Das Eschborner Wiesenbad wird künftig durch aufbereitete Abwärme aus dem Eschborner Rechenzentrum von nLighten, FRA1, beheizt. Das hält nun ein Vertrag fest, den Bürgermeister Adnan Shaikh und Chad McCarthy, CTO und Mitbegründer von nLighten, am Montag, dem 1. September 2025 unterschrieben haben. Sowohl die bestehenden Gebäudeteile als auch die im Bau befindliche neue Halle werden von der nachhaltigen Wärmeversorgung profitieren.
Das Projekt setzt Maßstäbe in der Kooperation zwischen Entwicklungsprojekten unterschiedlicher Sektoren, die in Zusammenarbeit eine Emissionssenkung in der Gemeinde erreichen. Da nLighten sein Rechenzentrum mit grünem Strom betreibt, ist die zurückgewonnene Abwärme nicht nur nachhaltig, sondern auch ökologisch vorbildhaft für eine gesamte Branche. Die Stadt Eschborn geht auf diese Weise einen wichtigen Schritt bei der Erreichung ihrer Dekarbonisierungsziele. „Wir rüsten auf einen Schlag unseren größten Gasverbraucher der Stadt auf eine nachhaltige Energiequelle um und verbessern unsere Klimabilanz so deutlich“, zeigt sich Bürgermeister Shaikh erfreut.
Als Wärmeträger bei der Versorgung des Wiesenbads dient Wasser, das im Rechenzentrum die Serverwärme zurückgewinnt und auf direkt nutzbare Heizungstemperaturen aufbereitet. Danach wird das Heizungswasser in das Schwimmbad transportiert. Das dafür benötigte Wärmenetz wird durch den Rechenzentrumsbetreiber errichtet. Die Stadt Eschborn unterstützt dies mit einem Baukostenzuschuss.
Chad McCarthy: „Mit diesem Projekt beweisen wir, dass Rechenzentren nicht nur zur Digitalisierung der Wirtschaft beitragen, sondern auch zur Emissionssenkung im lokalen Energiesystem der Gemeinde. Die besondere Auslegung der nLighten-Kühlanlagen lässt das Rechenzentrum zu einer direkt nutzbaren Wärmeversorgung für Eschborn werden.“
Andreas Herden, Managing Director Germany von nLighten, ergänzt: „Das Abwärmeprojekt in Eschborn ist für uns ein Meilenstein. Es zeigt, wie Rechenzentren von Energieverbrauchern zu aktiven Gestaltern der Energiewende werden können. Unser Anspruch bei nLighten ist es, die digitale Infrastruktur Europas nicht nur leistungsfähig und vernetzt, sondern auch nachhaltig und klimafreundlich zu gestalten. Dieses Projekt ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg – und hoffentlich ein Vorbild für viele weitere Kooperationen.“
Die LEA Landesenergieagentur Hessen GmbH betrachtet die Zusammenarbeit zwischen Stadtverwaltung und Rechenzentrumsbetreiber als wichtigen Schritt im Ausbau klimafreundlicher Energieversorgung. Sie hatte schon die „Machbarkeitsuntersuchung Abwärmenutzung aus Rechenzentren in Eschborn und Frankfurt Sossenheim“, die durch das Land Hessen finanziert wurde, begleitet. Ergebnis der Studie von 2023 war, dass Eschborn, Sossenheim und Teile von Unterliederbach mit der Abwärme aus Rechenzentren kostengünstiger beheizt werden können, als durch die Beheizung mit dezentralen Luft-Wasser Wärmepumpen. Insgesamt müssten für das interkommunale Projekt ca. 135 Mio Euro investiert und 50 km Fernwärmeleitungen verlegt werden. Jetzt startet die “kleine Schwester“ mit den ersten 800m-Leitung und geht als Vorbildprojekt voran.
Karsten McGovern, Leiter der LEA Landesenergieagentur Hessen GmbH: „Ich beglückwünsche die Projektbeteiligten, die Stadt Eschborn Eschborn und nLighten, für ihre Beharrlichkeit, das erste Abwärmeprojekt aus Rechenzentren in Eschborn umzusetzen. Und ich hoffe, dass das ein Ansporn und Vorbild ist, auch die Abwärmenutzung aus den Rechenzentren im Sossenheimer Gewerbegebiet voranzutreiben.“
Die Machbarkeitsstudie ist zu finden unter www.lea-hessen.de/mediathek/publikationen/4100
