Bürgermeister Shaikhs Haushaltsrede (zum Haushalt 2022)

Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher von Sternheim,

sehr geehrte Damen und Herren der Stadtverordnetenversammlung,

liebe Bürgerinnen und Bürger der Stadt Eschborn,

sehr geehrte Pressevertreterinnen und –vertreter,

 

ich freue mich, Ihnen den Haushaltplanentwurf der Stadt Eschborn für das Jahr 2022 vorzustellen und bringe ihn in die Stadtverordnetenversammlung ein.

Im letzten Jahr habe ich Ihnen einen Haushalt präsentiert, der im Zeichen der Pandemie von extremer Unsicherheit geprägt war und jetzt im Vollzug sich als deutlich positiver als geplant darstellt. Somit hat sich in einer unsicheren Lage unser städtischer Haushalt als krisenfest erwiesen. Dies ist maßgeblich der starken heimischen Wirtschaft mit einem guten Branchenmix zu verdanken.

 

Im letzten Jahr hatte ich an dieser Stelle gesagt, dass die Lage volatil ist und, dass ich verhalten optimistisch in die Zukunft blicke. Diese Vorausschau hat sich weitestgehend bestätigt. Durch eine – wenn auch schleppend gestartete – kraftvolle Impfkampagne ist in vielen Bereichen, vor allem im Wirtschaftsleben eine neue Normalität eingekehrt. Dazu haben wir auch ganz konkret vor Ort beigetragen. Zwischenzeitlich gab es bis zu fünf Testzentren in Eschborn, drei davon in städtischen Liegenschaften. Dazu haben wir umfangreiche Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit betrieben, um die Menschen zur Impfung zu motivieren. Mit acht öffentlich zugänglichen Impfaktionen des MTK und vielen weiteren Einsätzen der mobilen Impfteams in Eschborn haben wir unseren Teil dazu beigetragen, die Pandemie zurückzudrängen.

 

Jedoch dürfen wir nicht vergessen, dass vor allem in KITAs und in Schulen viele junge Menschen weiterhin mit Einschränkungen, regelmäßigen Tests und Infektionen die Pandemie alles andere als vorüber ist. Deshalb müssen wir auch weiterhin darauf achten, dass wir in Zeiten der Pandemie an der Seite der Familien und vor allem den Jüngsten stehen und sie nach Kräften unterstützen.

Insofern richte ich einen besonderen Dank an alldiejenigen, die im Rahmen der Pandemie besondere Opfer erbringen mussten und auch weiterhin müssen.

 

Ich bin überzeugt davon, dass wir im Jahr 2022 die Einschränkungen der Pandemie endlich weitestgehend hinter uns lassen können. Die Stadt Eschborn geht mit diesem Haushalt kraftvoll aus der Krise mit einer guten Perspektive für die Zukunft. Mit einem einstimmigen Votum haben wir im Magistrat diesen Haushalt beschlossen. Den eingeschlagenen Weg des Umsetzens sowie Finalisierens von Projekten möchte ich fortsetzen. In diesem Jahr konnten wir die Fertigstellung des Jugendhauses feiern, eine neue Sporthalle in Betrieb nehmen, das seit 20 Jahren lang erwartete Bürgerbüro eröffnen und zum ersten Mal über die neue Autobahnabfahrt im Gewerbegebiet Eschborn Süd fahren. Dazu sind wir in wesentlichen Fragen bei unseren Großprojekten vorangekommen. Die erste Phase des Architektenwettbewerbs für den Komplex Rathaus und Stadthalle ist bereits abgeschlossen, noch in diesem Jahr werden die Entwürfe der Öffentlichkeit vorgestellt und der Architektenwettbewerb damit abgeschlossen.

 

Dazu wurden die Weichen für die Erweiterung des Wiesenbads in nachhaltiger Bauweise gestellt, damit wir dieses lang ersehnte Projekt im kommenden Jahr entscheidend voranbringen können. Hier warten wir auf die Baugenehmigungen, damit wir Fördermittelanträge und Vergaben auslösen können. Dies gilt ebenso für die Alte Mühle, bei der wir nun nach Klärung aller wasserrechtlichen Fragen und nächstes Jahr mit dem Bau beginnen. Das Gebäude der Obdachlosenunterkunft Flosset ist fertigstellt, es fehlen nur noch die Möbel und die Außenanlagen müssen noch gestaltet werden.

 

Im letzten Jahr habe ich betont, dass ich keine Luftschlösser zeichnen möchte, sondern beschlossene Projekte auf die Zielgerade setze! Dies gilt für mich weiterhin.

 

Herr Stadtverordnetenvorsteher, meine sehr geehrten Damen und Herren,

lassen Sie mich nun zum eigentlichen Zahlenwerk kommen. Das Haushaltsvolumen wächst auf über 250 Millionen Euro, d.h. eine Viertelmilliarde Euro, an. Angesetzt sind Einnahmen in Höhe von etwas über 252,5 Millionen Euro. Hiervon stellen Steuern und ähnliche Erträge mit über 90 Prozent der Summe die größte Position dar. Zu Beginn der Pandemie war nicht absehbar, wie sich unsere Wirtschaft entwickeln würde. Doch muss man feststellen, dass in Summe das Gewerbesteueraufkommen erfreulich stabil geblieben und durch Sondereffekte sogar erheblich gestiegen ist. Das kann und darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Pandemie viele kleine und mittelständische Gewerbetreibende bitter getroffen hat. Insofern war unser lokal fokussiertes und breit gestreutes Hilfsangebot genau der richtige Weg. Mit dem Digitalisierungswettbewerb, unseren Gutscheinaktionen, unbürokratischer Hilfe und intensiver Beratung durch unsere Wirtschaftsförderung standen und stehen wir unserem Mittelstand zur Seite und bekennen uns damit zu ihm!!

 

Deshalb sieht mein Haushaltsentwurf vor, im kommenden Jahr erneut ganz bewusst auf Steuer- und Hebesatzerhöhungen verzichten. Wir bleiben damit verlässlicher Partner unserer Unternehmen und verbleiben bei einem wettbewerbsfähigen und gleichsam attraktiven Gewerbesteuerhebesatz von 330. In Zeiten, in denen fast all unsere Nachbarn über Erhöhungen nachdenken oder dies ihren Gremien schon vorgeschlagen haben, bekennen wir uns zu unserem wettbewerbsfähigen Standort. Zudem sind Erhöhungen der Hebesätze auch im Hinblick auf eine möglichst rasche wirtschaftliche Erholung nicht förderlich.

 

Die Gewerbesteuer ist alleine mit 200 Millionen Euro angesetzt. Der Einkommensteueranteil kehrt mit 17,8 Millionen Euro auf Vorkrisenniveau zurück. Die Umsatzsteuererträge sinken auf 9,8 Millionen Euro. Die Einnahmen Grundsteuer B bleiben konstant bei knapp 2,9 Millionen Euro. Die Grundsteuer A wird mit 10.000 Euro zu Buche schlagen. Unsere Spielapparate- und Spielhallensteuer bleibt im Ansatz auf 400.000 Euro stabil. Die Hundesteuer bringt der Stadt Eschborn Einnahmen in Höhe von 75.000 Euro. Ich kann meinen Zweifel an der Notwendigkeit dieser Steuer nur erneuern. Der Verwaltungsaufwand der Einführung ist zwar weitestgehend überwunden. Jedoch führen gewisse Konstellationen immer wieder zu hohem Aufwand in der Sachbearbeitung einzelner Fälle und das für einen sehr überschaubaren Nutzen.

Weitere größere Einnahmepositionen bilden vor allem die privatrechtlichen Leistungsentgelte, mit knapp 900.000 Euro und die öffentlich-rechtlichen Leistungsentgelte mit 12 Millionen Euro.

 

Unsere Aufwendungen summieren sich auf über 239,5 Millionen Euro. Dabei lösen wir jedoch zusätzlich noch Rückstellungen in Höhe von 41,9 Mio. Euro zur Deckung von Umlageverpflichtungen auf. Damit können wir die extrem hohen Umlagen in Höhe von 195 Millionen Euro noch so abdecken, dass wir positive Ergebnisse und einen Überschuss erwirtschaften können. Dies führt zu der absurden Situation, dass fast 85% unserer gesamten Einnahmen im nächsten Jahr zur Deckung unserer Umlageverpflichtungen eingesetzt werden müssen. Ins Verhältnis gesetzt zu unseren Gewerbesteuereinnahmen bleiben uns so gerade noch 2,5 Cent von jedem Euro Gewerbesteuer. Dies erklärt sich vor allem auch aus den Einnahmen in den besonders ertragsstarken Jahren 2020 und 2021. Unsere Belastung durch Umlageverpflichtungen erreicht damit einen Wert, bei dem man kaum noch von kommunaler Selbstverwaltung sprechen kann. Selbstverständlich sehen wir uns als solidarischer Teil der kommunalen Familie an und leisten dort unseren Beitrag. Jedoch erreichen die Verpflichtungen in 2022 ein nicht nachhaltiges Niveau an Abgabenbelastung, welches sich schädlich auf unseren Standort auswirkt.

Den größten Posten bildet bei den Verpflichtungen die Kreisumlage in Höhe von 68,3 Millionen Euro. Die Schulumlage beträgt 33 Millionen Euro. In Summe fließen dem Main-Taunus-Kreis so 101,1 Mio. Euro an Umlagen aus Eschborn zu. Gemessen an den Werten des Haushaltsjahres 2021 finanziert Eschborn so 1/3 des gesamten Kreishaushalts.

In den kommunalen Finanzausgleich fließen über die Solidaritätsumlage 56,9 Millionen Euro, über die Gewerbesteuerumlage 21,2 Millionen Euro und über die Heimatumlage 13,2 Millionen Euro. So fließen den hessischen Kommunen direkt 91,3 Millionen Euro an Hilfen über Umverteilungsmechanismen zu.

 

Weitere Ausgabenschwerpunkte im Ergebnishaushalt stellen vor allem die Ausgaben für das Personal dar, welche sich auf knapp unter 35,5 Millionen Euro im Ansatz belaufen werden. Die hohe Steigerung zum Vorjahr erklärt sich aus der Tatsache, dass wir in vielen Bereichen unbesetzte Stellen mit neuen Kräften füllen konnten. Leider stellt sich jedoch vor allem im Fachbereich 5 – Planen und Bauen noch ein erhebliches Defizit dar. Hier ist qualifiziertes Personal im engen Korsett der tarifrechtlichen Möglichkeiten weiterhin Mangelware, auch eine mögliche Besserung in Zeiten pandemiebedingter Konjunkturabschwächung hat sich nicht bemerkbar gemacht. Durch Förderung von eigenem Personal und Übertragung von höherwertigen Aufgaben können wir diesen Mangel teilweise auffangen, doch eine nachhaltige Lösung für das Problem ist es nicht. Leider zeigt sich dies auch immer wieder bei der Umsetzung von Projekten, denn die Kapazitäten der Verwaltung sind endlich. Dafür müssen wir gemeinsam Lösungen finden, denn wir müssen unsere Projekte schneller umsetzen können.

 

Deshalb finden Sie auch keine neuen Großprojekte im Haushalt, denn wir schieben immer noch genügend Unvollendetes und Unbegonnenes vor uns her. Projekte umsetzen, um uns neue Perspektiven für die Zukunft zu eröffnen, ist meine Selbstverpflichtung.

Leichte Steigerungen sind auch bei Sach- und Dienstleistungen geplant, die sich im kommenden Jahr auf 29,5 Millionen Euro summieren.

 

Sie hatten anfangs meine Ausführungen zum Thema Umlageverpflichtungen gehört. Dennoch kann ich Ihnen erfreulicherweise einen Haushalt vorlegen, der im Ergebnisteil positiv abschließt, mit einem kräftigen Überschuss im Jahresergebnis von 12,5 Millionen Euro. Das Verwaltungsergebnis ist jedoch bei -20 Millionen Euro, welches sich aus den extrem hohen Umlageverpflichtungen erklärt. Dem stehen natürlich hohe Überschüsse in den Verwaltungsergebnissen aus 2020 und auch 2021 gegenüber. Dies erklärt sich auch daraus, dass wir kräftig investieren wollen und auch Grundstücke und Liegenschaften ankaufen möchten, um weitere Entwicklungsmöglichkeiten abzusichern.

 

Denn wir wollen auch weiter kräftig investieren. Im nächsten Jahr streben wir ein Investitionsprogramm in Höhe von fast 69 Millionen Euro an. Ergänzt wird dieses Programm über die Änderungsliste noch an einigen Stellen. Eine wesentliche Änderung wird noch der Verlustausgleich und die Kapitalaufstockung unseres Gemeinnützigen Wohnungsunternehmens, kurz GWE, darstellen. Die GWE hat in den vergangenen Jahren immense Projekte vorangetrieben und nach aktuellem Stand sieht es nicht so aus, als ob sich daran etwas ändern wird. Durch vergleichsweise hohe Zinsen werden die dortigen Bücher belastet. Gleichzeitig haben wir im städtischen Haushalt hohe Kosten für Verwahrentgelte. Insofern sollte es hier – dies mein Vorschlag an Sie – zu einem Ausgleich kommen. Denn auch in den kommenden Jahren haben wir noch viele Projekte mit der GWE – ich nenne die Stichworte bezahlbarer Wohnraum und Mittelstandswohnen – vor.

Kräftig investieren wir auch in die Digitalisierung unserer Verwaltung. Nach den Verpflichtungen des OZG müssen wir bis Ende 2022 alle wesentlichen öffentlichen Dienstleistungen dem Bürger auch auf digitalem Wege ermöglichen. Viele Prozesse werden hierbei auch grundsätzlich angepasst und neue Hard- und Software wird notwendig. Aus diesem Grund haben wir in 2022 280.000 Euro in diesem Bereich vorgesehen. Die Erweiterung und der Umbau des Rathauses schlägt mit 10 Mio. Euro zu Buche, der Neubau der Stadthalle ebenfalls.

 

Erstmals sehen wir ein Budget für Grundstückskäufe vor, hier haben wir rund 26 Mio. Euro vorgesehen. Damit verfolgen wir strategische Ziele in Eschborn und möchten unsere Verhandlungsposition stärken. Die Transparenz gegenüber den städtischen Gremien wird dennoch gewahrt, denn jeder Grundstückskauf muss und wird weiterhin durch Sie beschlossen werden.

 

Eschborn ist eine sportliche Stadt, meine sehr geehrten Damen und Herren!

Im Jahr 2020 ist im Sport vieles zum Erliegen gekommen, es gab für niemanden Planungssicherheit. Doch allein in den letzten Wochen habe ich so viele großartige Sportveranstaltungen in Eschborn gesehen, dass ich überzeugt davon bin, hier lohnt sich jeder städtische Euro. In Summe stehen im Haushalt für sportbezogene Ausgaben über 24 Mio. Euro bereit. Knapp 280.000 Euro für eine Multisportanlage an der Hanny-Franke-Anlage, über 200.000 Euro an Zuschüsse für Vereinssport und Sportveranstaltungen in Eschborn, 515.000 Euro für Instandhaltung unserer Sportanlagen, 890.000 Euro für die Instandhaltung des Wiesenbads, die Aufwertung der Sportfelder an der HvK für 545.000 Euro, der Bau des Kunstrasenplatzes an der Westerbach-Sportanlage für 2 Mio. Euro sowie die Erweiterung des Wiesenbads mit einem 50 Meter-Becken für in Summe knapp 18 Mio. Euro. Vom Radrennen Eschborn-Frankfurt mit einem Tour de France-Sieger über die Deutsche Meisterschaft der Herren 65 bei uns in Eschborn und die vielen tollen Fußballmannschaften allen Alters in Eschborn, alle zeugen davon, dass Eschborn durch und durch Sportstadt ist.

 

Einer unserer Klassiker, der Eschathlon fand vor einigen Tagen statt. Die Menschen waren begeistert von der tollen Organisation, der Stadtlauf Verein Eschborn hatte vieles auf die Beine gestellt für dieses tolle Event. Leider nahm das Rennen – wie bereits berichtet – ein ebenso abruptes wie tragisches Ende mit einem Verkehrsunfall am Rande der Strecke, bei dem eine Helferin tödlich verletzt wurde. Unsere Gedanken sind bei ihren Angehörigen und wir stehen ihnen in dieser schweren Zeit der Trauer zur Seite. Auch den Stadtlauf Verein werden wir mit dieser schrecklichen Situation nicht alleine lassen und unterstützen den Verein nach Kräften.

 

Im Bereich der Sicherheit und Ordnung hat Eschborn in den letzten Jahren viele Neuerungen gesehen und dennoch bleibt viel zu tun. Als Kompass-Stadt haben wir für uns Ziele definiert, wie wir Eschborn noch lebenswerter für unsere Bürgerinnen und Bürger machen können. In diesem Zusammenhang wurde oft das subjektive Sicherheitsgefühl als ausbaufähig genannt. Um unsere Stadtpolizei in Eschborn zu unterschiedlichen Uhrzeiten noch präsenter zu haben, schaffen wir dort eine weitere Stelle. Dazu ist Sauberkeit auch immer ein großes Thema, weshalb eine neue Kehrmaschine – um nur einen von unterschiedlichen Aspekten zu nennen – ebenfalls im Haushalt eingeplant ist. Für unsere Sicherheit sorgt auch die Freiwillige Feuerwehr. Deshalb ist im Rahmen des Feuerwehrbedarfs- und Entwicklungsplans die Anschaffung eines Rüstwagens für 650.000 Euro geplant. Als gemeinsame Aufgabe in diesem Bereich sind wir im Bereich des Tierschutzes mit dem Tierheim in Bad Soden/Sulzbach aktiv. Hier schlage ich vor, den Zuschuss auf 1 Euro pro Bürger zu erhöhen. Damit würden wir den Zuschuss verdoppeln, aber pro Kopf ebenso viel wie Sulzbach beisteuern. Das Geld wird beim Verein dringend benötigt und ist dort gut angelegt.

 

Nachhaltigkeit ist ein Kernthema für die Verwaltung. Alle Infrastrukturprojekte und Investitionsvorhaben richten sich maßgeblich daran aus. Denn die Mehrinvestitionen machen sich für künftige Generationen bezahlt. Für Photovoltaikanlagen sehen wir im kommenden Jahr 500.000 Euro vor. Dabei möchten wir auch bei der Alten Mühle innovative denkmalgerechte Solarziegel zum Einsatz bringen und mit einer Solarblume, welche eine Wallbox angeschlossen hat auch direkt das Laden von Fahrzeugen ermöglichen. Das Förderprogramm für Klimaschutzmaßnahmen findet großen Anklang in der Bevölkerung. Ich unterschreibe wöchentlich viele Förderbescheide, bei denen Eschbornerinnen und Eschborner ihr Haus für wenige tausende oder mehrere zehntausende sanieren und dabei die Unterstützung der Stadt als wertvolle Unterstützung ansehen.

 

Wir werden zeitnah 6 e-Fahrzeuge im Rahmen unserer regelmäßigen Ersatzbeschaffungen erwerben und somit auch in unserem Fuhrpark die CO2-Emmissionen sukzessive abbauen. Ein zentrales Fahrzeugmanagement soll hierbei ebenfalls helfen, indem wir versuchen, auch die Zahl der nicht spezialisierten Fahrzeuge zu verringern. Damit sparen wir auf die lange Sicht wertvolle Ressourcen praktisch ohne Komforteinbußen nur durch intelligentere und synergienutzende Organisation.

 

Bei dem Kultursponsoring haben wir Ihnen, sehr geehrte Stadtverordnete, eine Vorlage der Verwaltung vorgelegt, welche die Förderung von kulturellen Einrichtungen zeitgemäß gestaltet. Wir möchten so die Transparenz für alle erhöhen und gleichzeitig Abhängigkeiten verringern. Wichtig ist uns dabei auch, dass besonders die jungen Menschen in Eschborn und Niederhöchstadt von diesen Kooperationen profitieren können. Auch für das kommende Jahr sind wieder 215.000 Euro für das Radrennen Eschborn-Frankfurt und je 50.000 Euro für die Alte Oper Frankfurt, das English Theatre, die Oper Frankfurt, das Filmmuseum Frankfurt und für das Dialogmuseum Frankfurt 20.000 Euro eingeplant. Zusätzlich ist auch ein Budget zur Förderung von kleineren Kultureinrichtungen in Höhe von 50.000 Euro vorgesehen. Wie bereits in diesem Jahr soll hier der AJSS über die Vergabe entscheiden.

Erstmalig gibt es ein Bürgerbudget in Höhe von 30.000 Euro, wie von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen.

 

Neben der großen Förderung der Kultur in der Region, ist vor allem das kulturelle und gemeinschaftliche Leben in den Eschborner Vereinen wichtig. Sie bilden das Rückgrat und gleichzeitig den Herzmuskel der Stadtgesellschaft und sind von großer Bedeutung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Deshalb stehen wir weiterhin eng an der Seite der ehrenamtlich engagierten Mitbürgerinnen und Mitbürger. Das zeigt sich auch in der Vereinsförderung, die sich auf über eine 1 Mio. Euro beläuft. Corona hat gezeigt, dass wir auf unsere Vereine zählen können und wir müssen ihnen helfen, nach dieser Zeit wieder in gewohntem Umfang aktiv zu werden. In Sprechstunden und regelmäßigen Rücksprachen mit Vereinen stellen wir sicher, dass ihre Anliegen bei uns auch weiterhin höchste Priorität genießen.

 

Eschborn ist eine familienfreundliche Stadt. Mit der intensiven Unterstützung unseres Schulträgers, dem Main-Taunus-Kreis, bei der Digitalisierung der Schulen möchten wir seine Bemühungen noch weiter beschleunigen. Denn unsere Kinder sind unsere Zukunft. Ein wesentlicher Teil des städtischen Geldes fließt in die Kinderbetreuung. Im nächsten Jahr planen wir mit Zuschüssen in Höhe von knapp 18 Mio. Euro für die städtischen Kitas und knapp 5,4 Mio. Euro für die kirchlichen Träger, Krippen und private Träger.

Das ist auch ein wesentlicher Anteil, der Eschborn zu einer sozialen Stadt macht. Die Elternbeiträge sind vergleichsweise gering und dafür wird ein umfangreiches Angebot gemacht. Wir erhöhen regelmäßig die Betreuungsstandards und haben auch für das kommende Jahr eine Verbesserung des Betreuungsschlüssels mit mehr Personal eingeplant.

 

Im Bereich der städtischen Infrastruktur haben wir auch im kommenden Jahr, neben der bereits begonnen grundhaften Sanierung der drei Gassen in Niederhöchstadt, umfangreiche Instandhaltungsarbeiten bei unseren städtischen Straßen und Wasserleitungen vor.

Eines der wesentlichen Infrastrukturprojekte Eschborns ist mit der neuen Autobahnabfahrt gerade abgeschlossen worden. Viele weitere Verkehrsprojekte stehen uns noch bevor. Mit den Bahnhofsumbauten wird es im nächsten Jahr vor allem in Eschborn Mitte Fortschritte geben. Auch die Planungen für die RTW treten in eine entscheidende Phase ein, sodass wir dort eine Kapitalaufstockung vornehmen.

 

Mit unserem neuen Nahmobilitätsbeauftragten haben wir einen wirklichen Experten in diesem Bereich finden können. Teile seiner Arbeit sind schon sichtbar, anderes wird im nächsten Jahr weiter Fahrt aufnehmen. Die Radfahrerlobby findet bei uns großes Gehör mit ihren Anliegen und so wird das Angebot für Radfahrerinnen und Radfahrer Stück für Stück verbessert und modernisiert. Mit Fahrradboxen bieten wir an den Bahnhöfen sichere Abstellmöglichkeiten. Als Smart-City Projekt haben sich die Parksensoren an den Park+Ride-Parkplätzen an unseren Bahnhöfen als voller Erfolg erwiesen und ermutigen uns hier, weiter innovative Wege zu gehen. Die gute Resonanz zeigt auch, dass die von uns unterstütze Planung der Radschnellwege FRM 4 und FRM 5 richtig und wichtig ist, um einen attraktiven Mobilitätsmix zu erreichen, der alle Verkehrsträger stärkt.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte es auch in diesem Jahr nicht versäumen einen besonderen Dank an den Fachbereich 1 – Finanzen mit seinem Leitungsteam zu richten für die professionelle Vorbereitung dieses Werkes, welches Sie nun gleich in ihren Händen halten.

Danken möchte ich auch allen anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung. Dass ein Job in der Verwaltung – entgegen der Meinung einiger – nicht immer nur Zuckerschlecken ist, zeigen uns einige schwere Krankheitsfälle in der Verwaltung. Dass alle nun auf dem Wege der Besserung sind, freut mich sehr. Gleichzeitig danke ich allen, die in dieser Zeit doppelte Belastungen aufgefangen haben und dafür sorgen, dass alle Leistungen wie gewohnt zur Verfügung stehen.

Deshalb möchte ich allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Rathaus sehr herzlich danken. Die Verwaltung hat in diesem Jahr erneut zeigen müssen, dass auch in schwierigen Zeiten auf sie Verlass ist. Auch wenn wir inzwischen langsam einer Normalisierung entgegengehen, war dieses Jahr noch von vielen besonderen Herausforderungen geprägt. Diese haben wir erfolgreich gemeistert und dafür bin ich dankbar.

In den Beratungen, die jetzt zum Haushaltsplanentwurf 2022 folgen, stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung und ich als verantwortlicher Kämmerer für weitere und ausführlichere Informationen gerne zur Verfügung.

 

Ich freue mich auf die weitere Beratung im konstruktiven Geiste und den Bürgerinnen und Bürgern Eschborns verpflichtet. Der Haushaltsplan ist hiermit eingebracht und liegt Ihnen nun zur Beratung vor.

Herzlichen Dank!

 

Die Rede wurde am Donnerstag, dem 7. Oktober 2021, in der Stadtverordnetenversamlung gehalten.

Es gilt das gesprochene Wort!

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