"Travel a Head" von Florian Borkenhagen

Audioguide

„Travel a Head“ von Florian Borkenhagen fand seinen Platz 2003 im Camp Phönix Park Eschborn. Nach seiner Fertigstellung in eine Werkstatt im Hamburger Hafen „Travel a Head“ von September 1999 bis Januar 2000 weltweit unterwegs. Auf Containerschiffen und Tiefladern ging es über Rotterdam nach New York, ab Oktober 1999 durch den Panamakanal nach Australien, Djakarta, Singapur bis nach Port Said. Mit dem Zug wurde der Kopf durch die Wüste bis nach Cairo transportiert, ehe er in den Hamburger Hafen zurückkehrte. Der 3,20 m hohe Kopf hat die Bilder der Reise im Innern gespeichert, um sie an einen neuen Ort zu bringen.
Florian Borkenhagen, geboren 1959 in Frankfurt, ist Grenzgänger zwischen Kunst und Design. Mit seinen Projekten stellt er die übliche Wahrnehmung der Realität in Frage: Er möchte den Blick auf das Ungewöhnliche lenken und dazu anregen, vorgegebene Normen zu hinterfragen. Unsere Wahrnehmung ist eine Frage der Perspektive, die der Künstler verändern will.
Borkenhagen ließ sich von der Umsiedelung einer Sphinx bei der Entstehung des Assuan Dammes inspirieren. Den Gedanken, dass die ruhende Statue nun beweglich und neuen Bildern ausgesetzt war, wollte Borkenhagen in unsere Zeit übertragen. In Zeiten der Globalisierung und des Zusammenwachsens von Völkern, Kulturen und Religionen sei der Mensch heute ständig in Bewegung, aber gleichzeitig auf der Suche nach Verankerung.
„Travel a Head“ ist umgeben von den Verkehrsadern der Autobahnen. Er kommuniziert mit seiner Umgebung, sendet und empfängt in alle Richtungen, ein ruhender Pol in einer Stadt mit internationalen Beziehungen.
Der aus afrikanischem Hartholz gefertigte Kopf symbolisiert so die Idee des Reisens im doppelten Sinn: das Reisen des Materials Holz zwischen den Kontinenten auf traditionellen Transportwegen sowie das Reisen in das Innere des Menschen, in seinen Kopf, in seine Gedankenwelt.
Gepflanzte Baum-Bilder auf der benachbarten Freifläche übertragen die künstlerische Idee des „Travel a Head“ an den neuen Standort. Bäume unterschiedlicher Herkunft zeichnen die Stationen der Reise nach. Mit zunehmendem Alter werden sie landschaftsprägende Elemente, die den Raum neu ordnen und dem Kopf eine bleibende Heimat geben.