Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit an der Grundschule Süd-West zum Schuljahresbeginn umgesetzt

Nachdem die Planungen von neuen verkehrssichernden Maßnahmen im Bereich der Grundschule und des Schulkinderhauses Süd-West bereits vor einigen Wochen angekündigt wurden, informierte die Stadt Eschborn am Montagabend die Anwohnerinnen und Anwohner bei einer Veranstaltung vor Ort über die vorgesehenen Änderungen.

In der kommenden Woche folgt eine Informationsveranstaltung für die Eltern der Schülerinnen und Schüler.
 

Anlass für die Maßnahmen sind Hinweise von der Schulleitung und Lehrkräften sowie aus der Anwohnerschaft zur gefährlichen Verkehrssituation im Umfeld der Grundschule, besonders zu morgendlichen Stoßzeiten. Mit dem gesetzlichen Anspruch auf Ganztagsbetreuung erwartet die Schule künftig zudem eine intensivere Nutzung des Schulkinderhauses im Kriftler Weg. Bereits heute führt hier insbesondere der Bring- und Holverkehr durch sogenannte Elterntaxis zu erhöhtem Verkehrsaufkommen. 2024 wurde im Umfeld der Heinrich-von-Kleist-Schule sowie den anliegenden Kinderbetreuungseinrichtungen im Dörnweg durch eine Änderung der Verkehrsführung mehr Ordnung und mehr Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erzeugt. Angelehnt an die bereits gemachten Erfahrungen hat die Stadt Eschborn daher gemeinsam mit dem regionalen Verkehrsdienst Main-Taunus der Polizei ein Maßnahmenpaket entwickelt, das die Verkehrssicherheit insbesondere für Kinder auf ihrem Schulweg zur Grundschule Süd-West erhöhen soll. Mit den Maßnahmen sollen die Verkehrsabläufe geordnet, die Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmenden erhöht und die Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit unterstützt werden.
 

Zeitlich begrenzter Kreisverkehr

Die Änderungen konzentrieren sich auf den Bereich Kriftler Weg/Alter Höchster Weg/Sodener Weg, wo ab dem neuen Schuljahr in den morgendlichen Stoßzeiten ein Kreisverkehr erzeugt wird. Durch ein zeitlich beschränktes Einfahrtsverbot am Sodener Weg Ecke Sulzbacher Straße in der Zeit von 7 bis 9 Uhr soll Begegnungsverkehr auf den engen Straßen während der morgendlichen Bringzeit vermieden werden. Die Regelung gilt für alle Kraftfahrzeuge. Der Radverkehr ist von dem Verbot nicht betroffen. Neben der StVO-konformen Beschilderung wird zusätzlich an der Ecke Sodener Weg/Sulzbacher Straße eine LED-Infotafel installiert. Diese wird nochmal auf das Einfahrtsverbot aus dieser Richtung hinweisen. Die Stadtpolizei wird die Einhaltung der Beschilderung regelmäßig kontrollieren und bei Missachtungen sanktionieren. Ein Beginn der Kontrollen durch die Stadtpolizei ist für die zweite Augusthälfte vorgesehen. 


Auf dem Kriftler Weg und dem Alten Höchster Weg befinden sich nun eingerichtete Elterntaxi-Haltestellen. Hier ist in den markierten Bereichen das kurzzeitige Halten auf der Fahrbahn erlaubt. Die Haltezonen sollen die Haltevorgänge der Elterntaxis kontrollierter und geordneter ablaufen lassen. 
 

Zudem wurden durch Rotmarkierungen die Stellen zwischen der Grundschule und dem Schulkinderhaus im Kriftler Weg hervorgehoben, an denen die Kinder die Straße überqueren. Dadurch soll auf diese Querungsstellen künftig mehr Aufmerksamkeit gelenkt werden. Im Rahmen des Ganztagsschulkonzepts wird eine erhöhte Nutzung des Schulkinderhauses vorgesehen, als Teil dessen der Fußverkehr zwischen den beiden Gebäuden steigen wird. 
 

Der gesamte Bereich, einschließlich des Sodener Wegs, ist als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen. Es gilt zu jeder Tageszeit ausschließlich Schrittgeschwindigkeit (ca. 5–7 km/h). Zur Unterstützung der Einhaltung dieser Vorgabe wurden vorhandene Bremsschwellen ausgebaut und ergänzt sowie zusätzliche Fahrbahnmarkierungen angebracht, die auf den verkehrsberuhigten Bereich und die geltende Höchstgeschwindigkeit hinweisen.
 

Ziel ist ein sicherer Schulweg

Grundsätzlich verfolgt die Stadt Eschborn weiterhin das Ziel, dass möglichst viele Kinder ihren Schulweg eigenständig zu Fuß, mit dem Roller oder dem Fahrrad zurücklegen.
 

Bürgermeister Adnan Shaikh stellt klar: „Mit den vorgesehenen Haltebereichen sollen Elterntaxis nicht gefördert werden. Unser Ziel bleibt, dass Kinder ihren Schulweg möglichst selbstständig bewältigen. Die Maßnahmen tragen vielmehr der bereits bestehenden Verkehrssituation Rechnung und sollen insbesondere die Sicherheit der Kinder als schwächste Verkehrsteilnehmende erhöhen.“
 

Ist die Nutzung eines Autos im Einzelfall erforderlich, muss der Bringverkehr künftig über klare Anfahrtswege und festgelegte Haltebereiche geordnet erfolgen. Gleichzeitig sollen die Maßnahmen die Aufmerksamkeit an den Querungsstellen erhöhen, die Einhaltung der Schrittgeschwindigkeit unterstützen und die Einschränkungen für Anwohnerinnen und Anwohner auf das notwendige Maß begrenzen.
 

Verkehrserziehung und Mobilitätsbildung bleiben wichtige Bausteine

Neben den verkehrsrechtlichen Maßnahmen setzen sowohl Schule als auch Stadt weiterhin auf die Förderung einer eigenständigen und sicheren Mobilität von Kindern. So folgten dieses Jahr acht städtische Kinderbetreuungseinrichtungen dem Aufruf der Stadt Eschborn und beteiligten sich an der Klimameilen-Kampagne. Rund 600 Kinder aus Vor- und Grundschulen sammelten für klimafreundlich zurückgelegte Wege grüne Sticker und wurden so motiviert, möglichst häufig zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Roller unterwegs zu sein.
 

„Kinder lernen sicheres Verkehrsverhalten vor allem durch praktische Erfahrung“, erklärt die Erste Stadträtin Bärbel Grade. „Die Klimameilen-Kampagne vermittelt nicht nur die Bedeutung nachhaltiger Mobilität, sondern unterstützt Kinder auch dabei, ihre Alltagswege selbstständig zu bewältigen. Dabei stärken sie ihre Orientierung, ihr Verantwortungsbewusstsein sowie ihre Bewegungs- und Sozialkompetenz“, betont die Sozial- und Umweltdezernentin. 
 

Auch die Schulleitung der Grundschule Süd-West misst der Mobilitäts- und Verkehrserziehung einen hohen Stellenwert bei. Sie versteht diese als fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsaufgabe und appelliert regelmäßig an die Eltern, ihren Kindern – soweit möglich – den Schulweg zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Roller zu ermöglichen. So sammeln die Schülerinnen und Schüler wichtige Erfahrungen im Straßenverkehr und leisten gleichzeitig einen Beitrag zu einem sicheren Schulumfeld. Außerdem fördert ein aktiver Schulweg die körperliche Entwicklung der Kinder und führt zu mehr Konzentration im Unterricht.