Asiatische Tigermücke auf dem Vormarsch nach Hessen – Bevölkerung wird um Mitwirkung gebeten

Die Asiatische Tigermücke ist eine Stechmückenart, die ursprünglich aus Südostasien stammt und eigentlich nicht in Hessen vorkommt. Sie wurde jedoch in den vergangenen Jahren durch den globalen Reise- und Handelsverkehr vermehrt eingeschleppt. Unter günstigen Klimabedingungen kann sie sich auch in Hessen vermehren und überwintern.

Diese Stechmückenart ist in der Lage, einige tropische Krankheitserreger von Mensch zu Mensch zu übertragen. Das Risiko einer Krankheitsübertragung ist allerdings in Deutschland noch sehr gering, da sowohl die Asiatische Tigermücke als auch die Krankheitserreger nur vereinzelt vorkommen.
Um dennoch Gesundheitsrisiken für den Menschen frühzeitig zu erkennen und abzuwenden, ist es notwendig, die Verbreitung der Tigermücke in Hessen im Blick zu behalten und möglichst zu verhindern.

Tigermücke und Gesundheit
Die Asiatische Tigermücke kann eine Vielzahl von Krankheitserregern, z.B. Dengue-, Zika-, Chikungunya- und Westnil-Virus übertragen. Bislang ist jedoch noch keine Übertragung einer solchen Krankheit durch eine Tigermücke in Hessen bekannt.

Es werden allerdings kontinuierlich die entsprechenden Krankheitserreger von Reiserückkehrern nach Hessen eingeschleppt.

Durch den Klimawandel bedingte wärmere Temperaturen erhöhen die Wahrscheinlichkeit potentieller Krankheitsübertragungen.


Asiatische Tigermücke erkennen

  • Körpergröße: 0,5-1 cm – damit ist sie kleiner als die meisten heimischen Stechmücken.
  • Auffälliges schwarz-weiß gestreiftes Muster am ganzen Körper.
  • Eine markante weiß-silbrige Linien verläuft über Kopf und Rücken.
  • Die Hinterbeine sind schwarz-weiß geringelt und enden weiß.
  • Die beiden Taster (Palpen) besitzen am vorderen Ende einen weißen Fleck.


Allgemeine Informationen

Die Mücke ist tagaktiv und stechfreudig – fliegt allerdings nur etwa 100-200 m.
Die Mücke lebt vier bis sechs Wochen und legt (mehrmals) insgesamt bis zu 300 Eier ab, bevorzugt direkt oberhalb von kleinen Wasseransammlungen.
Zur Eiablage nutzt sie auch künstliche Brutgewässer, z.B. Blumentopfuntersetzer, Vogeltränken, Plastikverpackungen (z.B. Joghurtbecher) oder verstopfte Dachrinnen.
Die Eier können Trockenperioden und den Winter überdauern.
Die Larven schlüpfen sobald der Wasserspiegel ansteigt und die Eier überflutet werden.
Abhängig von den Temperaturen können sich in Hessen (Mai bis Oktober) zwischen vier und fünf Tigermückengenerationen entwickeln.
Die wärmeliebende Mücke kann sich gerade im Hochsommer massenhaft vermehren.
Nur weibliche Individuen stechen Menschen, Tiere und Vögel.

Die Asiatische Tigermücke legt ihre Eier ab dem Frühjahr bis in den Spätsommer in kleinen Wasseransammlungen ab, die sich häufig auf Grundstücken und in Gärten in Siedlungsgebieten finden (z.B. Blumentopfuntersetzer, Regentonnen, Eimern, Gefäße, in denen sich Regenwasser sammelt.


Folgende Maßnahmen sollten bereits vor Beginn des Frühjahrs durchgeführt werden, um Eier und Larven der Tigermücke in Wasseransammlungen zu beseitigen. Damit kann erreicht werden, dass der erste Schlupf im Jahr (März/April) verhindert werden kann und in der Folge kein Massenschlupf (ab Mai/Juni) stattfindet. Schon eine Verringerung der Tigermückenpopulation sorgt für eine geringere Belästigung durch Stiche und senkt das Risiko für potentielle Krankheitsübertragungen deutlich.


Potentielle Brutstätten entfernen:
Gegenstände, in denen sich bei Regen kleine Wasseransammlungen bilden können, umdrehen oder ggf. entfernen. Eier und Larven sollen nicht über das Abwasser verbreitet werden, abgestandenes Wasser daher nicht in einen Abfluss geben, sondern wenn möglich direkt vergießen.
Beispiele: Eimer, Gießkanne, Spielzeug, Plastikmüll (Verpackungen, Joghurtbecher etc.), Dosen, Reifen, Schuhe, Gartenutensilien, Deko-Artikel.


Geplante Wasseransammlungen kontrollieren:
Stehendes Wasser mindestens 1x pro Woche erneuern. Gegenstände mit Bürste reinigen und Wasser vergießen, um Eier zu entfernen (nicht in den Abfluss!). Falls Material es zulässt, kann es alternativ auch ausgekocht werden.
Beispiele: Vogeltränke, Planschbecken.


Regentonnen schrubben und abdichten:
Regentonnen sollten mit einer Bürste geschrubbt werden. Das zur Reinigung verwendete Wasser sollte anschließend im Garten vergossen werden! Die Regentonne sollte abgedeckt sein. Falls nötig mit Fliegennetzen oder Fliegengitter zusätzlich offene Stellen, z.B. Stelle, an der das Regenrohr in die Regentonne verläuft, abdichten.


Weitere potentielle Brutstätten abdichten:
Beispiele: Fuß eines Sonnenschirmes – Rohr mit umgedrehter Plastikflasche abdichten, hohle Pfähle/Rohre von Zäunen abdichten oder mit Zement verschließen.


Regenrinnen frei von Laub halten:
Regenrinnen sollte mehrmals im Jahr von Laub befreit werden, damit sich kein Wasser ansammeln kann.


Gartenteich naturnah gestalten:
Die in naturnahen Gartenteichen lebenden Insekten, z.B. Libellenlarven, Wasserkäfer oder Wasserwanzen, fressen Stechmückenlarven. Fördern Sie diese natürlichen Gegenspieler in Ihrem Gartenteich, um Stechmücken zu reduzieren.

 

 

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