"Inside" von Axel Anklam

Die Skulptur „Inside“ des Berliner Bildhauers Axel Anklam ist seit 2016 Teil des Skulpturenparks Niederhöchstadt. Das Kunstwerk ging als Favorit aus der Abstimmung zur Sommerausstellung 2016 hervor: Die Eschborner Bürger wählten unter den drei im Skulpturenpark ausgestellten Skulpturen ihre Lieblingsskulptur.

Axel Anklams Skulptur „Inside“ besitzt eine klare und reduzierte Formensprache. Linien und Flächen vereinen sich zu einem organischen, schwingenden Gebilde. Edelstahl und Edelstahlnetze biegen sich in Kreisformen durch den Umgebungsraum. Die offenen Strukturen sind von Licht und Raum durchdrungen. Ein Wechsel von dynamischen und ruhigen Partien erzeugt spannende Formen.

„Inside“ besitzt trotz des robusten und widerstandsfähigen Materials eine besondere Leichtigkeit: Die filigranen Verwebungen scheinen in den Raum zu fließen. Je nach Standort des Betrachters ergeben sich wechselnde Perspektiven. So verändert die Skulptur permanent ihren Ausdruck.
Der Edelstahl erzeugt besondere visuelle Effekte: Durch die Sonneneinstrahlung entsteht ein Spiel mit dem Licht. Das transparente Material glänzt und glitzert in der Sonne. Verändert sich das Licht, verändern sich auch die visuellen Effekte. Es entstehen neue Wahrnehmungen. Neben den wechselnden Perspektiven eröffnet vor allem die Lichteinwirkung neue Fassetten des Kunstwerks.

Inspirieren lässt sich Anklam von Musik, deren subtile Eindringlichkeit ihn fasziniert. Diesen Effekt versucht er zu erreichen, indem er die Notation von Musik in abstrakte Körper übersetzt. Anklam bezieht sich auf die Konsonanz-Studien des Pythagoras, auf denen die Architektur der griechischen und römischen Tempel beruht: Akribisch übersetzt er mit einem Monochord Tonintervalle in Strecken. Daraus leitet er den Rhythmus der Formen ab. Diese einzigartige Methode bewirkt, dass die Skulpturen ihren umliegenden Raum geradezu in Schwingung versetzen. Auffallend ist deren ausgewogene innere Harmonie.
Axel Anklam wurde 1971 in Wriezen geboren. Er war als Kunstschmied in Berlin tätig und hat an der Restaurierung im Potsdamer Schloss Sanssouci mitgearbeitet. Das Studium der Bildhauerei an der Hochschule der Künste Berlin schloss er 2006 als Meisterschüler von Tony Cragg ab. Im Jahr 2013 nahm er an der Biennale in Venedig teil. Der Künstler lebt und arbeitet in Berlin und Bad Freienwalde.