"Phönix" von Oliver Ritter

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“Phönix“ von Oliver Ritter befindet sich seit 2009 an seinem namensverwandten Standort im Gewerbepark Camp Phönix. An Zufahrten zu Einkaufsmärkten und im Schnittpunkt von Elly-Beinhorn-Straße und Katharina-Paulus-Straße ruht die Bronzeplastik in der Mitte eines Verkehrskreisels. Die 3,80 m hohe Arbeit war eine Auftragsarbeit für die Stadt Eschborn. Sie erhebt sich über eine mit Basaltstein gestaltete Fläche und gibt dem unruhigen Umfeld ein kraftvolles Zentrum. Als Vorlage diente Ritter eine 29 cm hohe Plastik, die er mehrere Jahre zuvor gefertigt hatte.
Der Phönix ist in der ägyptischen Mythologie ein Vogel, der bei Sonnenaufgang in der Glut der Morgenröte verbrennt, um aus seiner Asche wieder neu zu erstehen.
Oliver Ritter, geboren 1966 in Düsseldorf, hat Metall und Feuer zu den elementaren Polen seines Schaffens gewählt. Nach seinem Studium entwickelte er in der Bildhauerei bald seine Vorliebe für Metall. Ritter beabsichtigt in seinen Feuer-Werken ein Verschmelzen von Ort und Mensch. Für ihn drängen seine Werke aus größeren Zusammenhängen in die irdische Existenz. Die Teilhabe seiner Plastiken am Leben anderer sieht Ritter als wichtigen Abschnitt im künstlerischen Prozess. Erst wenn sie zu den Menschen kommen und in ihnen oder mit ihnen weiterwirken, entfalten sie ihre volle Kraft.
Die amorphe Form des „Phoenix“ ist auf frühere Studien Ritters an Knochen zurück zu führen. Seinen Werken gemeinsam ist ihre archaische, harmonische Formensprache. Jede Plastik schwingt um eine deutlich spürbare Mitte.
Als Unterkonstruktion für den „Phoenix“ baut Ritter für das Gussmodell ein Stahlgerüst in einer Bootshalle. Das Gerüst verkleidet er mit Styropor, bringt es mit der Kettensäge in seine organische Form und überzieht es mit einer Schicht aus Gips. In acht Teile zersägt werden von den Gussvorlagen Einzelelemente in Bronze gegossen und wieder verschweißt. In mehreren Arbeitsgängen wird die Figur geschliffen, sandgestrahlt, patiniert und mit Wachs versiegelt.
Für die Enthüllung im Camp wählt Ritter die dem Werk angemessene Form der Feuerenthüllung: Mit Papier umkleidet wird der Phönix entflammt und verbrennt bildlich im Feuer.