Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen

Akteurinnen und Akteure setzen ein Zeichen für Schutz und Unterstützung Betroffener am Orange Day

Zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen wurde am 25. November mit Eschborner Akteurinnen und Akteuren aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft das Banner „Wir sagen: Nein zu Gewalt gegen Frauen!“ am Interims-Rathaus in der Ludwig-Erhard-Straße aufgehängt. Dies dient als Zeichen der klaren Ablehnung von partnerschaftlicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. 
 

„Wir wollen von Gewalt betroffenen Frauen zeigen, dass wir zu ihnen stehen. Sie sollen das Vertrauen und die Sicherheit haben, dass ihnen geglaubt wird und wollen sie ermutigen, die lokal verfügbare, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen“, betont Erste Stadträtin Bärbel Grade, in deren Dezernat die städtische Gleichstellungstelle angesiedelt ist. Zu dem Fototermin erschienen neben Bürgermeister Adnan Shaikh und Erster Stadträtin Bärbel Grade auch Mitglieder des städtischen Präventionsrats, Vertreterinnen des Eschborner Vereins Frauenwürde sowie die Vorsitzende des Frauen helfen Frauen e.V. im Main-Taunus-Kreis. Der Verein ist Träger des Frauenhauses im Kreis. 
 

Das vergangene Woche veröffentlichte Lagebild des Bundeskriminalamts zum Thema Häusliche Gewalt macht das systemische Ausmaß von Gewalt gegen Frauen – mit einem besonderen Fokus auf Partnerschaftsgewalt – einmal mehr deutlich. In 2024 wurden deutschlandweit 187.128 Frauen als Opfer häuslicher Gewalt polizeilich erfasst. Geschlechtsspezifische Gewalt wird überproportional von Männern ausgeübt, insbesondere von Partnern oder Ex-Partnern. In 132 Fällen brachten (Ex-)Partner ihre Frau oder Lebensgefährtin um. In Trennungs- oder Scheidungssituationen sind Frauen besonders gefährdet. Gewalttätiges Verhalten gegenüber Mädchen und Frauen wird zunehmend akzeptiert und als normal empfunden, zu diesem erschreckenden Ergebnis kommt die Mitte-Studie 2024/2025 der Friedrich-Ebert-Stiftung.


Die Stadt Eschborn setzt sich nicht nur im Rahmen der #OrangetheWorld-Kampagne, sondern auch darüber hinaus für die Rechte von Frauen und Mädchen sowie die Gleichstellung der Geschlechter ein. Gemeinsam mit dem Büro für Staatsbürgerliche Frauenarbeit und der Koordinatorin für Interkulturelle Integration wurde am Abend eine Veranstaltung zur Gewaltprävention im Bürgerzentrum durchgeführt. Diese ist ein Beispiel der weiteren Schritte der Stadt, das Bewusstsein für diese wichtigen Themen zu erweitern und aktiv die Handlungssicherheit von Frauen zu stärken.


Von Gewalt betroffene oder gefährdete Personen ebenso wie Angehörige finden Unterstützung beim Hilfetelefon. Unter der Nummer 116 016 bietet es europaweit und rund um die Uhr kostenlose Beratung in 19 Sprachen. Die Beratungsstelle von „Frauen helfen Frauen“ in Hofheim ist während ihrer Öffnungszeiten telefonisch, online und in Person erreichbar. Männer, die von Gewalt betroffen sind, können sich an das spezielle Hilfetelefon für Männer unter der Telefonnummer 0800-1239900 wenden.


Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Eschborn, Alexandra Weiler, ist unter 06196 490-189 telefonisch sowie unter gleichstellung@eschborn.de per E-Mail zu erreichen.