„Wo ich Sie gerade sehe …!“

Als „Schutzmann vor Ort“ ist Polizeihauptkommissar Christian Schneider niedrigschwelliger Ansprechpartner

Die Kilometer hat er noch nie gezählt, aber manchmal läuft er während seines Diensts sogar vom Rathaus bis nach Niederhöchstadt und zurück. „Fünf Kilometer pro Stunde wären durchaus möglich, aber wir werden ja immer mal angesprochen zwischendurch, und so soll es ja auch sein.“ Denn seit knapp einem Jahr nun ist mit Polizeihauptkommissar Christian Schneider in Eschborn regelmäßig ein „Schutzmann vor Ort“ (SvO) lokaler Ansprechpartner für sämtliche polizeirelevante Themen und Fragen der Bürgerinnen und Bürger. In dieser Rolle fungiert er als Bindeglied zwischen der Stadtverwaltung und der Polizei. Das SvO-Projekt ist Teil der Sicherheitsinitiative KOMPASS des Landes Hessen, die jeweils passgenaue Lösungen für die teilnehmenden Kommunen erarbeitet.

Normalerweise bildet Schneider mit einem seiner Kollegen, die abwechselnd zum Beispiel auch in Hofheim und Flörsheim als SvO tätig sind, ein Zweierteam. Gemeinsam sind sie dann als präventive Fußstreife durch Eschborn unterwegs – und damit niedrigschwellig präsent. Gerade, wenn es Sachbeschädigungen oder einen Einbruch gab, ist Schneider noch besser „sichtbar“. „Wir wollen ja ansprechbar sein, wenn ein Unsicherheitsgefühl entstanden ist, Gerüchte aufkommen oder ein bestimmtes Thema Stadtgespräch ist“, erläutert der 39-Jährige. Zudem achtet er beim Rundgang durch die Wohngebiete auf mögliche Tatgelegenheiten und weist Anwohner, bei denen zum Beispiel ein Fenster oder eine (Garagen-)Tür offensteht, auf die Gefahr eines Diebstahls hin.

Generell versuche er, mittwochs zum Wochenmarkt immer in Eschborn zu sein: „Natürlich freue ich mich, wenn mein ‚Hallo‘ freundlich erwidert wird. Wer das Leben in der Stadt ein wenig verfolgt, der kennt mich ja inzwischen und weiß, dass ich für alle da bin.“ Sein sympathisches Auftreten hilft da sicherlich ebenfalls. Auch streift er mit einem Kollegen immer mal durch die Gewerbegebiete: „Speziell in der Mittagspause ist da ja viel los.“ Im Sommer läuft er gerne durch die Oberwiesen oder fährt mit dem Auto, bewusst langsam und mit offenem Fenster – „aber nicht, um den Ellenbogen rauszulegen, sondern um besser ansprechbar zu sein“, lacht Schneider. Bei abendlichen Festen im Skulpturenpark, den Summertime-Konzerten oder während des Eschenfests ist er immer mal wieder ebenfalls vor Ort.

Typische Gespräche mit den Bürgerinnen und Bürgern drehen sich beispielsweise um Parkverstöße oder Fragen wegen eines Strafzettels. Bei Ansammlungen von Jugendlichen nutzt er die Gelegenheit und geht direkt auf sie zu: „Ich weise dann in aller Ruhe darauf hin, wie beängstigend manche Gruppen gerade auf ältere Menschen wirken können. Denn generell ist es immer besser, ein Gespräch zu führen, wenn – noch – kein konkreter Anlass vorliegt, den man regulieren müsste.“ Das kann Bürgermeister Adnan Shaikh bestätigen: „Wir haben uns erst neulich mit der Polizei und der Leiterin des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung zusammengesetzt, um jetzt schon geeignete Maßnahmen zu treffen, damit es im Sommer zum Beispiel im Skulpturenpark erst gar nicht zu Konflikten kommt.“

Dankbar sind jedenfalls beide, regelmäßig ein gewisses Stimmungsbild aus dem Stadtleben zu bekommen. „Wir haben immer ein offenes Ohr für die Belange und freuen uns über Mitteilungen aus der Bürgerschaft, weil das ja auch eine Grundlage unserer Arbeit darstellt“, bekräftigt der Polizeihauptkommissar.

Kontakt:

Der „Schutzmann vor Ort“ darf gerne direkt angesprochen werden, aber er ist auch telefonisch (06192 2079- 233) oder per Mail (praevention-pdmt.ppwh(at)polizei.hessen.de) zu erreichen.

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