Friede, Freude, Flaggen beim „Young Tolerance Festival 2019“

Rund um den kleinen Elefanten aus helllila lackiertem Pappmaché, dem „Tolefant“, war immer was los, und bei näherer Betrachtung wurde auch klar, warum. Hier konnte jeder selber Hand anlegen – um seine Gedanken zum Thema Respekt und Toleranz niederzuschreiben. Auch die dritte Ausgabe des jungen „Young Tolerance Festival“ auf dem Rathausplatz war wieder so bunt und vielfältig, wie es sich die Organisatoren erhofft hatten.

Denn in erster Linie Jugendliche und junge Menschen, die in unterschiedlichsten Institutionen Eschborns tätig sind, gestalteten gemeinsam das Fest der Vielfalt rund um die Themen Respekt und Toleranz und präsentierten Aktionen, die zur Auseinandersetzung mit dem Thema anregten. So sorgten unter anderem die Jugendfeuerwehr, die Jusos und die Junge Union, Schüler und Schülerinnen der Heinrich-von-Kleist-Schule, der islamische Kulturverein und die Antifaschistische Bildungsinitiative dafür, einen Ort für offene Begegnungen zu schaffen und für Respekt und Toleranz im gesellschaftlichen Miteinander einzustehen. Ausgrenzung findet schließlich in allen Bereichen statt. Auch die städtische Kinder- und Jugendarbeit sowie die „AG Mobile Arbeit“ – eine Arbeitsgemeinschaft, zu der diverse Jugend-relevante Gremien sowie Stadt- und Landespolizei gehören, und die beispielsweise bei Konflikten zwischen Jugendlichen und Anwohnern vermittelt – waren vertreten.

Neben der Musik – auf der Bühne spielten verschiedene Bands – war natürlich auch an die gastronomische Versorgung gedacht, und so gab es Salate und orientalisches Gebäck, Bratwurst sowie Waffeln. Leckere Mocktails auf Teebasis wurden bei der Jungen Union geschüttelt und gerührt und zugunsten der Stiftung Lebenshilfe verkauft; die Getränkekarte verhieß „Spaß mit Flaggen“. Dahinter steckte die Idee, dass man sich drei weitere Zutaten eines jeden Drink, auf Basis der weltweiten Flaggenfarben aussuchen konnte. Mit gelbem Ananas-Sirup, rotem Rhabarbersaft und einem grünen Minzblatt konnte man sich also seine ganz individuelle Kreation zusammenmixen lassen. Nur Braun stand nicht zur Wahl; ein eindeutiges Statement. Ebenso wie die Regenbogenflagge, weltweit Symbol für Toleranz und Akzeptanz, mit der der Stand geschmückt war.

Sehr durchdacht auch das Angebot des Abenteuerspielplatzes: Zahlreiche unterschiedlich große und geformte Schubladen waren bunt angemalt worden und hatten jeweils eine Aufschrift bekommen: cool, neugierig, fröhlich, wütend, traurig, eigensinnig, stur, sensibel, zickig, tollpatschig, dumm, lieb, hübsch, etc. Die Kinder konnten nun Steine nach eigenem Geschmack anmalen und in die Schublade legen, wo sie sich selber sahen – oder von anderen gesehen werden, obwohl sie dort nicht reingehören.

Nach und nach füllte sich der „Tolefant“, der im neuen Jugendzentrum aufgestellt werden soll, mit Gedanken, Zitaten und Sprüchen, teils in mehreren Sprachen formuliert. So war beispielsweise zu lesen:

-Ich bin ein Antifant

-Bunt ist schön!

-Liebe für alle, Hass für keinen

-Wir sind alle gleich

-Freundliches Miteinander

-Allein ist man einsam

-Einer ist nichts, wir sind alles

-Zuhören und verstehen lernen

-Mauerfreie Gesellschaft

-Vielfältigkeit ist ein Gewinn für alle

-Menschlichkeit, Nächstenliebe

-Offenheit & bunte Gesellschaft

-Verständnis und Zusammenhalt

-Die Meinung des politisch anders Denkenden zu respektieren

-Menschen, die andere Meinungen und Lebensentwürfe haben, mit Achtung und Respekt begegnen

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