Stadtgarten-Exkursion

Stadtgartenprojekt wird Anschauungsobjekt:

Delegation des Regionalpark RheinMain aus fünf Partnerländern tauscht vor Ort Erfahrungen zur „Urbanen Landwirtschaft“ aus

Unter der Leitung von Geschäftsführer Kjell Schmidt informierte sich eine Delegation des Regionalpark RheinMain im Rahmen einer Exkursion zusammen mit einer Gruppe von internationalen Gästen vor Ort über das Eschborner Projekt des Stadtgartens auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule im Fasanenweg. Zu den Delegationsteilnehmerinnen und -teilnehmern gehörten die Partnerinnen und Partner des europäischen Interreg-Projekts „CityZen“, das die städtische Landwirtschaft bei politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern fördern will, um wirtschaftlichen und sozialen Wandel voranzutreiben. In den Projektregionen der fünf Partnerländer Bulgarien, Griechenland, Portugal, Spanien und Deutschland sensibilisieren die beteiligten Akteure Politik und Bürgerschaft für grüne Innovationen und Ressourceneffizienz. Rund 35 Personen trafen sich daher in Rhein-Main, um sich über urbane Landwirtschaft, Nachhaltigkeit und Regionalentwicklung auszutauschen und mehrere „Good Practices“ vor Ort kennenzulernen. Ziel ist es, innovative Ideen und Umsetzungsstrategien in andere europäische Regionen zu tragen.

 

In Deutschland erarbeiten der Regionalpark RheinMain und das Institut für Ländliche Strukturforschung (IfLS) im Rahmen eines regionalen Strategieprozesses ein entsprechendes Konzept für die Region Rhein-Main. „Besonders spannend finden wir diese Eschborner Initiative, weil das Engagement aus der Verwaltung heraus kommt“, hatte Regionalpark-Geschäftsführer Kjell Schmidt schon vorab betont. „In der Tat ist es der Wunsch vieler Menschen, auf lokaler Ebene aktiv zu werden“, bestätigt Erste Stadträtin Bärbel Grade, „und nicht zuletzt vor dem Hintergrund neuer Bauvorhaben und der Verkehrsinfrastruktur steigt das Bedürfnis nach Erholung in der umliegenden Natur. Mit der Entwicklung und Förderung von Ansätzen wie dem Eschborner Stadt- oder Bürgergarten wollen wir Themen wie regionale Landwirtschaft und Ernährung, Naturschutz und Biodiversität aber auch Naherholung und Umweltbildung miteinander verbinden.“ Ihr liege das Projekt auch deshalb am Herzen, weil es Menschen zu nachhaltigem Handeln motiviert sowie Wissen über Pflanzen und den Bezug zum Nahrungsmittelanbau praktisch erfahrbar und nachvollziehbar vermittelt.

 

Vor Ort erläutert sie gemeinsam mit dem städtischen Landschaftsarchitekt Lasse Autzen der Delegation das Projekt des Stadtgartens: „An der Idee haben mich von Anfang an die vielfältigen Möglichkeiten begeistert, die solch ein Garten generiert. Er bringt Menschen miteinander in Kontakt und bietet einen niedrigschwelligen Zugang, da sich jeder von Saison zu Saison neu entscheiden und ausprobieren kann, selbst gärtnerisch aktiv zu werden und entsprechende Fertigkeiten zu erlangen oder zu teilen. Natürlich braucht es dafür gerade am Anfang einen gewissen Anschub und Anregungen, damit das auch funktioniert.“

 

Katharina Becker vom Genießergarten in Frankfurt ist so eine Expertin, die mit „Best Practices“ voranschreitet. Sie hat in den beiden noch bestehenden Gewächshäusern Musterbeete mit so ansprechenden Namen wie „Naschkatze, Küchenfee oder Kräuterhexe“ angelegt, in denen nun die ersten grünen Blätter sprießen – ob Erbsen, Kohlrabi, Rucola, Möhren, Mangold, Radieschen, Tomaten oder Kräuter wie Zitronenmelisse, Oregano, Sauerampfer, Kapuzinerkresse, Borretsch, Basilikum oder Dill. Die internationale Exkursionstruppe stellt interessierte Fragen rund um die Organisation eines solchen „Urban Gardening“-Projekts – und freut sich schon auf das gemeinsame Abendessen, bei dem die Kräuter in Form von „Grüner Soße“ serviert werden.

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