Vier Stolpersteine in Eschborn verlegt

Der Künstler Gunter Demnig hat am Mittwoch, dem 16. Mai 2018, in Eschborn und Niederhöchstadt insgesamt vier Stolpersteine verlegt. Die Gedenksteine erinnern in Eschborn an Karlheinz Epp, Hermann Kaufmann, Heini Schulz und Konrad Broßwitz, die alle dem nationalsozialistischen Regime zum Opfer gefallen sind. In einer Feierstunde am ersten Verlegungsort in der Oberortstraße ging Bürgermeister Mathias Geiger in seiner Ansprache auf die Schicksale dieser Menschen ein: "Mit der Verlegung dieser Stolpersteine möchten wir mit dazu beitragen, die Erinnerung an die vier Mitbürger zu bewahren und fest zu halten."

Umrahmt wurde die Feierstunde von Schülerinnen und Schülern der Heinrich-von-Kleist-Schule mit einem Musikstück und der Rede eines Schülers. Nach der Feierstunde in der Oberortstraße hat Gunter Demnig in der Pfingstbrunnenstraße, der Unterortstraße sowie in der Hauptstraße in Niederhöchstadt drei weitere Stolpersteine verlegt.

Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Eschborn hat am 29. Juni 2017 beschlossen, zur Erinnerung und zum Gedenken an die namentlich bekannten Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft aus Eschborn bzw. Niederhöchstadt Stolpersteine zu verlegen. Die Stolpersteine sollen, soweit möglich, jeweils an der letzten bekannten Meldeadresse des Opfers verlegt werden.

Es wurden Stolpersteine zum Gedenken an

Karlheinz  Epp - Oberortstraße 5

Hermann  Kaufmann - Pfingstbrunnenstraße 12

Heini  Schulz - Unterortstraße 20

Konrad  Broßwitz - Hauptstraße 390

verlegt.

Hier können Sie die Rede von Bürgermeister Mathias Geiger zur Verlegung der vier Stolpersteine herunterladen.


"Stolpersteine"

"Stolpersteine" ist ein Kunst-Projekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig. Mit den Gedenksteinen soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine sind quaderförmige Betonsteine mit einer Kantenlänge von 96 x 96 und einer Höhe von 100 Millimetern, auf deren Oberseite sich eine individuell beschriftete Messingplatte befindet. Sie werden in der Regel vor den letzten frei gewählten Wohnhäusern der NS-Opfer niveaugleich in das Pflaster des Gehwegs eingearbeitet.

Mittlerweile finden sich rund 61.000 Stolpersteine nicht nur in Deutschland, sondern auch in 19 weiteren europäischen Ländern bzw. in 1100 Städten und Gemeinden. Die Stolpersteine werden ausschließlich in Handarbeit hergestellt. Anfangs stellte Gunter Demnig die Steine noch selbst her. Inzwischen, aufgrund der Ausdehnung des Projekts, werden die Steine von dem bekannten Bildhauer Michael Friedrichs-Friedländer hergestellt. Der kurze, eingravierte Text der Stolpersteine beginnt in der Regel mit „Hier wohnte…“ gefolgt vom Namen des Opfers, dem Geburts- und Deportationsjahr sowie dem Todesort.

Gunter Demnig wurde für das Kunst-Projekt mit vielen Preise ausgezeichnet, z.B. mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, dem Marion-Dönhoff-Förderpreis, der Herbert-Wehner-Medaille der Gewerkschaft ver.di sowie dem Erich-Kästner-Preis des Presseclubs Dresden.

"Auf dem Stolperstein bekommt das Opfer seinen Namen wieder, jedes Opfer erhält einen eigenen Stein - seine Identität und sein Schicksal sind, soweit bekannt, ablesbar. Wer den Namen des Opfers lesen will, muss sich herunterbeugen. In diesem Moment verbeugt er sich vor ihm“, teilt Gunter Demnig mit.