Im Verlauf des bisherigen Planungsprozesses hat sich gezeigt, dass die Entwurfsplanung der Leistungsphase 3 zum vorgesehenen Zeitpunkt noch nicht vollständig abgeschlossen werden konnte, anders als in der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses im Juli 2025 durch den beauftragten Projektsteuerer BMP in seiner Präsentation dargestellt. Ursächlich hierfür ist die Thematik der „Überbauung des Westerbachs“, die für den Neubau des Büchereigebäudes gemäß aktueller Planung vorgesehen ist.
Seit Oktober 2023 wurden mehrere Gespräche mit der Unteren Wasserbehörde zu diesem Thema geführt, dabei wurde unter anderem auch die aktuelle Planung vorgestellt. Fazit war, dass eine Überbauung als schwierig, aber möglich angesehen wurde. Klarheit sollte mit der Beantwortung der Bauvoranfrage erfolgen, die die Stadtverwaltung Eschborn im Oktober 2025 erreichte. Die Bauaufsichtsbehörde, die ebenso wie die Untere Wasserbehörde ihren Sitz in Hofheim hat, ging darin allerdings nicht auf diese Thematik ein, sondern verwies die Angelegenheit an die zuständige Fachbehörde, da der Vorgang mittlerweile im Zuständigkeitsbereich der Oberen Wasserbehörde liege, die dem Regierungspräsidium Darmstadt angegliedert ist.
Auf Nachfrage der Verwaltung konnte kurzfristig ein Termin bei der Oberen Wasserbehörde vereinbart werden, der am 04. Dezember 2025 in digitaler Form stattfand. Der Austausch ergab, dass eine Überbauung des Westerbachs nur mit großem baulichen Aufwand sowie erheblichen Eingriffen in den Bachlauf umsetzbar wäre. Die aufgeführten Anforderungen an die Gestaltung des Bachlaufs würden zu erheblichen Umplanungen führen, die auch wirtschaftlich nur unter besonderen Anstrengungen tragbar und daher kaum sinnvoll umsetzbar wären. Eine mögliche Variante wäre eine Ausführung des Gebäudes auf Stützen, sodass der Westerbach inklusive Flussufer offen ausgebildet werden könnte. Dabei würden allerdings auch erforderliche Flächen im Untergeschoss entfallen.
Vor dem Hintergrund dieser Hinweise sieht sich die Verwaltung in der Pflicht, die weitere Planung für den Bauteil der Bücherei zunächst zu unterbrechen und weitere Planungsvarianten zu erarbeiten. Ziel ist es, realistische Handlungsoptionen zeitnah auszuarbeiten und diese fachlich und inhaltlich zu bewerten.
Der Abschluss der Leistungsphase 3 wird im Zuge der weiteren planerischen Konkretisierung erfolgen. „Wir sind sehr zuversichtlich, den Gremien schon bald gute sowie sinnvolle Planungsvarianten zur Abstimmung vorlegen zu können, voraussichtlich bereits im Frühsommer 2026. Wir werden trotz der Herausforderung weiterhin mit großem Engagement und lösungsorientiert am bedeutendsten Bauprojekt für die Stadtentwicklung in Eschborn arbeiten“, so Alexander Schilling, kommissarischer Leiter des Fachbereiches Planen und Bauen.
Die Planungen und Terminabläufe der anderen Bauteile, besonders Stadthalle und Rathaus, sind von der Planungsunterbrechung der Bücherei nicht betroffen. „Die laufenden Arbeiten am Rathauskomplex und an den Nebenprojekten werden dementsprechend wie geplant fortgeführt“, erklärt Bürgermeister Adnan Shaikh. „Unser Anspruch ist auch weiterhin, das Großprojekt am Rathausplatz innerhalb des gesteckten Kosten- und Zeitrahmens umsetzen.“