„Lichter“ von Axel Anklam verleihen Eschborns Stadtbild neuen Ausdruck

Bürgermeister Mathias Geiger begrüßte Axel Anklam am Montagnachmittag vor dem Rathaus, wo der Künstler seine erste Skulptur "Land" aufgestellt hat.

Am Samstag, dem 21. Mai um 16 Uhr eröffnet Bürgermeister Mathias Geiger im Skulpturenpark Niederhöchstadt die Skulpturenschau „Lichter“ von Axel Anklam. Die Skulpturen sind an ganz unterschiedlichen Orten in Eschborn zu sehen: im Skulpturenpark Niederhöchstadt, am Oberen Weiher, in der Neuen Mitte und an den Unterwiesen am Eschborner Südbahnhof. Die Eröffnung beinhaltet mehrere Stationen: Nach Musik in Niederhöchstadt lädt um 17 Uhr am Oberen Weiher der Kurs Darstellendes Spiel der Heinrich-von-Kleist-Schule zur Inszenierung „Lebendige Skulpturen“ ein. In der Neuen Mitte führt die Kunsthistorikerin Stefanie Blumenbecker um 18 Uhr in das Leben und Werk Anklams ein. Im Anschluss unterhält das Emanuel Matani Trio das Publikum und es darf gefeiert werden.

Axel Anklams Skulpturen haben eine reduzierte und klare Formensprache. Die offenen Strukturen sind von Licht und Raum durchdrungen. Der Künstler vereint Linien und Flächen zu organischen, schwingenden Gebilden: Glänzenden Edelstahl und Edelstahlnetze biegt er zu Kreisformen. Das transparente Material erzeugt ein Spiel mit dem Licht. Verändert sich das Licht, entstehen neue Wahrnehmungen. Spannende Formen entwickeln sich aus dem Wechsel von dynamischen und ruhigen Partien. Das Ergebnis sind ausgewogen harmonische Konstruktionen: Die filigranen Verwebungen wirken wie eine Zeichnung in den Raum.
Neben der Skulpturenschau zeigt Axel Anklam in der Galerie am Rathaus in der Ausstellung „Lichter“ Kleinskulpturen. Es eröffnen sich neue Fassetten seines Werkes: Die gebogenen Strukturen sind mit Latex oder Fiberglas überzogen. Die weißen, schwarzen und orange leuchtenden Membranen erzielen besondere visuelle Effekte.

Inspirieren lässt sich Axel Anklam von Musik oder der Natur. Musik wirkt laut Anklam subtil eindringlich. Diesen Effekt versucht er zu erreichen, indem er die Notation in abstrakte Körper übersetzt. Eine wesentliche Rolle im Arbeitsprozess spielt die Eigendynamik des Materials. Dieses ist laut Anklam ein Spiegel unserer Zeit: Edelstahl und Epoxidharze werden erst seit den fünfziger und sechziger Jahren industriell verwendet. Die Beschaffenheit von Kleidung, Autolacken und Elektrogeräten sind Vermittler der Zeit, in der wir leben. Die Bildhauerei spricht nach Anklam unmittelbar alle Sinnesorgane an: „Ich glaube, dass sich alles, was wir täglich empfinden und fühlen, in seiner Gesamtheit zu unserer Realität zusammenfügt.“

Axel Anklam wurde 1971 in Wriezen geboren, er lebt und arbeitet in Berlin. Er war als Kunstschmied in Berlin tätig und hat an der Restaurierung des Potsdamer Schlosses Sanssouci mitgearbeitet. Das Studium der Bildhauerei an der Hochschule der Künste Berlin schloss er 2006 als Meisterschüler von Tony Cragg ab. Im Jahr 2013 nahm er an der Biennale in Venedig teil. Axel Anklam hat an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart eine Gastprofessur für Bildhauerei inne.
Bis zum 3. Oktober 2016 verwandeln seine Skulpturen das Eschborner Stadtbild. Den Termin für das Kunstgespräch mit Axel Anklam sollten sich die Eschborner Bürgerinnen und Bürger unbedingt vormerken: Am 14. Juli um 19 Uhr in der Neuen Mitte an der Galerie am Rathaus gibt der Künstler Einblicke in sein Schaffen.