Kommunales Energiemanagement
für Energie-Einsparung und Energieeffizienz in städtischen Liegenschaften
Förderprojekt der Nationalen Klimaschutz-Initiative - Laufzeit vom 01.01.2025 bis 31.12.2027
Was ist Ziel des Kommunalen Energiemanagements?
Ziel des Kommunalen Energiemanagements ist, den Energieverbrauch und die Energiekosten städtischer Liegenschaften zu senken.
Die Einsparung von Energie ist zusammen mit der Nutzung erneuerbarer Energien ein entscheidender Hebel zur Vermeidung von Treibhausgas-Emissionen (wie Kohlenstoffdioxid) und damit zu Erreichung der städtischen Klimaziele.
Wie funktioniert das Kommunale Energiemanagement?
- zunächst wird der Energieverbrauch städtischer Liegenschaften erfasst. Anschließend werden Potenziale für Einsparungen identifiziert und durch gezielte Maßnahmen realisiert.
Neben der Reduzierung der Energiekosten erfüllt die Kommune somit ihre Vorbildfunktion im Klimaschutz und in der aktuellen Energiekrise.
Welche Vorteile hat Kom.Ems?
Kom.Ems ist eine Plattform für kommunale Energiemanagementsysteme.
Derzeit erfolgt die Erfassung und Kontrolle der Energieverbrauchsdaten überwiegend manuell zum Monatsende. Das bringt einen hohen Aufwand mit sich und bedeutet einen erheblichen Zeitverzug zwischen der Diagnose und Behebung von Unregelmäßigkeiten im Energieverbrauch.
Mit der Einführung und Nutzung von Kom.Ems wird ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess zur Steigerung der Energieeffizienz und -einsparung in städtischen Liegenschaften eingeleitet. Durch die weitgehend automatisierte Erfassung der Verbrauchsdaten, die künftig in 15-Minuten-Intervallen erfolgt, wird eine zeitnahe Auswertung des Energieverbrauchs möglich. So lässt sich leicht nachvollziehen, wann und welche Heiz-, Lüftungs- oder Klimaanlagen in Betrieb waren, wo Störungen oder falsche Einstellungen zu Mehrverbräuchen führten oder wann Anlagen unnötigerweise weiterliefen.
Im Kom.Ems-System werden die Emissionen aus Strom- und Wärmeverbrauch zusammengeführt und in einem integrierten Management-Tool gebündelt. Das neue System ermöglicht eine schnellere und genauere Auswertung der Verbrauchsdaten, sodass Energieverluste und Mängel rascher identifiziert und behoben werden können. Durch das Energiemanagement sind jährliche Einsparungen von bis zu 20% möglich.
Weitere Informationen unter www.komems.de.
Wie läuft der Prozess ab?
Der Prozess beginnt damit, bereits laufende Maßnahmen sichtbar zu machen, zu dokumentieren und zu kommunizieren. Das Energiemanagement-Team wird neue Maßnahmen entwickeln und deren Erfolg jährlich evaluieren. Dies gelingt nur, wenn Verwaltungsmitarbeitende über Fachbereichsgrenzen hinweg einbezogen und aktiv beteiligt werden – denn Klimaschutz kann nur verwaltungsübergreifend realisiert werden.
Um Klimaneutralität zu erreichen ist neben der Optimierung von Energieverbräuchen auch die Dekarbonisierung von Heizsystemen unentbehrlich. Die Nutzung von Erdgas durch erneuerbare Energie (oder, wie beim Wiesenbad, durch Abwärme von Rechenzentren) abzulösen ist das Ziel der kommunalen Wärmeplanung.
Die Stadt Eschborn ist neben der Förderung durch die Nationale Klimaschutz-Initiative auch Pilotkommune im neuen hessenweiten Netzwerk für kommunales Energiemanagement. In diesem Netzwerk werden unter der Leitung der Hessischen Landesenergieagentur Erfahrungen und Wissen zwischen den Kommunen ausgetauscht.
Förderhinweis
Die Stadt Eschborn erhält für die Einführung eines kontinuierlichen, dauerhaften kommunalen Energiemanagements in der Startphase vom 1.1.2025 bis 31.12.2027 eine anteilige Förderung in Höhe von 70% förderfähiger Personal- und Sachkosten durch die Nationale Klimaschutzinitiative.
Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Woher kommt der Stromverbrauch der Stadt Eschborn?
Die Stadt verwaltet rund 65 Liegenschaften und Verbrauchsstellen. Dazu gehören beispielsweise:
- Altenwohnanlagen
- Kindergärten und Schulkinderhäuser
- das Rathaus
- die Stadthalle
- Büchereien
- das Bürgerbüro
- Sporthallen und -plätze ebenso wie das Schwimmbad
- das Dienstleistungszentrum
- die Feuerwehr und das Notfallzentrum
Diese Gebäude sind erforderlich, um die städtischen Aufgaben in den Bereichen Soziales, Bildung, Gesundheit, Ordnung und Sicherheit zu erfüllen. Darüber hinaus unterhält die Stadt zentrale Einrichtungen als Treffpunkte für Bürgerinnen und Bürger sowie für Jugend- und Kulturangebote. Ohne einen erheblichen Energieeinsatz könnten diese vielfältigen städtischen Angebote nicht stattfinden.
Jährlich bezieht die Stadt etwa 2,5 Millionen kWh Strom. Davon entfallen 1,5 Millionen kWh auf die städtischen Liegenschaften und ca. 1 Million kWh auf die Straßenbeleuchtung. Zu den größten Verbrauchsstellen gehören neben der Straßenbeleuchtung unter anderem das Wiesenbad, die Westerbachsporthalle, das Rathaus, die Stadthalle und das Bürgerzentrum.
Die Wärmebereitstellung erfolgt überwiegend mit Erdgas als Brennstoff, wobei auch Blockheizkraftwerke im Einsatz sind – unter anderem im Notfallzentrum, Dienstleistungszentrum und Erlebnishaus.
Insgesamt wird ein Wärmebedarf von 6,7 Millionen kWh für die Liegenschaften benötigt. Davon entfallen rund 2,4 Millionen kWh auf das Wiesenbad. Ab November 2026 wird dieses jedoch über ein Wärmenetz mit klimaneutraler Abwärme aus einem Rechenzentrum beheizt. Zusätzlich betreibt die Stadt, teils über Gesellschaften wie die GWE, Erdwärmepumpen, Luftwärmepumpen, Biomasseheizungen sowie zahlreiche Solaranlagen (Photovoltaik und thermische Solaranlagen).
Zu den bisherigen Maßnahmen gehören die Ökoprofit-Zertifizierung für den (ehemaligen) Rathaus-Stadthallen-Bücherei-Komplex sowie ein Energieaudit für das Wiesenbad. Für das Kulturzentrum Jahnstraße wurde ein Sanierungsfahrplan zur Identifikation von Maßnahmen zur energetischen Sanierung erstellt. Die ergriffenen Maßnahmen reichen z.B. vom Austausch von Heizungen oder Umwälzpumpen über Dämmung bis zur Umstellung auf LED-Beleuchtung.
Im Zuge der amtlichen Energieeinsparverordnung während der durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Energiekrise wurden zudem Heizungssteuerung und Temperaturabsenkungen in städtischen Einrichtungen optimiert. Diese Maßnahmen führten zu einer Einsparung von 20% beim Jahresverbrauch im Rathaus-Stadthallen-Bücherei-Komplex. Im Hallen- und Freibad reduzierte sich der Wärmeverbrauch um bis zu 30%.
Aufgabe des Energiemanagements ist es, über technische Lösungen hinaus die Nutzerinnen und Nutzer der Einrichtungen für die Bemühungen zur Energieeinsparung zu sensibilisieren – nur dann ist ein dauerhafter Erfolg gesichert.
