Solarkataster: Eschborns Dächer haben Klimaschutz- und Gewinnpotential

In Eschborn gibt es 4000 Wohngebäude und viele Gewerbebauten sowie öffentliche Gebäude, die für die Nutzung von Solarenergie in Frage kommen. Insgesamt besteht laut Klimaschutzkonzept ein nutzbares Flächenpotential von 20 ha für Photovoltaik-Anlagen auf Gebäuden. Der Gewinn für den Klimaschutz liegt auf der Hand. Doch auf welchem Dach lohnt sich die Investition auch finanziell?
Mit Hilfe des kürzlich gestarteten Solarkatasters des Landes Hessen können alle Hausbesitzer in Eschborn mit wenigen Klicks ermitteln, ob die Dachfläche ihres Hauses oder einer versiegelten Freifläche für eine Solarstromanlage (Photovoltaik) oder einen Sonnenkollektor für die Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung geeignet ist, mit welchem Stromertrag zu rechnen ist und wie sich die Rendite darstellt, d.h. ab wann die Anlage in die Gewinnzone fährt und wie hoch der Gewinn über die Laufzeit ist.

Hier geht’s zum Solardach-Kataster Hessen: www.energieland.hessen.de/solar-kataster

Geben Sie einfach ihre Postleitzahl an und wählen Sie den Menüpunkt „Solaranlage einzeichnen“ und klicken Sie die Eckpunkte der Fläche an, für die eine Berechnung angestellt werden soll.
Erkennbar viele Dächer sind in Eschborn zur Gewinnung von Solarstrom gut bis sehr gut geeignet, dank einer Strahlungsenergie von  mindestens 1000 kWh/m2/Jahr. Flachdächer - die irritierenderweise zunächst nur als bedingt geeignet dargestellt werden - eignen sich durch die übliche Aufständerung der Module ebenfalls sehr gut. Die Amortisation tritt je nach Anlage nach 6-10 Jahren ein und erbringt ab da einen positiven jährlichen Ertrag, der berechnet auf 20 Jahre Laufzeit mit einem saftigen Gewinn abschließt. Die Gewinnspanne reicht bei einem durchschnittlichen Privathaus von 4000 € (kleinste Anlage) bis 10.000 und weit mehr - je nach Anlagengröße und Verbrauchsverhalten. Eine Investition in den Klimaschutz, die sich für alle auszahlt.
Ein Solardach macht außerdem unabhängig und sichert die Energieversorgung für die Zukunft. Letztlich können Eigenheimbesitzer sich, Ihren Kindern oder der Umwelt etwas Gutes tun oder eine lohnende Anlagemöglichkeit nutzen.  Wenn nicht jetzt, wann dann? Machen Sie mit werden Sie ihr eigener Stromversorger.

Die Stadt Eschborn verfügt auch über eine Reihe von eigenen Photovoltaikanlagen, z.B. auf den Dächern des Dienstleistungszentrums (180 kWp), der Westerbach-Sporthalle (97 kWp) und des Wiesenbades (44 kWp) . Die neuste PV-Anlage der Stadtwerke mit der stolzen Leistung von 39 kWp befindet sich auf dem Dach der Kita-Bismarckstraße  und ist seit dem Frühjahr 2016 in Betrieb. Fortgesetzt werden soll auch die Zusammenarbeit mit der Bürgerenergiegenossenschaft SolarInvest Main-Taunus eG. In Kooperation mit der Stadt Eschborn installierte sie in 2015 eine 10 kWp-Anlage auf dem Dach des Schulkinderhauses  Südwest.

Erläuterungen
Was bringt‘s? Kosten und Ertrag sind schnell ermittelt!
Der große Vorteil der eigenen Solaranlage liegt weniger in der Einspeisevergütung von ca. 12 Cent, sondern darin,  dass teurer Netzstrom vom Energieversorger (ca. 28 Cent) durch selbst erzeugten Strom ersetzt wird. Angesichts der aktuell in 2016 günstigen Kreditzinsen ist eine Investition in eine Photovoltaikanlage eine lohnende Sache. Die Wirtschaftlichkeitsberechnung des hessischen Solarkatasters bietet eine sehr gute Entscheidungshilfe. Mit der Funktion „Anlage optimieren“ wird anhand ihres eigenen Stromverbrauches die ideale Größe ihrer  Solaranlage ermittelt. Allerdings läßt sich der Verbrauch und die Rendite zusätzlich optimieren, indem starke Verbraucher, wie Waschmaschine oder Geschirrspüler, zielgenau eingeschaltet werden, wenn der Solarstromertrag am größten ist.

Rote bis gelbe Farbtöne stehen für ein gutes Potential!
Das Solarenergiepotenzial der Dachflächen in Eschborn wird farbig dargestellt. Anhand der Einfärbung der Dachfläche ist die Eignung für Solarwärme- oder/und Photovoltaikanlagen erkennbar. Von Rot bis gelb kann in der Regel von einer sehr guten bis günstigen Kosten/Nutzen-Relation ausgegangen werden.

Als am hervorragend und damit am besten geeignet werden beispielsweise nach Süden geneigte Satteldächer dargestellt, weil hier keine Aufständerung mehr nötig ist. Jedoch erhält auch jedes nur gelb markierte, d.h. als nur „bedingt geeignet“ dargestellte Flachdach die gleiche Strahlungsmenge. Mit geringem Aufwand einer Aufständerung mit etwa 30/35 Grad Neigung wird ebenfalls ein sehr guter Ertrag erzielt. Mithin kann jedes Flachdach in eine sehr gute Ertragsfläche (rot) verwandelt werden. Das bedeutet, dass das Ertragspotenzial viel besser ist als es auf den ersten Blick erscheint.
Daher gilt folgender Anwender-Tip: Sollte nach dem Einzeichnen der Fläche ein nur „bedingt geeignet“ erscheinen oder die Dachfläche aufgrund von Aufbauten vom Programm nicht richtig erkannt werden, so setzen sie ruhig des Prozedere fort mit dem Befehl „PV-Potential berechnen“, dann können Sie die Daten zum Dach (Neigung etc) per manueller Eingabe ergänzen bzw. korrigieren. Später wird dann – bei geringer Ausgangsneigung - automatisch von einer 30 Grad schrägen Aufständerung ausgegangen.

Was tun, mein Dach ist nicht nach Süden ausgerichtet?
In Wohngebäuden ist eine Ost-West-Ausrichtung der Dächer meist überhaupt kein Nachteil, wenn die Nutzer – z.B. wegen Berufstätigkeit -  hauptsächlich morgens und abends ihren Strom verbrauchen. Ein nach Westen geneigtes Dach fängt dann am Abend noch länger Sonne ein als ein Süd-Dach. Damit wird – auch ohne Speicher - der Eigenverbrauch erhöht.
Nach Osten oder Westen ausgerichtete Anlagen weisen zwar bei gleicher Dachneigung einen um ca. 25% geringeren Ertrag auf. Aufgrund gesunkener Modulpreise sowie der Möglichkeit zur Eigenversorgung ist die Wirtschaftlichkeit jedoch häufig gegeben. Ein weiterer Vorteil der Ost/West Ausrichtung ist, dass die Mittagsspitzen vermieden werden.
Weiterhin lassen sich viele Hausgeräte wie Waschmaschine oder Geschirrspüler so einstellen, dass sie zu den Zeiten hoher Solarstromerzeugung laufen..

Rechtliche Hinweise
Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie Solaranlagen auf Ihrer Dachfläche oder auch an der Hauswand ohne weitere bauordnungs- oder planungsrechtlichen Formalitäten anbringen. In Anlage 2, Abschnitt I, Nr. 3.9 Hess. Bauordnung (HBO) sind „Solaranlagen, Sonnenkollektoren und Photovoltaikanlagen in der Dachfläche, in der Fassade oder auf Flachdächern, im Übrigen bis zu einer Fläche von 10 qm“ als baugenehmigungsfreie Vorhaben aufgeführt.

Allgemeine Information:
Die Strahlungsenergie der Sonne kann sowohl zur Erzeugung thermischer Energie (Solarwärme) als auch elektrischer Energie (Photovoltaik, kurz PV also) genutzt werden.
Geeignete Standorte für Solaranlagen sind überbaute Flächen wie beispielsweise Gebäu-dedächer. Der maximale Ertrag einer Solaranlage ergibt sich bei unverschatteten, nach Süden aus-gerichteten Flächen bei einer Dachneigung von rund 35°. Die nach Osten oder Westen ausgerichteten Anlagen weisen bei gleicher Dachneigung einen um ca. 25% geringeren Ertrag auf. Aufgrund gesunkener Modulpreise sowie der Möglichkeit zur Eigenversorgung ist die Wirtschaftlichkeit jedoch häufig gegeben. Ein weiterer Vorteil der Ost/West Ausrichtung ist, dass die Mittagsspitzen vermieden werden.
Die Potentiale zur thermischen Nutzung der Solarenergie (Trinkwarmwasser, Heizung, etc.) sind aufgrund des höheren Wirkungsgrades rund drei Mal so groß wie bei der Photovoltaik. Zu beachten ist hierbei, dass „nur“ Wärme, aber keine höherwertige elektrische Energie bereitgestellt wird.