Stadt Eschborn: Attraktiver Arbeitsplatz für Erzieherinnen und Erzieher

Die Stadt Eschborn ist bereits seit längerer Zeit aktiv, um die Personalsituation ihrer Kindertagesstätten zu verbessern. Im Vergleich zu anderen Städten und Gemeinden des Main-Taunus-Kreises betreibt Eschborn die meisten Kinderbetreuungseinrichtungen in eigener Regie.

„Die Verbesserung der Ausbildungssituation in unserer Stadt stand viele Jahre nicht im Fokus. Das hat zur Folge, dass an dieser Stelle verstärkt nachgebessert werden musste, weil sich der Fachkräftemangel hier sehr deutlich niedergeschlagen hat“, erklärte Bürgermeister Adnan Shaikh, der es innerhalb weniger Monate geschafft hat, mit innovativen Ideen neue Mitarbeiter anzuwerben.

 

Mitte März wurde eine sogenannte „Task Force Kitas“ ins Leben gerufen. Das ist eine Arbeitsgruppe aus Mitarbeiterinnen der zwei verantwortlichen Fachbereiche, die sich mit dem Thema Personalgewinnung für Kindertageseinrichtungen beschäftigen.

 

Diese gute Zusammenarbeit hat sich bereits gelohnt, wie Bürgermeister und Personaldezernent Shaikh meint: „Uns liegen nahezu 30 Bewerbungen von Interessierten vor, die ihre Ausbildung bzw. ihr Anerkennungsjahr bei der Stadt Eschborn absolvieren möchten. Insbesondere für die neue praxisintegrierte vergütete Ausbildung besteht großes Interesse. Für die schulische Ausbildung vergibt die Stadt - wie bereits seit vielen Jahren - auch weiterhin Stipendien. Außerdem steht die Stadt Eschborn in engem Kontakt zu sozialpädagogischen Fachschulen und ist auf deren Messen vertreten.“

 

Die gute Resonanz sowohl von jungen Bewerberinnen und Bewerbern als auch von Quereinsteigerinnen und Quereisteigern, sogar aus anderen Bundesländern, ist unter anderem auch darauf zurückzuführen, dass die Stadt Eschborn den Internetauftritt zu freien Ausbildungs- und Fachkraftstellen neu gestaltet hat und sowohl sehr zeitnah als auch niedrigschwellig auf Bewerbungen von Auszubildenden reagiert.

 

Seit Mitte April können Fachkräfte und Auszubildende beim Einreichen von Bewerbungen auch den Online-Service www.interamt.de nutzen. Da die Termine für die Vorstellungsgespräche bereits im Vorfeld festgelegt werden, erhalten die Bewerberinnen und Bewerber bereits mit der Eingangsbestätigung eine Einladung. Individuelle Wünsche, beispielsweise zum Einsatzort, werden so weit wie möglich berücksichtigt und fast immer realisiert.

 

Die Stadt arbeitet sehr eng und intensiv mit Zeitarbeitsfirmen zusammen, um akute aber auch längere personelle Engpässe auszugleichen. Zurzeit sind nahezu zehn Zeitarbeits-Stellen besetzt, davon sechs von Fachkräften. Zwei von ihnen werden nun ihre Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin in Eschborn fortsetzen.

 

„Die Bezahlung von Erzieherinnen und Erziehern ist mit S8b bereits übertariflich. Zudem bietet die Stadt Eschborn ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vielfältige freiwillige Leistungen wie zum Beispiel kostenlose Job-Tickets, Weiterbildungs- und Weiterqualifizierungsangebote, Gesundheitsseminare und Seminare zur beruflichen und persönlichen Entwicklung“, berichtet Shaikh. Darüber hinaus gibt es vieles mehr, was die Stadt Eschborn zu einem sehr attraktiven Arbeitgeber macht.

 

Die städtischen Kinderbetreuungseinrichtungen sind modern ausgestattet. Die Raumkonzepte und naturnahe Außengelände sind an den Bedürfnissen der Kinder ausgerichtet und haben einen sehr hohen Standard. Der Personalschlüssel liegt schon seit Jahren über den Vorgaben des Kinderförderungsgesetzes (KiföG). Erzieherinnen und Erzieher können und sollen ihre persönlichen Talente mit einbringen. Vielfältige Fortbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten sind selbstverständlich und Supervisionen obligatorisch.

 

Die hohe Fachlichkeit in den Einrichtungen und den Fachbereichen spiegelt sich auch darin wider, dass während der Zeit der Notbetreuung und jetzt im eingeschränkten Regelbetrieb alle Verantwortlichen vorausschauend und höchstflexibel auf Anforderungen reagieren, um Bedarfen bestmöglich entsprechen zu können und dabei ganz besonders auch den pädagogischen Aspekt zu beachten.

 

Derzeit gestaltet die Task Force Werbebanner, die an verschiedenen Orten im Stadtgebiet aufgehängt werden sollen, um auch auf diesem Wege Fachkräfte anzuwerben.

 

Seit über fünf Jahren gibt es für die städtischen Kindertagesstätten eine Notfallplan, der greift, wenn es zu Personalengpässen kommt. Wenn die darin festgeschriebenen Maßnahmen nicht ausreichend sind, muss die Stadt Eschborn die Notbremse ziehen und als Ultima Ratio die betroffene Einrichtung schließen: "Ich leite seit nahezu zwanzig Jahren den für die Kinderbetreuung zuständigen Fachbereich. In dieser Zeit ist es bisher nur einmal zu einer Schließung gekommen. Im Februar dieses Jahres mussten wir die Kita Ritterhof schließen, weil nur zehn Prozent der Mitarbeiter zur Verfügung standen. Auf Kita-Personal von anderen Einrichtungen konnte auch nicht zurückgegriffen werden. Insofern blieb uns nichts anderes übrig", erklärt Fachbereichsleiterin Karin Rebna.

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