Die Seniorenimmobilie am Rapp-Kreisel nimmt Gestalt an

Eigentlich hätte es ein veritables Richtfest für die Seniorenimmobilie am Rapp-Kreisel sein sollen, wie alle Beteiligten bedauernd feststellen, doch man wollte Corona-bedingt kein Risiko eingehen, und so wurde es eine Begehung mit Bürgermeister Adnan Shaikh und Magistratsmitgliedern - sozusagen „im kleinen Kreis“.

Michael Kübler, Geschäftsführer Gemeinnütziges Wohnungsunternehmen Eschborn GmbH (GWE), und sein Kollege und technischer Leiter, Johannes Grewe, führten über die Baustelle. Das gut 4300 Quadratmeter große Grundstück grenzt unmittelbar an den Neubau der Katholischen Kirchengemeinde Christ-König, und das gesamte Bauvorhaben umfasst eine Brutto-Grundfläche von knapp 9000 Quadratmetern.

 

Zwar erfolgte der Spatenstich bereits am 26. August 2019, doch erst seit Mai 2020 wird gebaut; die Fertigstellung ist bereits für den Sommer des kommenden Jahres geplant. Die Experten verweisen jedoch darauf, dass die Pandemie auch die Lieferzeiten vieler Materialien ungünstig beeinflusst. Immerhin profitiert die GWE unter anderem von Erfahrungen mit der Ausstattung im Wohn- und Pflegeheim in Niederhöchstadt, wie Grewe erzählt: „Dort haben wir festgestellt, dass selbstschließende Türen technisch sehr empfindlich sind, so dass die älteren Leute häufig vor einer Tür stehen, die eigentlich automatisch aufgehen sollte, es aber nicht tut. Daher haben wir andere Lösungsmöglichkeiten gefunden, von der wir uns mehr versprechen.“ Auch ein Transponder-Schließsystem hätte sich als nicht geeignet herausgestellt, denn gerade ältere Leute, die ihre Finger schlecht bewegen könnten, hätten Probleme, einen Knopf zu drücken. „Daher werden wir eine solche Technik nicht mehr installieren und die Bewohnerinnen und Bewohner bekommen wieder einen Schlüssel ausgehändigt.“

 

Klar zu erkennen während der Begehung waren schon die Grundrisse der Räumlichkeiten, die allesamt barrierefrei gestaltet werden. Im Seniorenwohnhaus, das über eine Brutto-Grundfläche von gut 3100 Quadratmetern verfügt, sind 29 Wohnungen – davon 14 gefördert und 15 frei finanziert – in einer Größe zwischen 35 und 53 Quadratmetern vorgesehen. Dafür liegen der GWE, die die Vermietung und Verwaltung übernimmt, bereits über 150 Bewerbungen vor, wie Kübler erzählt.

 

Im Altenpflegeheim mit einer Brutto-Grundfläche von nahezu 3700 Quadratmetern gibt es Plätze für 60 Menschen, aufgeteilt auf fünf Pflege-Hausgemeinschaften à elf bis 13 Personen. Hier verfügen alle über einen eigenen Schlafraum mit Bad.  Im Innenhof soll ein beschützter Bewohnergarten eingerichtet werden, wo beispielsweise auch ein kleiner Kräutergarten im Hochbeet anlegt werden kann.

 

Betreiber des Pflegeheims wird die Frankfurter ProjectCare GmbH sein. Für die Stadt Eschborn steht im Vordergrund, den altersgerechten Wohnbedarf, der in Anbetracht der demografischen Entwicklung entsteht, zu decken, wie Bürgermeister Shaikh betont.

Auch soll die Aufenthalts- und Lebensqualität an diesem Standort verbessert werden. Daher sind in den knapp 600 Quadratmetern großen Gewerbeflächen ein Café, ein Friseursalon und eine Fußpflege (Podologie) vorgesehen; nicht zuletzt findet auch eine Seniorenberatungsstelle hier ihren Platz. Unter den Gebäuden wird eine gemeinsame Tiefgarage für 65 Fahrzeuge zur Verfügung stehen – davon 28 private und 37 öffentliche Stellplätze, für die es eine Parkscheinregelung geben soll, unter anderem auch für Kirchenbesucherinnen und -besucher.

 

„Als Stadt sind wir sehr stolz und glücklich, dass wir nach gerade mal einem Jahr Bauzeit heute das Richtfest feiern konnten“, zeigt sich Bürgermeister Shaikh erleichtert, „und wir freuen uns noch mehr darauf, dass wir im Sommer des nächsten Jahres ein bezugsfertiges Seniorenheim haben werden, das für viele Menschen hier vor Ort die sehr kostbare Möglichkeit bietet, dass sie auch die letzten Jahre im Herbst ihres Lebens hier in Eschborn, ihrer Heimatstadt, verbringen können. Denn frei nach dem Motto ‚einen alten Baum verpflanzt man nicht‘, kommt das den Menschen hier vor Ort zupass und zugute, und darüber freuen wir als Stadt uns sehr.

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