Eschborner Mandatsträger zu Gast im Städel Museum

Das Städel Museum präsentierte von Mitte Februar bis zum vergangenen Wochenende mit „Maniera“ ein faszinierendes Kapitel der italienischen Kunstgeschichte, das unmittelbar auf Botticellis Schaffensphase folgt und außerhalb von Florenz sonst nirgends in dieser Fülle und Dichte zu sehen ist. Die Ausstellung widmete sich Florenz als dem ersten Zentrum des europäischen Manierismus und spannt einen historischen Bogen von der Rückkehr der Medici nach Florenz 1512 und den ersten künstlerischen Gehversuchen der neuen Generation um Pontormo und Rosso, bis hin zu den 1568 veröffentlichten, bis heute einflussreichen Viten des Vasari.

Einige Mandatsträger folgten der Einladung von Stadtverordnetenvorsteher Reinhard Birkert und begutachteten die über 120 kostbare Leihgaben, darunter Gemälde, aber auch Zeichnungen und Skulpturen. Sie boten eine noch nie dagewesene Übersicht einer stilprägenden Epoche, die der Kunstgeschichtsschreiber Giorgio Vasari mit dem schillernden Begriff „maniera“ charakterisiert hat. Die Kunst des Manierismus hat viele Facetten: elegant, kultiviert, artifiziell, aber auch kapriziös und extravagant, bisweilen bizarr. „The stylish style“ – so hat der Kunsthistoriker John Shearman den Epochenstil 1967 auf eine griffige Formel gebracht.

Ausgangspunkt der groß angelegten Sonderausstellung war ein Hauptwerk der Städel-Sammlung, Bronzinos berühmtes Bildnis einer Dame in Rot, das zu den kostbarsten Stücken im Besitz des Hauses zählt.