handwerker beauftragt wurden, in Privathaushalten Schimmel, Dächer oder Wasserleitungen im Haus und in der Wohnung zu kontrollieren.

„Auch die Enkel- oder Neffen-Abzocke wird leider immer wieder erfolgreich benutzt“, erklärte der Bürgermeister. Das sieht dann ungefähr so aus: Senioren erhalten Anrufe von Enkel, Nichten oder Neffen, die sich in dringenden finanziellen Nöten befinden und schnell Geld benötigen. Abholen würde das Geld ein Freund, da man selbst gerade keine Zeit habe. Falls ein Anruf bzw. Gespräch sich in etwa in diese Richtung bewegen sollte, rät auch Altenhilfeplanerin Susanne Däbritz dazu, sofort das Gespräch zu beenden: „Das Beste ist, gleich auflegen, das spart Geld und Nerven.“

Gerne werden auch Produkte wie Bücher, Medikamente, Gewinnspiele per Telefon unaufgefordert  angepriesen. Auch hier lautet der Rat, sofort aufzulegen. Die Telefonate werden aufgenommen und durch ein „Ja“  zuviel kommt ein Vertrag zustande, aus dem man so schnell nicht mehr heraus kommt. Gerne werden die Forderungen dieser Firmen dann an Inkassofirmen verkauft, die den Seniorinnen und Senioren das Leben zur Hölle machen und Angst und Schrecken verbreiten. Hier helfen Polizei, Verbraucherschutz und Anwalt. „Mit einem klaren und deutlichen Nein aber kann man sich viel ersparen“, betont Seniorendezernent Geiger.

Eine weitere Masche, die derzeit wieder in Eschborn zu beobachten ist, sind Telefonate, bei denen es darum geht, dass der Senior oder die Seniorin den Versicherungsmakler zu sich nach Hause einlädt. Die Frage am Telefon dazu lautet: „Kann Herr Müller mal bei Ihnen vorbeikommen? Oder „Sie haben doch nichts dagegen, dass Herr Meyer mal vorbei kommt?“  Die Antwort „Ja“ ist die Einladung für die Betrüger. Damit gelten dann bei dem Besuch des Vertreters nicht mehr die strengen Regeln und Fristen von Haustürgeschäften. ‘Vergisst‘ der Vertreter dann noch nach Vertragsabschluss die Unterlagen beim betroffenen Senior zu lassen, hat man im wahrsten Sinne des Wortes nichts in der Hand und der Vertrag ist nicht mehr rückgängig zu machen.

Sehr bedauerlich findet Bürgermeister Geiger, dass die Bezeichnung Seniorenberater nicht gesetzlich geschützt ist. Vertreter dürfen diesen Begriff verwenden, um sich den Anschein zu geben, sie seien kompetent und für die Stadt Eschborn zuständig bzw. tätig. Die städtischen Seniorenberater Sabine Maessen und Ali Kacar von der Stadt Eschborn können sich immer mit einem Dienstausweis legitimieren und sind bei den meisten Seniorinnen und Senioren in Eschborn auch schon bekannt. Falls es hier Unsicherheiten gibt, genügt ein kurzer Anruf bei Susanne Däbritz im Rathaus unter der Telefonnummer 490-320. Sie rät abschließend: „Falls Ihnen etwas komisch vorkommt, der Anrufer sehr schnell spricht, jemand von Ihnen wissen will, wie Sie heißen und weitere eigenartige Fragen, beispielsweise nach Kontonummern stellt, sagen Sie, Sie würden jetzt die Polizei anrufen und legen Sie bitte einfach auf. Das ist die einfachste Methode.“