Am Dienstag, dem 21.07.2026 versammelten sich rund 200 Menschen zu einer Mahnwache für Visnja S., der Frau, die von ihrem Ehemann in der Kelkheimer Innenstadt jüngst brutal getötet wurde. Die Veranstaltung war zugleich ein starkes Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt. In den Redebeiträgen wurde eindringlich dazu aufgerufen, Warnsignale von Gewalt in Partnerschaften frühzeitig zu erkennen, aufmerksam hinzusehen und Betroffene nicht allein zu lassen. Auch Vertreterinnen der Stadt Eschborn nahmen an der Mahnwache teil, darunter die Frauen- und Sozialdezernentin, Erste Stadträtin Bärbel Grade, sowie die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Eschborn, Alexandra Weiler. Mit ihrer Teilnahme setzten sie ein Zeichen der Solidarität mit den Betroffenen geschlechtsspezifischer Gewalt und unterstrichen die gemeinsame Verantwortung von Politik und Gesellschaft, Gewalt gegen Frauen entschieden entgegenzutreten.
„Gewaltschutz für Frauen ist und bleibt eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Gewalt gegen Frauen geschieht nicht im Verborgenen – oft gibt es Warnsignale. Deshalb müssen wir alle hinschauen, aufmerksam sein und Betroffene ermutigen, bestehende Hilfsangebote in Anspruch zu nehmen. Gleichzeitig ist es unsere gemeinsame Verantwortung, die Beratungs- und Schutzeinrichtungen zu stärken, die Frauen in schwierigen Situationen Schutz und Unterstützung bieten. Jede Frau hat das Recht, frei von Gewalt zu leben“, betonte Erste Stadträtin Bärbel Grade.
Dass häusliche Gewalt keine Privatsache ist, bekräftigte ebenso Andrea Bartels-Pipo, Vorsitzende des Frauen helfen Frauen MTK e.V., Trägerverein des Frauenhauses im Main-Taunus Kreis: „Jeder Femizid […] ist Ausdruck von Gewalt, die in unserer Gesellschaft verwurzelt ist. Unser Gedenken ist ein Auftrag für eine Gesellschaft, in der Frauen frei leben dürfen, in der „Nein“ wirklich „Nein“ bedeutet.“
Neben der Trägerschaft des Frauenhauses zählt die Präventionsarbeit zu den zentralen Aufgaben des Vereins. Ergänzt wird sie durch umfassende Beratungs- und Unterstützungsangebote für Frauen, die von Gewalt betroffen sind. Die neue Frauendezernentin des Main-Taunus-Kreises, Christiane Augsburger, und die Gleichstellungsbeauftragte Martina Weyand griffen diese Botschaft in ihren Redebeiträgen auf. Sie appellierten an die Anwesenden, Warnsignale ernst zu nehmen, Hilfsangebote frühzeitig zu nutzen und Betroffene auf bestehende Beratungs- und Unterstützungsangebote hinzuweisen. Sie verwiesen außerdem auf die Männerberatungsstelle, die Männer unterstützt, die befürchten, gewalttätig zu werden oder ihr Verhalten frühzeitig reflektieren und verändern möchten. Das Angebot leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Gewaltprävention.
Hilfe bei Gewalt erhalten Frauen bei aktuter Gefährdung über den Polizeinotruf 110. Betroffene Frauen im Main-Taunus-Kreis können sich zudem während der Öffnungszeiten bei Frauen helfen Frauen MTK unter 06192 24212 melden oder das rund um die Uhr besetzte nationale Hilfetelefon unter der Nummer 116016 wählen.
Männer, die ein Aggressions- und Gewaltproblem haben oder bei sich vermuten, können die vertrauliche Männerberatung des Diakonischen Werks MTK unter 06192 9774712 kontaktieren.
