Dafür ist die Verwaltung ermächtigt, zusätzliche Fachgutachten und externe Beratung zu beauftragen.
Der bisherige Austausch mit den Übertragungsnetzbetreibern TenneT TSO GmbH und Amprion GmbH zum von den Unternehmen ins Auge gefassten Umspannwerk auf Eschborner Gemarkung läuft bereits seit über fünf Jahren. Im Frühjahr 2020 hatte TenneT die Stadtverwaltung angefragt, ob sie beim Erwerb landwirtschaftlicher Flächen unterstützen könne; diese Anfrage wurde von der Verwaltung abgelehnt. Im Jahr 2022 wandten sich die Unternehmen mit der Idee an die Stadtpolitik, ihr Interesse im Rahmen einer städtischen Präsentationssitzung vorzustellen. Nach interner Abstimmung mit den in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Fraktionen wurde den Unternehmen empfohlen, eine eigene Informationsveranstaltung auf neutralem Boden und jenseits der städtischen Gremien zu organisieren und die Mandatsträger mit der Öffentlichkeit gemeinsam einzuladen. Auf diesen Hinweis erfolgte keine weitere Reaktion der Unternehmen.
Im Sommer 2023 erlangte die Stadtverwaltung Kenntnis über den Erwerb größerer Flächen in der Feldgemarkung durch die Übertragungsnetzbetreiber. Im September 2023 informierte TenneT die Mandatsträger im Zusammenhang mit einer Ausschusssitzung per E-Mail über den damaligen Planungsstand, ohne die Stadtverwaltung einzubeziehen. Seit Ende 2023 befindet sich die Verwaltung in einem regelmäßigen Austausch mit den Nachbarkommunen und unterrichtet den Magistrat fortlaufend über den Stand der Gespräche. Ebenfalls seit dieser Zeit wird ein strukturiertes Dialogformat mit den Unternehmen gepflegt, in das auch die Ortslandwirte eingebunden sind. Dabei werden keine Verhandlungen über Flächenankäufe geführt; vielmehr analysiert die Stadtverwaltung gemeinsam mit den Vertretern der Landwirtschaft alternative Flächen, um im dicht besiedelten und stark genutzten Raum eine möglichst verträgliche Variante zu identifizieren, die Konflikte zwischen Natur- und Erholungsraum sowie den Schutz hochwertiger landwirtschaftlicher Böden berücksichtigt und die zwangsläufige Flächeninanspruchnahme auf das notwendige Minimum begrenzt.
Die Stadtverordnetenversammlung hat die Verwaltung beauftragt, für alternative Standorte einzutreten und hierfür bei Bedarf fachgutachterliche Prüfungen zu veranlassen. Die Planung der Vorhaben liegt bei den Übertragungsnetzbetreibern TenneT und Amprion, die Genehmigung beim Regierungspräsidium Darmstadt; der Regionalverband FrankfurtRheinMain begleitet das Verfahren.
Im hochverdichteten urbanen Raum mit knappen Flächen setzen sich die Kommunen für maßgeschneiderte, innovative Lösungen ein – etwa eine kompaktere, flächeneffiziente Anlagentechnik und eine möglichst konsequente Bündelung mit bestehenden Leitungs-, Verkehrs- oder Schienentrassen, um zusätzliche Eingriffe in Landschaft und Nutzung zu vermeiden.
Als weitere Leitplanken bringt die Stadtverwaltung in die Verfahren ein, dass städtebauliche Entwicklungen nicht beeinträchtigt, wertvolle Natur- und Erholungsräume geschont, Wegeverbindungen erhalten und rechtliche Abstands- und Schutzvorgaben strikt beachtet werden, wobei die Lasten zwischen den betroffenen Kommunen ausgewogen zu verteilen sind.
Dieses Vorgehen ist eingebettet in einen regelmäßigen, interkommunalen Austausch der Städte Oberursel, Bad Homburg, Steinbach und Eschborn sowie des Planungsdezernats der Stadt Frankfurt am Main. Ziel ist eine frühzeitige, transparente und lösungsorientierte Zusammenarbeit mit Übertragungsnetzbetreibern, Landesbehörden, Landwirtschaft, Öffentlichkeit und dem Regionalverband, um regional abgestimmte Trassen- und Standortvorschläge einzubringen, Belastungen nachvollziehbar zu verteilen und Konflikte möglichst frühzeitig zu klären. Den Kommunen ist bewusst, dass sie in den formellen Verfahren beteiligt, aber nicht federführend sind. Umso wichtiger sind sorgfältige Abwägungen, eine faire Ausgleichsfindung und transparente Rückmeldungen der Netzbetreiber zu Flächenbedarfen, zur Umsetzung bisheriger Diskussionsergebnisse und zu einheitlichen Bewertungsgrundlagen für unterschiedliche Technik- und Standortvarianten.
Bürgermeister Adnan Shaikh erklärt: „Wir nehmen den steigenden Energiebedarf und die Erfordernisse der Energiewende ernst. Unsere Aufgabe ist es, die örtlichen Belange – von Landwirtschaft über Naherholung bis zum Schutz hochwertiger Böden – frühzeitig, sachlich und nachvollziehbar in den Prozess einzubringen. Daran arbeiten wir gemeinsam mit unseren Partnerkommunen und allen Verfahrensbeteiligten.“ Die Stadtverwaltung wird die politischen Gremien weiterhin eng informieren und sich dafür einsetzen, dass die Übertragungsnetzbetreiber die Öffentlichkeit über geeignete Formate unterrichten, sobald belastbare Zwischenergebnisse vorliegen.