Wettbewerbsfähiger durch gute Vernetzung

Rund zwei Drittel aller Unternehmen am Standort Eschborn sind „finanzaffin“. Die Wirtschaftsförderung sieht deshalb eine wichtige Aufgabe darin, branchenspezifisch gut vernetzt zu sein, zum Beispiel durch die Mitgliedschaft bei Frankfurt Main Finance e.V.. Der neue Präsident der Finanzinitiative Gerhard Wiesheu erläutert im Interview, welche Vorteile Eschborner Unternehmen durch diese Vernetzung haben.

 

Herr Wiesheu, Sie sind seit Ende 2020 neuer Präsident der Finanzinitiative Frankfurt Main Finance e.V. Zu den über 60 Mitgliedern von FMF zählen das Land Hessen, Finanzmarktakteure und ihre Dienstleister, private und öffentliche Hochschulen und zwei Städte: Frankfurt und Eschborn. Was bedeutet dies für unseren Wirtschaftsstandort?

Gerhard Wiesheu: „Viele IT-, Beratungs- und Finanzunternehmen wie die Deutsche Börse, EY und die IT der Deutschen Bank haben ihre Zentrale in Eschborn. Deshalb ist die Stadt neben Frankfurt ein ‚natürliches‘ Mitglied bei Frankfurt Main Finance. Beide Kommunen sind die Orte, an denen dieser Finanzplatz pulsiert, wo die Finanzgeschäfte tatsächlich passieren. Wir sind deshalb sehr froh, dass Eschborn bei uns Mitglied ist und wir die Interessen dieser Unternehmen vertreten dürfen.“

 

Welche Rolle spielt Frankfurt Main Finance e.V. (FMF) für unsere Metropolregion?

Gerhard Wiesheu: „FMF ist das Sprachrohr der Finanzwirtschaft in der Region. Wichtig ist uns dabei: Wir bündeln nicht nur die Interessen der Kreditinstitute, sondern beispielsweise auch die von Beratungsgesellschaften, Anwaltskanzleien und Wirtschaftsprüfern sowie von entsprechenden Bildungsinstitutionen, die als Talentpool und Impulsgeber immens wichtig sind für diese Branche.“

 

Welche Folgen hat der Brexit - inzwischen mit Deal - für den Finanzstandort FRM?

Gerhard Wiesheu: „Rund 1 Bio. Euro an Bankbilanzen wurde bereits aus London in unsere Region verlagert. Das hat bis Mitte 2020 schon über 3.000 neue Arbeitsplätze in der Region geschaffen, Tendenz steigend. Die Region FRM gehört damit schon heute klar zu den Gewinnern. Das bedeutet mehr Internationalität, eine stärkere Stellung im Wettbewerb der globalen Finanzzentren und auch eine herausgehobene Stellung in Deutschland und Europa.“

 

Weitere Infos auch im Podcast von Gerhard Wiesheu