Im Brandfall richtig verhalten – das müssen auch Einsatzkräfte der Feuerwehr trainieren. Die Stadt Eschborn richtet im Notfallzentrum daher aktuell einen Übungsraum ein, in dem mit Trennwänden, die im Boden verankert werden, Lautsprechern, Lichtern und Nebelanlage Einsatzsituationen in Wohngebäuden simuliert werden können.
„Bei einem Notruf bleiben uns am Einsatzort nur wenige Minuten, um Personen aus der Wohnung in Sicherheit zu bringen und mit dem Löschen des Brandes zu beginnen. Da muss jeder Handgriff sitzen“, erklärte der stellvertretende Stadtbrandinspektor Dirk Koch bei einem Besichtigungstermin des Raums mit Bürgermeister Adnan Shaikh und Brandschutzdezernent Karlheinz Gritsch.
Der Übungsraum ermöglicht auf rund 130 m² auch Nachwuchskräften, die Handgriffe für den Ernstfall unter möglichst realen Bedingungen zu üben: kaum Sicht, plötzliche Hilferufe aus einem Winkel des Raums und nacheinander aufflackernde Lichter, die bedeuten, dass das Feuer sich ausbreitet. All das wird im Kontrollraum nebenan gesteuert. Ebenfalls real ist dabei die Belastung mit Atemschutzgerät, Schlauch und Strahlrohr, während die Einsatzkräfte den sogenannten Innenangriff üben. Möglich ist dabei sogar die Abgabe von – im Vergleich zu einem echten Einsatz – geringen Wassermengen. Das Wasser kann durch Öffnungen im Boden abfließen. Gefahr besteht allerdings nicht – echtes Feuer brennt hier nicht und ein Übungsleiter behält den Überblick. Das Szenario kann bei Bedarf wiederholt und angepasst werden.
Echte Brandeinsätze sind in der Vergangenheit zum Glück immer seltener geworden, was aber für die Feuerwehr bedeutet, dass die Erfahrung im Umgang mit solchen Szenarien für die Einsatzkräfte weniger wird. Dennoch kommt es bei Brandeinsätzen immer sofort auf das richtige Verhalten an, weshalb sich die Anforderungen an die Ausbildung stark geändert haben. Es muss unter sicheren Bedingungen so realitätsnah wie möglich trainiert werden – das rettet im echten Einsatz Menschenleben.
Die Übungsanlage ist nicht nur zweckmäßig, sondern auch sicher geplant. Denn wird der Übungsfall zum Ernstfall, beispielsweise im Falle eines medizinischen Notfalls, bei Unfällen oder Orientierungsverlust, sorgt eine leistungsstarke Entlüftungsanlage dafür, dass der Raum binnen kürzester Zeit vom Nebel, der die Rauchentwicklung simuliert, befreit ist.
„Seit jeher ist es uns wichtig, dass unsere Freiwilligen Feuerwehren in Eschborn und Niederhöchstadt eine sehr gute Ausstattung erhalten. Mit diesem Übungsraum können sich unsere Kameradinnen und Kameraden, die bei ihren Einsätzen auch stets ihre eigene Gesundheit für unsere Sicherheit aufs Spiel setzen, noch besser auf den Ernstfall vorbereiten", so der zuständige ehrenamtliche Dezernent Gritsch.
Der Raum kann voraussichtlich ab Ende April genutzt werden.

