Eschborner Stadtwald: Große Vielfalt auf kleiner Fläche

Knapp oberhalb des Waldschwimmbads Kronberg geht Eschborn noch weiter - zumindest auf einer Fläche von rund 120 Hektar. Hier findet sich nämlich der Stadtwald Eschborn, entstanden nach der Auflösung der sogenannten „Markgenossenschaft“ Anfang des 19. Jahrhunderts, als der Wald in der Gemarkung Kronberg unter den diversen Markgemeinden aufgeteilt wurde.

Heutzutage ist das Gebiet gekennzeichnet durch eine große Vielfalt an Baumarten. „Wir haben hier überwiegend Laubhölzer wie Buche und Eiche. Und das ist auch für das gesamte Bundesland typisch“, weiß Martin Westenberger, Revierleiter der Revierförsterei Kronberg im Forstamt Königstein, und erklärt, was es mit der „Forsteinrichtung“ auf sich hat. Denn dieses Planungswerk, das alle zehn Jahre auf Basis einer Inventur erstellt wird, hält beispielsweise fest, was verändert werden muss und wie viel geerntet werden kann.

 

„Generell geht der Wille des Waldeigentümers, hier also der Stadt Eschborn, vor, aber wir Förster übernehmen die fachliche Planung und steuern die Maßnahmen. Die Holznutzung und ein finanzieller Ertrag sind zwar wichtig, aber stehen nicht im Vordergrund.“

 

Das kann Bürgermeister Adnan Shaikh, der sich den Stadtwald bei einer gemeinsamen Begehung zeigen lässt, nur bekräftigen: „Hier kommt es uns nicht auf die schnelle Mark an, und das Defizit von rund 4500 Euro im Jahr ist gut zu verschmerzen.“

 

So liegt das Hauptaugenmerk auf den Faktoren Erholung - für Wanderinnen und Wanderer gibt es Unterstellmöglichkeiten und viele Sitzgruppen - und Naturschutz. Gemäß dem Grundgedanken des nachhaltigen Wirtschaftens wird beständig ein Vorrat aufgebaut, also weniger geschlagen als nachwächst. Dieser „laufende Zuwachs“ ist ebenfalls in der Forsteinrichtung festgehalten.

 

Aktuell bestehe allerdings eine Notlage, weiß Westenberger: „Gerade bei der Fichte müssen wir eingreifen, denn die vom Borkenkäfer befallenen Bäume müssen geschlagen werden, und dann können wir diese Nachhaltigkeitsgrundsätze nicht unbedingt einhalten. Speziell im Nadelholz geben uns momentan die Schäden vor, was wir tun müssen, aber auch die Buche leidet aufgrund der trockenen Sommer sowie wegen Pilz- und Käferbefall.“

 

Doch neben dem Erholungswert hat der Eschborner Stadtwald noch weiteres zu bieten: Wer sich einen Leseholzschein bei der Revierförsterei holt, darf sich - außerhalb der Brut- und Setzzeiten - Brennholz aus dem Wald holen. Außerdem wird auch der Kerbebaum für den Niederhöchstädter Markt immer aus dem Bestand dieses Gebiets entnommen. Und die 1984 errichtete „Eschborner Hütte“ wird beispielsweise bei Exkursionen von Kindergartengruppen genutzt.

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