Stadt Eschborn prüft modernes ÖPNV-Angebot

Die Stadt Eschborn beschäftigt sich schon seit vielen Jahren mit dem Thema eines Stadtbusses, um besonders die Wohngebiete in Eschborn und Niederhöchstadt besser zu erschließen.

In den vergangenen Jahren gab es keinen erkennbaren Fortschritt. Nun zeigen gemeinsame mit der Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft (MTV) durchgeführte Untersuchungen und Konzepte, dass ein klassischer Stadtbus mit einem festen Fahrplan und Haltestellen nur einem kleinen Personenkreis einen Vorteil bringt und dessen Umsetzung zudem kostenintensiv wäre. Bereits zu dem bestehenden Anruf-Sammel-Taxi-Angebot würde ein Stadtbus keine Verbesserung der Angebotsqualität - aufgrund von langen Warte- und Fahrtzeiten - bedeuten.

 

Daher wird aktuell nach alternativen und innovativen Lösungsmöglichkeiten gesucht, das Angebot im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu verbessern. Dabei ist besonders ein sogenannter On-Demand-Verkehr für die Stadt interessant. Hierbei fahren die - fast immer elektrischen - Fahrzeuge nach keinem festen Fahrplan, sondern fahren in einem definierten Gebiet nur auf Bestellung der Fahrgäste neben klassischen auch sogenannte virtuelle Haltestellen an.

 

Mit dem Projekt "On-Demand-Mobilität für die Region Frankfurt/RheinMain", an dem sich die MTV gemeinsam mit der Stadt Hofheim beteiligt, wird mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur aktuell eines der größten Pilotprojekte in Europa realisiert. Der linien- und fahrplanunabhängige Verkehr wird dabei auf einer digitalen Plattform organisiert und von den Fahrgästen über eine App gebucht und bezahlt. Als Teil des ÖPNV wird das Angebot aktuell im Kreis Offenbach, Darmstadt, Frankfurt, Taunusstein und Limburg getestet. In Hofheim sollen die Shuttles Anfang 2022 starten.

 

Auch die Stadt Eschborn sieht darin ein zukunftsfähiges Angebot, was vielen Menschen einen Mehrwert bieten kann. Wie der Nahmobilitätsbeauftragte Andreas Gilbert berichtet, haben erste Untersuchungen dazu bereits mit der MTV begonnen und man sei im intensiven Austausch. Besonders in den Randgebieten könne ein voll flexibles System einen großen Vorteil bringen, denn es gibt keine festen Haltestellen mit starren Verbindungen mehr. Auch zu den Nebenverkehrszeiten und späten Abendstunden könne so mit wenigen Fahrzeugen ein Angebot geschaffen werden.

 

"Wir verfolgen seit längerem die neuen Angebote in der Region und sehen durch ein solches On-Demand-Angebot eine ökologisch sinnvolle und attraktive Ergänzung zum bestehenden ÖPNV. Zudem könnten besonders Seniorinnen und Senioren davon profitieren, dass die Fahrzeuge quasi bis vor die Haustüre fahren, was ein regulärer Stadtbus niemals leisten würde", erklärte Bürgermeister Adnan Shaikh. "Wir sind hier im engen Austausch mit der MTV, um eine mögliche Umsetzung zu prüfen und auch von den laufenden Pilotprojekten zu lernen. Ziel ist es, ein gutes Angebot für Jung und Alt auf die Beine zu stellen", so der Bürgermeister.

Bei der Umsetzung ist auch die Seniorenarbeit der Stadt miteingebunden und befürwortet ein solches System. "Dabei ist es wichtig, dass es möglichst keine technischen Zugangshürden für die ältere Bevölkerung gibt. Analog zum aktuellen Anruf-Sammel-Taxi-Angebot müssen Fahrten auch per Telefon gebucht werden können", so Stadtrat und Seniorendezernent Helmut Bauch.

 

Im Haushaltsplan für 2022 wurden bereits Finanzmittel für einen Stadtbus eingestellt. Diese bieten die Möglichkeit, schnell alternativ das flexible Angebot in Eschborn aufzubauen, um den ÖPNV zeitnah zu verbessern.

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