"Inside" von Axel Anklam

Die abstrakte Metallskulptur „Inside“ von Axel Anklam zeichnet sich durch eine klare und reduzierte Formensprache und gleichzeitig komplexe Geometrie aus. Axel Anklam verwendet für seine Arbeiten ausschließlich lichtdurchlässige Materialien. Durch die Transparenz der hier verwendeten Edelstahlgaze wirkt „Inside“ wie im Raum schwebend. Die doppelwandige Edelstahlgaze entwickelt in ihrer Struktur und Oberfläche eine besondere visuelle Wirkung, denn mit dem Tageslicht entsteht ein facettenreiches Wechselspiel. Das Sonnenlicht strömt durch das Edelstahlnetz in das Innere der Plastik. Die feinteilige Oberfläche des Metallgeflechts reflektiert das Sonnenlicht vielfach, sodass die glatte Metalloberfläche in wechselnden Partien schimmert und glitzert.
Axel Anklam lässt sich für die Formgebung seiner abstrakten Skulpturen von Musik inspirieren, deren subtile Eindringlichkeit ihn fasziniert. Diesen subtilen Effekt der Musik versucht er mit seiner Kunst zu erreichen, indem er die Notation von Musik in abstrakte Körper überträgt. Für die Konstruktion seiner Arbeiten wie „Inside“ lehnt sich Axel Anklam an die Baumeister der griechischen Antike an. Auf Basis ihrer physikalischen und musiktheoretischen Harmonielehre benutzt Anklam für die Formung seiner Skulpturen ein Monochord. Dieser längliche Resonanzkasten, auf dem Stege bewegt werden, ist mit 16 Saiten bespannt. Mit der Bewegung der Stege entstehen Tonintervalle, die Axel Anklam in Strecken überträgt und seine Skulpturen wie ein Musikstück komponiert. „Inside“ ist das Ergebnis eines festgelegten, rationalen Prozesses und nicht auf Basis von subjektiven Emotionen und Stimmungen gestaltet worden. Die Metallplastiken von Axel Anklam zeigen eine perfekte Balance aus Volumen und Flächen, Masse und Raum.

Audioguide

 

Axel Anklam wurde 1971 in Born bei Wriezen geboren. Von 1987 bis 1990 machte er eine Ausbildung zum Kunstschmied und wurde 1993 zum Kunstschmiedemeister ernannt. 1996 bis 1998 war Anklam als Restaurator im Schloss Sanssouci, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Berlin-Brandenburg und Venice European Centre for the Skills of Architectural Heritage Conservation tätig. An der Burg Giebichenstein – Hochschule für Kunst und Design Halle studierte Axel Anklam von 1998 bis 2002 Bildhauerei. An der Universität der Bildenden Künste, Berlin, studierte er von 2002 bis 2004, wo er ab 2007 Meisterschüler, zuletzt bei Tony Cragg, war. 2010 lehrte Anklam als Gastprofessor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart. 2017 erhielt Anklam, dessen Werk wiederholt mit Preisen ausgezeichnet wurde, den Preis der Akademie der Künste in der Sparte Bildende Kunst. Axel Anklam lebt und arbeitet in Berlin und Bad Freienwalde.