Ausschlaggebend ist dabei nicht nur die Zahl der Online-Anträge, sondern vor allem deren durchgängige digitale Bearbeitung in der Verwaltung.
„Von Beginn an lag unser Fokus nicht darauf, Anträge lediglich online entgegenzunehmen, um sie anschließend in Papierform weiterzuführen“, betont Bürgermeister Adnan Shaikh. „Wir mussten weit mehr anpacken, als nur ein Antragsformular. Nach und nach haben wir Software im Haus umgestellt und uns an landes- und bundesweiten Pilotverfahren beteiligt, um echte Ende-zu-Ende-Digitalisierung zu erreichen.“
Inzwischen werden im Standesamt sämtliche Vorgänge – von der Geburt über Eheschließung und Namensänderung bis zum Sterbefall – digital entgegengenommen und intern vollständig digital weiterbearbeitet. Auch im Gewerbewesen sind An-, Ab- und Ummeldungen vollständig online möglich. Durch die Freischaltung entsprechender Schnittstellen konnten im Einwohnermeldewesen zwölf weitere Verfahren vollständig digitalisiert werden, darunter Meldebescheinigungen, einfache und erweiterte Melderegisterauskünfte, die Verlusterklärung des Personalausweises sowie Übermittlungssperren. Eschborner Bürgerinnen und Bürger können zudem seit April dieses Jahres ihren Wohnsitz elektronisch melden. Der Online-Dienst ermöglicht die digitale Ummeldung nach einem Umzug und stellt eine Alternative zur Wohnsitzanmeldung vor Ort dar. Das Angebot digitalisiert den gesamten Ummeldungsprozess Ende-zu-Ende – von der Änderung der Adressdaten im Melderegister bis zur Aktualisierung des Personalausweises sowie des Reisepasses. Über die E-Payment-Schnittstelle können Gebühren komfortabel online bezahlt werden – per Kreditkarte und PayPal. Damit lassen sich viele Anliegen rund um die Uhr erledigen; parallel bleibt die persönliche Antragstellung im Bürgerbüro und in der Verwaltungsstelle Niederhöchstadt wie gewohnt möglich.
Auch im Kita-Bereich bietet die Stadt ein umfängliches digitales Angebot an. So hilft zum Beispiel das Programm „LITTLE BIRD“ bei der Suche nach einem Kitaplatz oder die „KIKOM-APP“ bei der datenschutzkonformen Kommunikation zwischen den Eltern und den Kitas.
Nächster Meilenstein: Einführung der eAkte
Ein zentraler Schritt auf dem Weg zur vollständig digitalen Verwaltung ist die eAkte. In seiner Sitzung am 2. September 2025 hat der Magistrat die Beschaffung eines Dokumentenmanagementsystems (DMS) beschlossen. Dem Beschluss ging ein intensiver, verwaltungsweiter Anforderungsprozess voraus: In Workshops haben sämtliche Fachbereiche ihre Bedarfe eingebracht, die in die Ausschreibung eingeflossen sind. Es folgt nun ein Einführungsprojekt, das mit einer neuen verantwortlichen Stelle organisatorisch verankert wird.
Bürgermeister Shaikh: „Die eAkte schafft die Grundlage, Medienbrüche abzubauen, Bearbeitungszeiten zu verkürzen und die Servicequalität weiter zu steigern. Die positive Rückmeldung des Rechnungshofs bestätigt unseren Kurs – jetzt gehen wir konsequent den nächsten Schritt.“
Das Onlinezugangsgesetz (OZG) verpflichtet Bund, Länder und Kommunen, Verwaltungsleistungen digital bereitzustellen. Eschborn hat hierzu früh eine Koordinierungsstelle Digitalisierung aufgebaut, interne Systeme modernisiert und an Pilotverfahren von Land und Bund teilgenommen, um digitale Anträge auch intern medienbruchfrei zu verarbeiten.