Am vergangenen Wochenende hat eine bislang unbekannte Person ein Poesie-Album in den Briefkasten des Eschborner Museums geworfen – ohne Umschlag, Brief oder einen Hinweis auf die Herkunft des Albums. Nach den handschriftlichen Einträgen zu urteilen gehörte es einst einem Kind aus Ostpreußen, das in den 1930er Jahren in dem Dorf Siewen aufwuchs und zur Kreisstadt Angerburg Verbindungen hatte. Heute sind diese Orte in Polen, das Kind flüchtete also vermutlich am Ende des Zweiten Weltkriegs gen Westen und landete vielleicht irgendwann in Eschborn.
Das Museum dankt für das Poesie-Album. Doch um es einordnen zu können, wäre ein Hinweis auf das Kind sinnvoll. Hilfreich wäre bereits, den Namen des oder der Abgebenden zu kennen, um dieser Person vielleicht ein paar Fragen zur Herkunft des Objekts stellen zu können.
Ohne nähere Informationen sind derartige Objekte für ein Museum leider relativ wertlos. Mit einer Geschichte aber wird so ein Poesie-Album zu einem Zeugnis von Kindheit, Flucht, Vertreibung und Ankunft, zu einem Dokument eines Lebens.
Museumsleiter Dr. Peter Lingens bitten den Schenker oder die Schenkerin, sich unter der Telefonnummer 06196 490-230 oder per E-Mail an museum@eschborn.de beim Museum zu melden.
