"Steine für Eschborn" von Gisela Weber

Audioguide

„Steine für Eschborn“ von Gisela Weber ist das erste Kunstwerk der Skulpturenachse Eschborn. Die Skulptur entsteht während des Sommers 1992 an der der Gemarkungsgrenze von Eschborn und Niederhöchstadt.
Aus der Entfernung fallen zunächst linienförmig angeordnete Sandsteinquader ins Auge. Sie liegen rechts und links des Weges und markieren einen offenen Durchgang. Die Oberfläche ist durchsetzt von eingehauenen Fußabdrücken, großen und kleinen, einzeln oder zu Paaren angeordnet, wechselweise in zwei Richtungen zeigend.

Bereits 1988 formuliert das Volksbildungswerk ein neues Leitbild für Kunst im öffentlichen Raum: Wir holen Kunst aus dem Museum und bringen sie zu den Menschen. Jeder Standort einer Skulptur ist als ein Ort des Verweilens gedacht. Langfristig soll so eine Skulpturenachse als Spazierweg durch Eschborn entstehen. Seit 2002 führen Verantwortliche der Stadt Eschborn im Fachbereich Kultur dieses Konzept weiter.

Gisela Weber, geboren 1939 in Kassel lebt und arbeitet in Frankfurt. Naturstein ist der Rohstoff vieler ihrer Werke. Daran faszinieret sie die Eigenart und Schönheit des Materials, aber auch der Widerstand, der sich ihr entgegensetzt. Form und Farbe fordern heraus und beeinflussen das Ergebnis. Sie beabsichtigt in ihren Werken Korrespondenzen untereinander und zum Betrachter aufzubauen. Das Begreifen mit allen Sinnen ist Teil der Erfahrung.

Die Künstlerin bearbeitet die massiven Quader aus Mainsandstein 6 Wochen lang direkt vor Ort, begleitet von der Aufmerksamkeit der Eschborner Bürger. Einige haben sich hier verewigt in den Abdrücken ihrer Fußsohlen, die die Künstlerin im Modell nimmt und in Stein überträgt. Die Fußabdrücke stehen bildhaft für die Begegnung beider Ortsteile und das Zusammentreffen von Mensch und Kultur.
Die „Steine für Eschborn“ spiegeln auch den Höhenzug des Taunus. Sie schaffen einen Moment des Innehaltens. Der verwendete Mainsandstein ist ein Material der Region. Seine Oberfläche zeigt die natürlichen Verwitterungsspuren und ist bedeckt von Moosen und Flechten. Jede einzelne Fußspur erzählt ihre eigene Geschichte, gemeinsam verschmelzen sie mit dem Naturstein und dem umliegenden Landschaftsraum.

 

Bildergalerie