"Untitled Installation #56" von Hanneke Beaumont

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Die Skulptur „Untitled (Installation #56)“ der niederländischen Künstlerin Hanneke Beaumont ist seit 2013 im Skulpturenpark. Beaumont, geboren 1947 in Maastrich in den Niederlanden, lebt heute in Belgien und genießt einen internationalen Ruf. Von Beginn an stellt sie den Menschen in den Mittelpunkt ihres künstlerischen Werkes.
Die ausdrucksstarke „Installation #56“ zeigt zwei lebensgroße Figuren, die auf voneinander abgewandten Bänken sitzen. Ihre Oberkörper drehen sich zueinander, jede streckt einen Arm in die Richtung der anderen. Ihr Blick fällt auf das Gegenüber und verliert sich doch im leeren Raum. Zwischen beiden Bänken bleibt eine Lücke.

Hanneke Beaumont erschafft lebensgroße Figuren aus Terrakotta, Bronze oder Eisen. Diese tragen zeitlose, einfache Kleidung, die eng am Körper anliegt. Der Kopf ist ein nackter Schädel ohne Haare, die gesamte Aufmerksamkeit liegt auf dem Gesichtsausdruck. Mimik und Gestik sind weder eindeutig weiblich noch männlich. Die Figuren gelten nicht als Porträt einer bestimmten Person, sondern als bildhauerische Umsetzung eines menschlichen Seelenzustands. Ihre Gebärden halten das Gefühl eines flüchtigen Moments fest, ein zaghaftes Zögern, eine Irritation, auch Orientierungslosigkeit, Trauer, Melancholie oder den Hoffnungsschimmer eines Neubeginns.
Beaumont spürt in ihrer Arbeit den ewigen Fragen des Menschen nach, wer wir sind, was wir sind und wohin wir gehen. Das offene Gesicht und die Gebärde übertragen die individuelle Emotion des Einzelnen in der sich auch der Betrachter wieder finden kann. Die Künstlerin bevorzugt das Arbeiten in Ton. Die Figuren lassen in ihrer Oberflächengestaltung den Herstellungsprozess erahnen. Die Körper zeigen die Spuren des Modellierens, ein Herantasten der Finger an das menschliche Abbild. In einem langsamen Prozess modelliert Beaumont nicht am konkreten Modell, sondern beobachtet und spürt mit ihrer Arbeit menschlichen Gefühlen nach. Nach dem Brennen werden von diesen Originalen teilweise Gussmodelle für einen Bronzeabguss erstellt.
Mit Absicht belässt Hanneke Beaumont viele ihrer Werke ohne Titel. Die menschliche Figur ist für sie in eine Kette von Gedanken eingebunden und öffnet dem Betrachter Blickwinkel für die eigene Deutung.

 

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