Eschborn steht gemeinsam gegen Gewalt an Frauen

Auch in diesem Jahr beteiligten sich die Stadt Eschborn und mehrere Vereine an der UN-Kampagne zur Prävention von Gewalt an Frauen und Mädchen.

Denn Gewalt beginnt nicht erst mit Schlägen. Auch Bedrohungen, Beschimpfungen oder Kontrolle sind Formen von Gewalt, ob nun auf der Straße, online, auf der Arbeit oder zuhause.

Der Aktionszeitraum startete am 25. November, dem Internationalen Tag zur Beendigung der Gewalt gegen Frauen, mit der symbolischen Präsentation der orangenen Flagge vor dem Rathaus und am Kinder- und Jugendhaus.

Am folgenden Mittwoch, dem 30. November bot die Stadt Eschborn ein Info-Stand-Sofa zum Thema Partnerschaftsgewalt an. Denn Frauen sind im Vergleich zu Männern überproportional häufig von häuslicher Gewalt betroffen. Andrea Bartels-Pipo vertrat dabei den Frauen-helfen-Frauen e.V., Träger des Frauenhauses im Main-Taunus-Kreis. Neben Bürgerinnen und Bürgern folgten auch Mitglieder der Verwaltung der Einladung zu einem Austauschgespräch und einer heißen Tasse Tee.

Erste Stadträtin Bärbel Grade begrüßte das Angebot, das das Tabuthema stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken soll.

"Frauenhausplätze sind in ganz Hessen sehr rar", erklärte Andrea Bartels-Pipo. "Es müssen in fast allen Regionen weitere Familienzimmer und Übergangswohnungen geschaffen werden, um den tatsächlichen Bedarf für betroffene Frauen zu decken. Gleichzeitig ist die Lage auf dem Wohnungsmarkt sehr angespannt. Damit ist es sehr schwierig für Frauen und ihre Kinder, bezahlbaren Wohnraum zu finden und aus dem Frauenhaus auszuziehen."

Am 7. Dezember informierte dann der Verein Frauenwürde e.V. über seine Angebote als Beratungsstelle für Schwangerschaftskonflikte, Familienplanung, Frühe Hilfen, und Sexualpädagogik. Dabei wurden 40 Geschenktütchen mit selbstgebackenen Plätzchen verkauft. Der Erlös ging an Schwangere in Not.

Auch über den Aktionsraum hinaus verpflichtet sich die Stadt Eschborn dazu, die Belange von Frauen und die Gleichstellung der Geschlechter zu vertreten. Angestellte der Stadt Eschborn können sich dazu an die interne Frauenbeauftragte Petra Voigt richten. Für Bürgerinnen und Bürger ist die externe Gleichstellungsbeauftragte Bianca Bellchambers zuständig.

"Frauenrechte sind nicht selbstverständlich, sondern müssen eingefordert und erhalten werden", erklärte die neue Gleichstellungsbeauftragte, die am 12. Dezember auch in den Präventionsrat der Stadt Eschborn aufgenommen wurde.

„Rechtlich sind Frauen, Männer und diverse Geschlechter schon gleichberechtigt. Aber der aktuelle Bericht „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“ des Bundeskriminalamts zeigt, dass in der Realität immer noch 58 % der Frauen in Deutschland öffentliche Räume und Verkehrsmittel meiden, aus Angst, Ziel von Übergriffen zu werden. Im Präventionsrat bin ich an der richtigen Stelle, um mich für Frauen in Eschborn einzusetzen.“

Betroffene Frauen sowie deren Angehörige, Freundinnen und Freunde erhalten Rat bei der Beratungsstelle von „Frauen helfen Frauen“ unter der Telefonnummer 06192 24212, beim Frauenhaus des Main-Taunus-Kreises unter der Nummer 06192 26255 und bei der externen Gleichstellungsstelle der Stadt Eschborn unter der Telefonnummer 06196 490-189.

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